Montag, 15 April 2013 12:22

Girls` und boys` day am 25. April 2013

 Ausbildung Dieter Schütz pixelio.de 

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

 

Geesthacht (LOZ). Es ist wieder soweit! Der Girls` day geht in die zehnte und der boys` day in die dritte Runde. Auch in diesem Jahr sind wieder Behörden, Firmen, Einrichtungen, Werkstätten aufgefordert Mädchen sowie Jungen die Möglichkeit zu geben in für sie bisher "ungewöhnliche" Arbeitsbereiche reinzuschnuppern.

Warum ein Zukunftstag für Mädchen?

Viele junge Frauen bringen eine gute Schulbildung und eben solche Ausbildungs- und Studienabschlüsse mit. Aber bei ihrer Berufswahl greifen sie immer weiter auf die tradierten Bereiche Dienstleistung, Pflege, Erziehung und Service zurück.

Die heute Mädchengeneration berücksichtigt bei der Wahl ihres Ausbildungsberufes immer noch ganz selbstverständlich Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit mit. Die Folge ist, dass Frauen weiterhin in größerem Maße Elternzeit in Anspruch und somit Rückschritte in ihrer beruflichen Qualifikation in Kauf nehmen. Sorgearbeit ist also weiterhin fest in Frauenhand und stellt im Berufsleben keine anzuerkennende Qualität dar.

Obwohl die  „typischen“ Frauenberufe hohe und ständig steigende  Anforderungen an Qualität, Flexibilität, soziale Kompetenz und Belastbarkeit stellen, haben sich in Tarifverträgen Kriterien wie soziale Kompetenz immer noch nicht als Bewertungsmerkmal durchgesetzt.

Im Gegensatz zu den „typisch“ männlichen Tätigkeiten  sind sie schlechter bezahlt. Die Folge ist ein deutlich geringeres Einkommen für Frauen, verstärkt durch Aspekte wie Elternzeit oder Teilzeittätigkeit, hat zur Folge, dass Frauen heute durchschnittlich drei Monate länger als Männer arbeiten müssen, um das gleiche Jahreseinkommen zu erreichen.

Mädchen nutzen also immer noch nicht die ganze Bandbreite des Berufsspektrums aus. In vielen Branchen fehlt gerade in technischen und techniknahen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs und somit Fachkräfte.

Ziel des Girls`day ist es Mädchen verstärkt auf diese Arbeitsfelder aufmerksam zu machen sowie den Fokus aller gesellschaftlichen Bereiche, der Öffentlichkeit und Wirtschaft auf das Potenzial von Mädchen zu richten.

Warum ein Zukunftstag für Jungen?

Genau umgekehrt ist es bei der Berufswahl von Jungen. Ziel des boys`day ist es mehr Männer in Erziehung, Schule, Pflege und Service zu bringen. Diese Bereiche bieten interessante, qualifizierte Berufe und Entwicklungsmöglichkeiten an und werden von Jungen ebenso wenig gewählt wie techniknahe oder technische Berufe von Mädchen.

Ein Aspekt, um Gleichstellung zu leben, ist es, die Notwendigkeit Bereiche wie Sorge- und Pflegearbeit für beide Geschlechter zu öffnen. Immer häufiger wird der Ruf nach „Mehr Erzieher in Kitas“ statt, um auch hier einen Ausgleich zwischen den Geschlechtern und Identifikation mit beiden zu bieten.

Gesellschaftlich ist aber nicht nur die Bereitschaft der Mädchen und Jungen und der Institutionen und Betriebe von Bedeutung. Auch die Rahmenbedingungen müssen angepasst werden. Eine auf die heutige Erwerbswelt abgestimmte Kinderbetreuung, gebundene Ganztagsschulen, familienfreundliche Kommunen und  Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind notwendig, um verlässliche Angebote zur Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit für beide Geschlechter zu bieten. Sie erhöhen den Standortfaktor eines Betriebes und einer Kommune.

Väter sollen sich genauso selbstverständlich wie Frauen an Familienarbeit und Elternzeit beteiligen. Existenzsichernde Einkommen für beide Geschlechter und die Erhöhung des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, das Wegkommen von Dumping-Löhnen  sind weitere Kriterien, um Gleichstellung voran zu bringen und Altersarmut zu vermeiden.

Die Zukunftstage für Mädchen und Jungen sind ein Appell an alle Personalverantwortlichen am 25. April jungen Menschen die Möglichkeit in Ihre Einrichtungen, Büros, Werkstätten, Behörden, Pflegeeinrichtungen, Kitas, Redaktionen… hineinzuschnuppern.

Auf der jeweiligen Internetseite www.girlsday.de und www.neue-wege-für-jungs.de können sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Angebote suchen als auch diejenigen, die Plätze anbieten, ihr Angebot einstellen und  Informationen erhalten.

Letzte Änderung am Montag, 22 April 2013 12:28
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