Samstag, 31 März 2012 15:24

Girls` und boys` day am 26. April im Rathaus Zukunftstag für Mädchen und Jungen

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Geesthacht und die Gleichstellungsbeauftragten der Schulen rufen Mädchen und Jungen, Einrichtungen, Betriebe und Behörden auf den 26. April zu nutzen

Jugendliche S. Hofschlaeger pixelio.de

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Geesthacht(LOZ). Viele junge Frauen bringen eine gute Schulbildung und eben solche Ausbildungs- und Studienabschlüsse mit. Aber bei der Wahl ihres Berufes greifen sie immer weiter auf die tradier-ten Bereiche Dienstleistung, Pflege, Erziehung zurück. Die Berufsfindung der heutigen Mäd-chengeneration berücksichtigt immer noch ganz selbstverständlich Vereinbarkeit von Fami-lien- und Erwerbsarbeit mit. Frauen gehen weiterhin in Elternzeit, nehmen Rückschritte in der beruflichen Qualifikation hin. Berufe aus dem Erziehungs- und Pflegesektor sind immer noch Frauendomäne genauso wie Serviceberufe. Sorgearbeit ist fest in Frauenhand und stellt im Berufsleben keine anzuerkennende Qualität dar. 

Obwohl diese Berufe hohe Anforderungen an Qualität, Flexibilität, soziale Kompetenz und Belastbarkeit stellen, haben sich in Tarifverträgen Kriterien wie soziale Kompetenz im-mer noch nicht als Bewertungsmerkmal durchgesetzt und werden den „typisch“ männlichen Tätigkeiten bei der Bewertung nicht gleichgestellt.

Folge 
Das spätere Einkommen von Frauen ist häufig deutlich geringer. Hinzu kommt die Inan-spruchnahme von Elternzeit oder Teilzeittätigkeit, sodass bei unserer heutigen Steuerpolitik und dem unflexibleren Einsatz von Frauen auch das Einkommen meist wesentlich geringer als das der Männer. Frauen in Familienarbeit müssen heute rund ein Vierteljahr länger arbeiten als Männer, um das gleiche Jahreseinkommen zu erreichen.  

Mädchen nutzen immer noch nicht die ganze Bandbreite des Berufsspektrums aus. In Betrie-ben fehlen Frauen gerade im MINT-Berufen (= Mathematik, Information, Naturwissen-schaften und Technik). Inzwischen fehlt zunehmend qualifizierter Nachwuchs.

Ziel des Girls`day ist es Mädchen verstärkt auf diese Arbeitsfelder aufmerksam zu machen sowie die Öffentlichkeit und Wirtschaft auf Qualitäten von Mädchen aufmerksam zu machen. Die Städtischen Betriebe bieten Plätze beim Abwasserbetrieb und in den übrigen Gewerken der Städtischen Betriebe. Auch im Rathaus sind verschiedene Bereiche vertreten.

In diesem Jahr öffnen zum ersten Mal Bürgermeister Herr Dr. Volker Manow und die  1. Stadträtin Frau Maren Marquardt ihr Büro für Schülerinnen. Das ist sehr wichtig, weil Frau-en im Gegensatz zu Männern in Führungspositionen und politischen Ämtern immer noch nicht in gleichem Maße präsent sind.

Bei den Jungen ist es genau umgekehrt. Von daher setzt das Projekt dort an, wo Jungen die Chance geboten wird sich mit tradierten Rollenmustern auseinander zu setzen. Die klassi-sche Rollenteilung sieht auch im 21. Jahrhundert in den meisten Fällen immer noch so aus, dass im Falle der Familiengründung die Frau zuhause bleibt und die Männer ihren Frauen die  Familienarbeit überlassen. Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit sollen aber auch Jungen ganz selbstverständlich in ihre Lebensplanung mit einbeziehen.

Aufgabe des boys`day ist es Jungen auf Tätigkeiten im sozialen Bereich als Erzieher in Kin-dertagesstätten, in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen als Pfleger, aufmerksam zu machen. Auch viele andere Bereiche bieten sich an: Fachangestellte in medizinischen Beru-fen, Kosmetiker, Frisör, Florist...

Unsere Gesellschaft  braucht mehr Männer in Erziehung, Schule und Pflege. Das Senioren-zentrum am Katzberg, die Kindertagesstätten der Stadt Geesthacht, die Stadtbücherei bieten Plätze für Jungen an.

Auch Firmen mit überwiegend weiblichem Personal sollen den boys`day mit Angeboten in für Jungen "untypischen" Bereichen unterstützen; eben nicht in IT, Betriebshof und technikna-hen Bereichen. Der boys´day ist kein Berufsfindungstag, sondern soll den Blick der heutigen Jungengeneration auf für sie bisher nicht untypische Bereiche lenken. Gleichstellung in Fa-milien- und Erwerbsarbeit kann nur dann erreicht werden, wenn beide Geschlechter sich an beidem beteiligen. 

Gesellschaftlich ist aber nicht nur die Bereitschaft der Mädchen und Jungen und der Instituti-onen und Betriebe von Bedeutung. Eine auf die heutige Erwerbswelt abgestimmte Kinder-betreuung, gebundene Ganztagsschulen, familienfreundliche Kommunen, familienfreund-liche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sind notwendig, um verlässliche Angebote zur Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit für beide Geschlechter zu bieten. Sie erhöhen den Standortfaktor eines Betriebes und einer Stadt. Eine höhere Beteiligung von Vätern bei der Familienarbeit, existenzsichernde Einkommen und sozialversicherungspflichtige Arbeits-plätze für Frauen und Männer sind weitere Kriterien.

Informationen zum girls´day im Internet unter www.girlsday.de

Informationen im Internet unter www.boysday.de

Letzte Änderung am Samstag, 07 April 2012 17:24
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