Donnerstag, 10 Oktober 2013 15:00

Warnung vor „Kaffeefahrt“

Stadt Geesthacht: „Fahren Sie bitte NICHT am 21. Oktober 2013 mit zu den angeblichen Gewinnübergaben“

 

Vorsicht Falle Axel Hoffmann pixelio.de

Foto: Axel Hoffmann / pixelio.de

 

Geesthacht (LOZ/tba). Bunte Einladungsbriefe sind in den letzten Tagen durch das Eventbüro „Feinkostkette“ an Haushalte in der Stadt Geesthacht verschickt worden. Die Empfänger werden am 21. Oktober 2013 zu einer „Fahrt mit Gewinnübergabe“ – also Kaffeefahrt, auch wenn es nicht so genannt wird – eingeladen. Den Adressanten dieser Einladungen wird zum Gewinn eines Barbetrages über 500,00 Euro  gratuliert sowie ein Sonnenurlaub auf Kosten des Veranstalters, ein Fernseher und weitere Gewinnausschüttung (Lebensmittel) versprochen.  „Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen jemand einen angeblichen Gewinn anlässlich einer Fahrt übergeben will. Dann nämlich erwartet Sie voraussichtlich eine der berühmten Kaffeefahrten“, sagt der Pressesprecher der Stadt Torben Heuer.

In fast allen Einladungen, so auch im vorliegenden Fall, sind die Firmen-Angaben frei erfunden und lediglich Postfach-Adressen als Absenderangabe genannt. Die Verantwortlichen sind nicht dingfest zu machen. Täuschung und Irreführung beginnen damit schon bei den Absenderangaben.

Die Briefeschreiber wecken  den Eindruck, dass es teure Geschenke gibt. Von „Digitalkameras“ und „DVD-Playern“ über Porzellan bis hin zu Reisegutscheinen und Bargeld reichen die angeblich kostenlosen Gaben bzw. angeblichen „Haupt-Preis-Gewinne“.

Der Bundesgerichtshof hat im Jahr 2002 in einem Prozess gegen einen Kaffeefahrten-  Unternehmer festgestellt, dass dieser pro eingesetzten Bus mindestens 1.500 Einladungen  verschickt hat. Ein Aussteiger aus der Kaffeefahrten-Branche berichtete in der SAT1-  Sendung Akte 08/45 am 4. November 2008, dass sogar bis zu 8.000 Einladungen  verschickt werden, um rund 70 Teilnehmer zu gewinnen.

Das bedeutet: Kaffeefahrten-Unternehmer versprechen mindestens 1.500 Mal – pro Bus –   die gleichen Gewinne und Geschenke. Die Kosten dafür gehen in die hunderttausende  Euro oder sogar in die Millionen. Glauben Sie das wirklich? Wovon soll das Unternehmen leben, das seine wahre Identität vor Ihnen aber auch vor den Behörden und der Polizei  verschleiert? Vom Verschenken sicherlich nicht.

In den Einladungen ist nur selten angegeben, was verkauft wird und wenn, stimmt es oft nicht.

Die Einladungen gehen erkennbar oft an Haushalte, in denen ältere Menschen leben. Offenbar ist diese Zielgruppe besonders leicht zu Käufen vollkommen überteuerter oder nutzloser Produkte zu bewegen. Nicht selten nutzen die Verkäufer den angeschlagenen Gesundheitszustand ihrer Gäste schamlos aus.

Verkaufsveranstalter und Kaffeefahrten-Unternehmer verstoßen oft gegen sämtliche Vorschriften, die es dazu gibt. Die stehen im § 56a der Gewerbeordnung (GewO) und verbieten, Gewinne, Geschenke oder Verlosungen zu versprechen. Entspricht die Einladung den gesetzlichen Anforderungen nicht, kann die Behörde die Veranstaltung unterbinden. Je nach Einzelfall können die Taten, die im Rahmen von Kaffeefahrten von den Veranstaltern begangen werden, auch die Tatbestände der strafbaren Werbung und sogar des Betruges erfüllen.

Daran erkennt man ordnungsgemäße Veranstaltungen, teilt Torben Heuer mit:

Der Absender ist einwandfrei mit vollständiger Adresse, Vor- und Nachnamen oder Firma  sowie Straße und Hausnummer angegeben.

Es werden keine Geschenke, Gewinne, Verlosungen versprochen.

Es wird deutlich und klar auf die Produkte hingewiesen, die gekauft oder bestellt werden können.

Die Veranstaltung ist bei der für den Veranstaltungsort zuständigen Behörde angezeigt und nicht beanstandet worden.

Vergleichen Sie bitte diese Merkmale mit den Ihnen vorliegenden Einladungen, dann werden Sie feststellen, dass es ordnungsgemäße Einladungen und damit verknüpft, ordnungsgemäße Veranstaltungen praktisch nicht gibt! 

In der Stadt Geesthacht werden alle hier bekannt werdenden Verkaufsveranstaltungen kontrolliert und ggf. untersagt, damit hier keine betrügerischen Veranstaltungen stattfinden können. Gegen die Veranstalter können Ordnungswidrigkeitsverfahren durchgeführt, manchmal Strafanzeigen erstattet werden.

Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Oktober 2013 13:41
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