Donnerstag, 29 Dezember 2016 09:43

Wenn das Silvesterfeuerwerk zum Ohrenknaller wird

Damit die Silvesternacht nicht den Ohren schadet: Hörschutz tragen oder Abstand halten. Damit die Silvesternacht nicht den Ohren schadet: Hörschutz tragen oder Abstand halten. Foto: hfr

AOK empfiehlt Abstand halten

 

Geesthacht (LOZ). Während es Weihnachten eher besinnlich zugeht, wird der Jahreswechsel traditionell von viel Lärm begleitet. Die farbenprächtigen Feuerwerke am Nachthimmel sind kaum zu übersehen und schon gar nicht zu überhören. Allerdings erleiden jährlich etwa 8.000 Menschen in Deutschland ein sogenanntes Knalltrauma zum Jahreswechsel, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. „Bei einem Knalltrauma wird das Innenohr durch ein plötzliches, sehr lautes, nur wenige Millisekunden dauerndes Geräusch verletzt“, so AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Wenn ein Feuerwerkskörper in weniger als zwei Metern Entfernung explodiert, wirken auf die Ohren Schallimpulse von mehr als 150 Dezibel. Das ist lauter, als wenn ein Düsenjet in 25 oder 30 Metern Entfernung startet. „Die Schwelle, ab der das Gehör Schaden nehmen kann, liegt aber schon bei einer Dauerbeschallung von mehr als 85 Dezibel“, so Bojens. Ein Knalltrauma kann auch ausgelöst werden durch eine am Ohr abgefeuerte Pistole, durch einen Airbag, einen Schlag aufs Ohr oder sogar durch eine fest zuschlagende Tür.

Durch diese extremen Schalldruckpegel können Teile der Hörschnecke im Innenohr geschädigt werden. Die Hauptsymptome sind anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit. Die Betroffenen haben vor allem Probleme bei der Wahrnehmung hoher Frequenzen. Sie hören Klingeltöne und hohe Stimmen deutlich schlechter als zuvor. Das Ohr fühlt sich wie verstopft an, dazu können stechende Schmerzen im Ohr oder Schwindel kommen. Je nach Auslöser sind eines oder beide Ohren betroffen.

Klingen die Symptome nicht innerhalb weniger Stunden ab, sollten die Betroffenen unbedingt einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen, weil sonst bleibende Schäden die Folge sein können. Zu den therapeutischen Möglichkeiten gehören vor allem Infusionen mit Kortison, die zunächst hochdosiert verabreicht und dann langsam reduziert werden. Je früher die Therapie beginnt, desto besser. Die Prognose ist in den meisten Fällen gut, die Symptome bilden sich häufig im Laufe von einigen Wochen wieder zurück.

Ohren kann man nicht zuklappen. „Der beste Schutz für das Gehör ist deshalb, ausreichend Abstand zu Böllern und Raketen zu halten“, so Bojens. Liebhaber großer Feuerwerke sollten besser einen Gehörschutz tragen. Ohrstöpsel sind in Drogerien, Baumärkten, Apotheken oder auch in Musikgeschäften erhältlich. Besonders komfortabel ist es, sich passgenaue Stöpsel beim Hörakustiker anfertigen zu lassen.

Letzte Änderung am Donnerstag, 29 Dezember 2016 10:01
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