Freitag, 07 Oktober 2016 14:39

Große Freude über 50.000 Euro-Spende für Kirchensanierung in Hohenhorn

v. li.: Jürgen Perau, Vorsitzender des Bauausschusses der Kirchengemeinde Hohenhorn, Helmuth Schlingemann, Architekt i. R., Andreas Tech, Bauingenieur des Kirchenkreises,  Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Pastorin Christel Rüder und Pröpstin Frauke Eiben machten sich ein eigenes Bild der Sanierungsarbeiten auf dem Baugerüst an der St. Nikolaikirche. v. li.: Jürgen Perau, Vorsitzender des Bauausschusses der Kirchengemeinde Hohenhorn, Helmuth Schlingemann, Architekt i. R., Andreas Tech, Bauingenieur des Kirchenkreises, Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Pastorin Christel Rüder und Pröpstin Frauke Eiben machten sich ein eigenes Bild der Sanierungsarbeiten auf dem Baugerüst an der St. Nikolaikirche. Fotos: Steffi Niemann

Deutsche Stiftung Denkmalschutz übergibt symbolischen Scheck für die Kirchdachsanierung

 

Hohenhorn (LOZ). Über einen Geldsegen freut sich die Kirchengemeinde Hohenhorn: 50.000 Euro gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die Sanierung von St. Nikolai dazu. Den hohen Betrag überbrachte der Lüneburger Ortskurator der DSD Prof. Dr. Paul Georg Lankisch.

Die spätklassizistische St. Nikolaikirche, errichtet Anfang des 19. Jahrhunderts, befindet sich seit Juli 2016 im zweiten Sanierungsabschnitt. Nach der Kirchturmsanierung, die rund 475.000 Euro kostete, erfährt nun das Kirchenschiff inklusive des Schieferdaches eine Frischzellenkur. Schwammbefallene Dachbalken müssen ausgetauscht, Fenster neu eingefasst, Außenwände neu verfugt und das seit den 50er Jahren bestehende Betondach mit Schiefer eingedeckt werden. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 375.000 Euro. Finanziert wird die Sanierung durch Gelder verschiedener Stiftungen wie der DSD mit 50.000 Euro (diverse Stiftungen sind noch angefragt), der Kirchengemeinde Hohenhorn, dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) mit 10.000 Euro.

„Wir freuen uns sehr über die großzügige Spende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz“, so Pröpstin Frauke Eiben. „Es ist eine große Aufgabe, unsere historischen Kirchen zu erhalten - das schaffen wir als Kirche nicht allein. Deshalb sind wir der Stiftung sehr dankbar“. St. Nikolai gehört mit der DSD-Förderung zu den über 170 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.

Die Kirchengemeinde Hohenhorn sucht dennoch auch weiterhin Spender. Unterstützer können nun Dachpaten werden: Das 420 Quadratmeter umfassende Kirchendach wird dem historischen Vorbild folgend mit Schiefer eingedeckt - ein Quadratmeter kostet inklusive Material und Montage rund 200 Euro. Paten für einen oder mehr Quadratmeter werden gesucht; bei einer Spende ab 100 Euro erhalten die Paten zum Dank eine kleine Schiefertafel - getreu dem Original, mit dem das Dach gedeckt wird. Am Ende der Arbeiten wird eine große Schautafel mit den Namen allen Paten und Patinnen im Turm der Kirche präsentiert.

„Wir sind der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und allen unseren bisherigen Spendern unglaublich dankbar. St. Nikolai ist ein historischer Schatz: Es trägt das kirchliche Leben von Jahrhunderten in sich, unsere Taufschale ist beispielsweise aus dem Jahre 1737. Und St. Nikolai ist eine wundervolle Kirche für Gottesdienste und Konzerte. Ich möchte, dass diese Kirche auch in hundert Jahren noch Menschen sammeln und stärken kann“, sagt Pastorin Christel Rüder.

Das Schieferdach soll bis Ende Oktober fertig gedeckt sein, informiert Bauingenieur Andreas Tech vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. „Die Neuverfugung der Außenfassade ist bis Mitte November terminiert, sofern es die Witterung zulässt, da der spezielle Gipsmörtel nicht unter sechs Grad Celsius verarbeitet werden darf“. Drei Fenster wurden bisher teils neu verbleit und eingefasst, der Eichenrahmen aus dem Jahr 1827 konnte dabei größtenteils erhalten bleiben. „Anhand dieser Fenster können wir dann die Folge-Kosten für die restlichen Fenster abschätzen“.

Für die gesamte Sanierung, also beide Bauabschnitte, sammelte die Kirchengemeinde Hohenhorn bisher 89.000 Euro. Wer für den zweiten Bauabschnitt der Kirche spenden möchte: Kirchengemeinde Hohenhorn, Kontonummer IBAN DE75 2305 2750 0000 0010 82, Verwendungszweck: „Sanierung St. Nikolai“.

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Turmmusiken zugunsten der St. Nikolaikirche:

Es gibt sie wieder, die „Turm-Musiken“: Alle Musizierenden spielen ohne Honorar, die Konzerte machen Freude und die Spenden am Ausgang brachten schon viel Geld für die Sanierung. Nun gehen sie weiter, der Zweck bleibt der Gleiche: Mit Spaß Gutes für St. Nikolai tun.

Die nächsten Termine:

Sonntag, 9.Oktober, 16 Uhr : Damenchor 2000 der Geesthachter Liedertafel, Männergesangverein „Harmonie“ Kirchwerder-Sande und die Liedertafel Harmonia von 1873 Ochsenwerder unter der Leitung von Michael Georgi

Sonntag, 30. Oktober, 18 Uhr: „Querbeet“ rockt die St. Nikolaikirche!

Hintergrund:

Georg Wilhelm Timmermann erbaute den nüchtern spätklassizistischen Ziegelbau von 1825 bis 1827. Carl August Wilhelm Lohmeyer bereicherte den Bau 1867 durch einen schlanken neogotischen Westturm. Die einheitliche Erstausstattung, zu der auch die Werkstattkopie eines Rubens-Gemäldes mit der Beweinung Christi durch Maria und Johannes gehört, ist noch komplett vorhanden. Das vielleicht von dem Rubensschüler Anthonis van Dyck auf Holz gemalte Altarbild zeigt die ungewöhnliche Geste, wie Maria einen einzelnen Dorn aus dem Kopf Christi herauszieht. Eine dendrochronologische Untersuchung hat unumstritten ergeben, dass es sich um eine zeitgenössische Kopie des Rubens-Gemäldes handelt, das im Kunsthistorischen Museum in Wien hängt und mit dem es schon verwechselt wurde.

Bekanntheit erlangte die weithin sichtbare St. Nikolaikirche durch die Abbildung Hohenhorns auf dem Zehnmarkschein, der Johann Carl Friedrich Gauß gewidmet war. Das Triangulationsnetz, das bis an die Nordseeküste reichte, war auf dem Zehnmarkschein abgebildet. Der Vermessungspunkt befindet sich heute noch an der Kirchenwand.

Letzte Änderung am Freitag, 07 Oktober 2016 16:49

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