Dienstag, 24 September 2013 15:16

Männer meiden Früherkennungsuntersuchungen

Nur jeder 5. Mann im Kreis Herzogtum Lauenburg nutzt Vorsorge

 

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Zu wenige Männer nutzen die Chance der Früherkennung. Foto:AOK/hfr

 

Geesthacht (LOZ/wre). Die Männer im Kreis Herzogtum Lauenburg bleiben Vorsorgemuffel. Sie gehen erst zum Arzt, wenn sie wirklich krank sind. Vorsorge ist für sie tabu. So war im vergangenen Jahr im Herzogtum nur etwa jeder 5. Mann über 45 Jahren (18,3 Prozent) bei der Krebs-Früherkennung. Bei den Frauen hingegen lag der Anteil deutlich höher. Hier nutzen immerhin 38,3 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. “Wir appellieren an alle Männer im Herzogtum, es den Frauen gleich zu tun und die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen zu nutzen Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.”, sagt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Es ist wirklich paradox: Wenn es um das eigene Auto geht, sind Männer sehr gewissenhaft: Inspektionen, Pflege, Reparaturen – all das ist selbstverständlich. Bei der eigenen Gesundheit sind Männer hingegen leichtsinnig. Nach wie vor meiden sie den Gang zum Arzt. Die Früherkennungsuntersuchungen sind vielen Männern unangenehm oder sie machen sich keine Gedanken darüber. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden auf jeden Fall aus. “Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Bojens.

Die Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist bei Männern rückläufig. Nutzten bei den Männern im Jahr 2011 insgesamt 18,5 Prozent das Angebot, waren es im vergangenen Jahr nur 18,3 Prozent. Bei den Frauen gingen 38,8 Prozent (2011) bzw. 38,3 Prozent (2012) zur Krebsvorsorge.

Dabei sind die Zahlen alarmierend: Nach Aussagen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2010 mehr als 18.000 Neuerkrankungen und über 7.500 Todesfälle im nördlichsten Bundesland erfasst. Mediziner und gesetzliche Krankenkassen weisen immer wieder darauf hin, dass Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung Leben retten können. Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs-erkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastunterrsuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können – im Abstand von mindestens zehn Jahren – zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden, oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest.

Letzte Änderung am Dienstag, 01 Oktober 2013 16:44
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