Mittwoch, 08 Juni 2016 19:40

Diskussion über äußere Sicherheit

Diskussion über äußere Sicherheit Foto: hfr

Globale Akteure im Blickwinkel

 

Geesthacht (LOZ). Die Blickwinkel globaler Akteure standen beim Vortrag von Oberstleutnant a.D. Michael Backs zur äußeren Sicherheit Deutschlands auf einer SPD-Veranstaltung im Fokus. Anschaulich skizzierte Michael Backs, wie Russland, die USA, Deutschland oder die EU ihre sicherheitspolitischen Interessen definieren.

Dabei ging es nicht in erster Linie um militärische Deutungen oder Strategien. Vielmehr beschrieb Oberstleutnant a. D. Backs, wie umfassend z.B. die USA ihre Außenpolitik und ihre Strategien zur Sicherung ihrer Interessen definieren „ Für die USA werden im übergeordneten „Think tank“ alle strategisch relevanten Themen betrachtet. Das Spektrum reicht von technologischen Aspekten über geostrategische, wirtschaftliche und militärische Strategien. Militärische Strategien und Optionen sind dabei nur ein Handlungsstrang. Im Mittelpunkt steht immer, die Sicherheit des eigenen Staates umfassend zu garantieren, auch durch Maßnahmen außerhalb der USA und Aktivitäten in allen strategisch relevanten Bereichen.“

Michael Backs zeigte den interessierten Zuhörern auch die seit dem Zerfall der Sowjetunion veränderte geostrategische Situation Russlands auf und erläuterte die sicherheitspolitischen Zusagen gegenüber Russland im Zuge der deutschen Wiedervereinigung. „Durch das Heranrücken von EU und NATO bis zur Ukraine und damit fast bis an die russische Grenze ist dort ein Gefühl der Bedrohung und Isolierung entstanden. Nach dem Wegfall des Bollwerks aus Warschauer Pakt-Staaten steht die NATO fast an der russischen Grenze, obwohl es die Zusicherung der USA und Deutschlands durch die jeweiligen Außenminister gab, die NATO nicht nach Osten auszudehnen. Militärische Optionen wie z.B. der Zugang zum Meer sind für Russland entfallen oder stark eingeschränkt.“

Die sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands werden im Weißbuch der Bundesregierung zur Verteidigungspolitik beschrieben. Aktuell wird gerade ein neues Weißbuch verfasst. „Die Bundeswehr ist dabei ein Instrument einer umfassenden und vorausschauenden Sicherheitspolitik.“

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurden über aktuelle Fragen wie die Stationierung von NATO-Kräften in den baltischen Staaten, Einsätze der Bundeswehr in Afrika und eine verstärkte europäische Sicherheitspolitik diskutiert.

„Der Vortrag hat gezeigt, dass es wichtig bleibt, sich in der Außen- und Sicherheitspolitik nicht nur mit den eigenen Interessen zu befassen, sondern dass der Blickwinkel der anderen mindestens ebenso wichtig ist. Trotz der hochtechnisierten Kommunikation bleibt dabei der direkte Dialog zwischen den Staaten, das sich in den Anderen Hineinversetzen und eigene Interesse emotionslos zu erkennen, ein zentrales Handlungsfeld deutscher Außenpolitik,“ fasste der Geesthachter SPD-Vorsitzende Hans-Werner Madaus wichtige Botschaften des Vortrag zusammen. Die Geesthachter SPD wird auch zukünftig zu Diskussionen und Vorträgen mit außenpolitischen Themen einladen.

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Juni 2016 19:47
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