Montag, 04 November 2013 11:09

Stolpersteine für Geesthacht

Informations- und Diskussionsveranstaltung am 14. November um 19.30 Uhr im GeesthachtMuseum!

 

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Stolperstein von Wilhelm Tiedemann. Wilhelm Tiedemann stammte aus Geesthacht, der Stein wurde jedoch in Hamburg verlegt, weil sich dort sein letzter frei gewählter Wohnsitz befand. Foto: hfr/Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg

 

 

Geesthacht (LOZ). Am 13. September 2013 beschloss die Ratsversammlung, das Projekt „Stolpersteine für Geesthacht“ einzuleiten. Nun soll eine Informationsveranstaltung über das Projekt berichten, und lädt auch zur Diskussion ein.

 

Informations- und Diskussionsveranstaltung

Am 14. November 2013, 19.30 Uhr, im GeesthachtMuseum! Krügersches Haus findet auf Einladung des Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Geesthacht, und des Museums Geesthacht eine Informationsveranstaltung über das Projekt „Stolpersteine“ statt. Referentinnen sind Signe Schuster, die über den Forschungsstand in Geesthacht berichten wird, und Hildegard Thevs, Mitautorin von drei Hamburger Stadtteilbroschuren, die sich mit dem Projekt „Stolpersteine“ befassen. Die Broschüren sind von der Hamburger Zentrale für politische Bildung herausgegeben worden.

Was sind Stolpersteine?

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die während der national-sozialistischen Gewaltherrschaft ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Die mittlerweile rund 42.500 Steine finden sich nicht nur in Deutschland, auch in 15 weiteren europäischen Ländern hat das Projekt Fuß gefasst.

Demnigs Intention ist unter anderem, den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben. Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen zu lesen, soll auch eine symbolische Verbeugung vor den Opfern sein. Außerdem soll die Markierung der Tatorte häufig mitten in dicht besiedelten Bereichen die von einigen Zeitzeugen vorgebrachte Schutzbehauptung in Frage stellen, wonach man von den Deportationen nichts mitbekommen haben will.

Seit ihrer Gründung in den 1980er Jahren haben Stadtarchiv und Museum in Zusammenarbeit mit dem lokalen Geschichtsverein das Schicksal der zahlreichen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Geesthacht erforscht und durch Publikationen, Ausstellung und Vorträge dargestellt. Von dieser Forschungsarbeit ausgehend, wird das Projekt in den kommenden Jahren umgesetzt.

Finanzierung

Finanziert werden die Stolpersteine durch private Spenden (Patenschaft). Ein Stein kostet inklusive Verlegung 120 Euro.

Aktionen gegen Stolpersteine

Rechtsextremistische Gruppierungen haben wiederholt (z.B. in Greifswald und Wismar) Stolpersteine als Provokation empfunden und sie entweder zerstört oder "umgewidmet". Die Entscheidung, auch in Geesthacht Stolpersteine zu verlegen, ist nicht nur ein Akt der Vergangenheitsbewältigung, sondern ein hoch aktuelles Zeichen gegen rechts.

Letzte Änderung am Montag, 11 November 2013 11:13
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