Samstag, 09 November 2013 11:01

Geesthachter Ratsversammlung diskutiert über Wohngebiete und die Zukunft des Seniorenzentrums

 

wre ratsversammlung geesthacht kw 45-13

Foto: W. Reichenbächer

 

Geesthacht (wre). Mit 17 Tagesordnungspunkten gingen die Geesthachter Vertreter gestern Abend in die Versammlung. Während einige Punkte schnell durchgewinkt wurden, meist waren es Abstimmungen über Ausgaben, gab es bei Themen rund um den Wohnungsbau und die Seniorenanlage am Katzberg mehr Diskussionsbedarf.

Darlehn für die Wohnungsgesellschaft

Bevor die Sitzung aber richtig losgehen konnte, mussten auch schon wieder alle Zuhörer den Saal verlassen. In nichtöffentlicher Sitzung würde über ein Darlehn für die Wohnungsgesellschaft Geesthacht GmbH (WoGe) beraten. Diese benötigt Gelder, um Grundstücke aufkaufen zu können. Die Ratsversammlung stimmte dem Antrag zu, der WoGe 2 Millionen Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

Baugebiet „Finkenweg-Nord“

Die Fraktion der CDU stellte einen Antrag, wo die Verwaltung aufgefordert wurde, einen Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet vorzubereiten. Thomas Markwart (CDU) stellte diesen Antrag vor, und erläuterte, warum man dort weitere Wohnbebauung haben möchte. „Es besteht unverändert eine Nachfrage nach Bauland in Geesthacht“, so Markwart. Die anschließende Diskussion nahm dann aber einen anderen Verlauf, als von der CDU geplant.
Denn es stellte sich heraus, dass es bereits einen entsprechenden Beschluss gibt. „Ich weiß nicht, in welche Schublade ich den Antrag stecken soll. Fällt das jetzt unter ‚doppelt besser‘?“, stellte Kathrin Wagner-Bockey (SPD) die Frage an die CDU. Bereits am 28. Januar 2008 wurde ein Beschluss zu dem Thema gefasst. Wagner-Bockey nutze dann aber auch gleich die Gelegenheit, um klarzustellen, warum die SPD gegen einen weiteren Ausbau ist. Darin erklärte sie, dass bereits 2011 36 Prozent der Geesthachter über 65 Jahre alt waren. 2030 sollen es 56 Prozent sein. „Es ist heute schon so, dass viele Geesthachter Ehepaare, deren Kinder aus dem Haus sind, in Einzelhäusern leben. Und diese Paare gern ihre Häuser verkaufen würde, um näher an der Innenstadt eine Wohnung zu beziehen“, führte Kathrin Wagner-Bockey aus. Als weiteres Argument führte sie auf, dass es Überlegungen gibt, das Gewerbegebiet Mercatorstraße auszuweiten. „Das verringert die Attraktivität weitere Wohnbebauung.“
Ali Demirhan (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass die Grünen bereits 2009 eine Auflösung des Aufstellungsbeschlusses gefordert hätten. „Wir haben da für 1,2 Millionen Euro Steuergelder für Ackerland verschleudert“, so Demirhan. Die Fläche sei inzwischen deutlich weniger Wert.
Karsten Steffen (CDU) entgegnete, es sei eine Investition in die Zukunft gewesen. „Es wird Geld verschleudert, weil dort nicht gebaut wird“, so Steffen.
Nach der Diskussion zog die CDU ihren Antrag zurück, da bereits vor über fünf Jahren darüber entschieden wurde.
Ironisch sagte dann auch Bürgervorsteher Samuel Walter Bauer: „Schönen Dank, dass wir mal wieder darüber geredet haben“, und ging zum nächsten Tagesordnungspunkt über.

Wie geht es mit dem Seniorenzentrum an Katzberg weiter?

Seit Jahren belastet das Seniorenzentrum den Stadthaushalt. Immer wieder müssen hohe Defizite ausgeglichen werden. Auch ist ein Sanierungsstau entstanden. Weitere Gelder sind nötig. Die Ratsversammlung hatte darüber abzustimmen, ob weiter nach einem Investor gesucht werden soll. Die Ratsversammlung stimmte dem zu, allerdings soll eine Option offengehalten werden, das Zentrum weiterhin in städtischer Hand zu halten. Dafür müssten dann entsprechend Gelder bereitgestellt werden.
Genehmigt wurde auch der Jahresabschluss 2012 für das Seniorenzentrum. Das Zentrum hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 285.117,57 Euro gemacht. Auch für die nächsten Jahre seien keine Gewinne zu erwarten.

Mehr Geld für das Theater

Beraten wurde über einen Zuwendungsvertrag, der höhere Zuschüsse für das kleine Theater Schillerstraße (kTS) beinhaltet. Bisher wurden jährlich 290.000 von der Stadt als Betriebskostenzuschuss gezahlt. Künftig werden 320.000 Euro an das Theater überwiesen. Die Gelder sollen ausschließlich zur Deckung der Betriebskosten zur Verfügung gestellt werden. Allerdings wird im Vertrag eingeräumt, dass nicht verbrauchte Gelder nicht an die Stadt zurückgehen sollen, oder im Folgejahr ebenfalls nicht angerechnet werden sollen.
Zusätzlich zu den Betriebskostenzuschüssen erhält das Theater Investitionszuschüsse. Dies betragen für 2014 159.000 Euro, 2015 148.000 Euro. 2016 107.000 Euro und 2017 47.000 Euro. Die 461.000 Euro sollen für Projektoren, Bestuhlung und technisches Gerät verwendet werden. Dort sieht der Vertrag allerdings vor, dass nicht verbrauchte Gelder zurückzuzahlen sind.

Letzte Änderung am Samstag, 16 November 2013 11:55
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