Montag, 06 Juni 2016 10:24

Kosten für Verbesserungen des Wohnumfeldes bei Pflegebedürftigen stark gestiegen

Bauliche Maßnahmen ermöglichen es vielen Pflegebedürftigen im ei-genen Zuhause zu bleiben. Bauliche Maßnahmen ermöglichen es vielen Pflegebedürftigen im ei-genen Zuhause zu bleiben. Foto: hfr

AOK-Pflegekasse zahlte 2015 in Schleswig-Holsteins Südosten rund 600.000Euro

 

Geesthacht (LOZ). Die Ausgaben für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes sind im vergangenen Jahr im Südosten Schleswig-Holsteins (Hansestadt Lübeck, Kreis Stormarn,
Herzogtum Lauenburg und Nordkreis Bad Segeberg) deutlich gestiegen. Nach einer aktuellen Auswertung zahlte die AOK NordWest als Pflegekasse hier etwa 600.000 Euro an ihre Versicherten für die barrierefreie Umgestaltung ihrer Wohnung. Das sind über 100 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Mit wohnumfeldverbessernden Maßnahmen helfen wir Pflegebedürftigen, im eigenen Zuhause zu bleiben. Denn die Erhaltung des sozialen Umfeldes und eine selbständige Lebensführung tragen zu mehr Lebensqualität und Lebensfreude im Alter bei“, sagt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Gründe für den hohen Anstieg sieht Bojens einerseits in der Zunahme der Fälle: Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Leistungsempfänger in der Region in 2015 um fast 67 Prozent auf über 220. Zurückzuführen ist dies auf die die zunehmende Transparenz über die Leistungen der Pflegeversicherung und die kontinuierlich steigende Zahl der Pflegebedürftigen. Insgesamt waren in Schleswig-Holstein im Jahr 2015 mehr als 38.300 AOK-Versicherte pflegebedürftig, in 2014 rund 36.900 Versicherte. Davon wurden fast 65 Prozent zu Hause von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten versorgt.

„Außerdem hat der Gesetzgeber mit dem Ersten Pflegestärkungsgesetz zum 1. Januar 2015 den Zuschuss für Anpassungen des Wohn-umfeldes an die Situation Pflegebedürftiger deutlich von 2.557 auf 4.000 Euro erhöht“, so Bojens. Voraussetzung für die Förderung ist, dass durch die Wohnraumanpassung die Pflege zu Hause ermöglicht oder erheblich erleichtert wird. Oft sind es Umbaumaßnahmen wie Rollstuhlrampen, die Verbreiterung von Türen oder das Einbauen eines Treppenliftes, die es Pflegebedürftigen ermöglichen, im eigenen Zuhause zu bleiben. Auch sanitäre Anlagen können zum Problem werden. Begehbare Duschen, höherverstellbare Waschbecken und Haltegriffe können helfen, sich im Bad besser zu bewegen. Wichtig ist auch, Stolperfallen zu vermeiden und auf Rutschfestigkeit zu achten, um Stürzen vorzubeugen.

Wer an Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes interessiert ist, sollte sich von seiner Pflegekasse beraten lassen. Wichtig ist, dass ein entsprechender Antrag vor Beginn des Umbaus gestellt wird. Auf Wunsch kommen die Pflegeberater der AOK auch nach Hause, um über die Leistungen der Pflegeversicherung zu informieren und den Pflegebedarf zu analysieren.

Weitere Infos unter www.aok.de/nw Rubrik Gesundheit.

Letzte Änderung am Montag, 06 Juni 2016 10:27

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