Freitag, 14 Oktober 2016 13:31

700.000 Euro Verlust im Amt Hohe Elbgeest durch leerstehende Asylunterkünfte

Der Neubau in Kröppelshagen mit neun Wohnungen ist Anfang 2017 bezugsfertig und steht dem Amt Hohe Elbgeest für die Unterbringung zur Verfügung. Der Neubau in Kröppelshagen mit neun Wohnungen ist Anfang 2017 bezugsfertig und steht dem Amt Hohe Elbgeest für die Unterbringung zur Verfügung. Foto: Amt Hohe Elbgeest

Dassendorf (LOZ). Ab Anfang 2015 bereitete sich das Amt Hohe Elbgeest auf Weisung des Landes Schleswig-Holstein auf die Zuweisung von über 600 Geflüchteten in das Amtsgebiet bis Ende des Jahres 2016 vor. Immobilien wurden erworben, Wohnraum angemietet, Container errichtet. Bis Ende September kamen 99 Asylbewerber in die zehn Amtsgemeinden, werden dort von ehrenamtlichen Helfern in ihrer neuen Umgebung begleitet. Das Amt Hohe Elbgeest hat die AWO Interkulturell mit der hauptamtlichen Betreuung der Asylsuchenden in den dezentralen Unterkünften beauftragt.

Aktuell leben 264 Personen aus unterschiedlichen Herkunftsländern in den Amtsunterkünften, unter ihnen 37 anerkannte Flüchtlinge. Sie könnten sich eigene Wohnungen suchen, finden aber keinen bezahlbaren Wohnraum, so dass sie als Obdachlose in den Amtsunterkünften untergebracht sind.

„Bis heute wurde die Prognose von 600 unterzubringenden Asylsuchenden offiziell nicht zurückgenommen“, erläuterte die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow im Amtsausschuss. Die aktuelle Lage erlaubt es nicht, alle Leerstände umgehend aufzulösen. „Es kommen vermehrt nachziehende Familien zu uns, die wir unterbringen müssen. Außerdem haben wir die teilweise beengten Belegungen entzerrt. 40 Umzüge haben dafür gesorgt, dass die Asylsuchenden gut und menschenwürdig untergebracht sind.“

Im März 2016 hat der Amtsausschuss Standards in der Unterbringung beschlossen, an deren Umsetzung die Verwaltung intensiv arbeitet. „Dafür war eine umfassende Bestandsaufnahme nötig, die jetzt abgeschlossen ist“, so Brigitte Mirow. Nun werden Maßnahmen beraten, um den Wohnraum oder das Außengelände so zu gestalten, dass Wohngruppen oder Familien in den Unterkünften wohnen können.

„Die Amtsgremien werden auch darüber beraten, welche Mietverträge nicht verlängert werden oder ob Immobilien verkauft werden können, da sie nicht mehr für Amtsunterbringungen benötigt werden“, erläutert LVB Brigitte Mirow. Leerstandskosten von 700.000 Euro belasten den Amtshaushalt, die derzeit weder von Kreis, Land oder Bund übernommen werden. Eine Erhöhung der Amtsumlage könnte im Haushaltsjahr 2017 nötig werden, wenn die Leerstandskosten nicht anders refinanziert werden können, die viele Kommunen im vergleichbaren Umfang belasten.

„Die Amtsverwaltung hat zusammen mit den Amtsgremien und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern unter Hochdruck sehr gute Arbeit geleistet bei der Unterbringung und Betreuung der uns zugewiesenen Schutzsuchenden“, unterstreicht Amtsvorsteherin Martina Falkenberg. „Diese Vorsorge für menschenwürdige Unterkünfte ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wesentlich von der Bundespolitik bestimmt wird. Diese Kosten dürfen nicht die ohnehin unterfinanzierten kommunalen Haushalte belasten.“

Letzte Änderung am Freitag, 14 Oktober 2016 18:32
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