Montag, 18 November 2013 11:30

Katholik erhält Ansgarkreuz der Nordkirche

 

hfr Kirchweih Schlingemann kw 47-13

Helmuth Schlingemann zur Feier von 185. Jahre Kirchweih St. Nikolai am 1. April 2012. Der Ansgarkreuz-Preisträger fand Hintergründe zum Altarbild der Kirche heraus. Foto: hfr

 

Hohenhorn (LOZ). Das Ansgarkreuz ist ein Dankzeichen der evangelischen Nordkirche. Jetzt wird es einem Mitglied der Katholischen Kirche verliehen: Am 8. Dezember 2013 (2. Advent), erhält Helmuth Schlingemann die Auszeichnung von Pröpstin Frauke Eiben um 10 Uhr in der Hohenhorner Kirche überreicht. Im Anschluss an den Gottesdienst ist die Ausstellung zu den Schäden in der Kirche St. Nikolai und zum Altarbild geöffnet.

Schlingemann, der in Börnsen wohnt, hat sich in der Kirchengemeinde Hohenhorn und insbesondere um die St. Nikolai-Kirche verdient gemacht: „Er machte sich als Heimatforscher mit großem Interesse mit der Kirchengeschichte vertraut“, erzählt Pastorin Christel Rüder. Besonders die Aufarbeitung der Geschichte des Kirchspiels Hohenhorn als kirchlicher Mittelpunkt der Dörfer Wohltorf, Wentorf, Börnsen, Escheburg, Fahrendorf und Besenhorst, seine Recherchen zum Altarbild von St. Nikolai, die Entdeckung von Bauschäden an der Kirche und die intensive Begleitung von Bauvorhaben wie aktuell der Umbau des Pastorats in Börnsen hätten Schlingemann unentbehrlich für die Kirchengemeinde gemacht. Und Schlingemann mache sich zudem für die Kirchenmusik stark – mit finanziellem und praktischem Engagement.

Der Architekt im Ruhestand bezeichnet sein Engagement als „normale ehrenamtliche Tätigkeit“: „Es gibt Leute in der Gemeinde, die sehr viel mehr tun“, sagt Schlingemann bescheiden. „Ich bin sehr dankbar dafür, im Bauausschuss sein zu dürfen. Als passionierter Heimatforscher konnte ich so vieles über die Baugeschichte von Hohenhorn und St. Nikolai herausfinden“. Es sei faszinierend für den 75-Jährigen gewesen, im Kirchenarchiv zu forschen. Dabei habe er auch entdeckt, dass es in St. Nikolai Bauschäden gibt, die 60 Jahre „vergessen“ wurden. Dass Helmuth Schlingemann jedoch nicht nur „denkerische Leistungen“ erbringe, betont Christel Rüder: „Er packt mit an, zum Beispiel bei den momentanen Erdarbeiten rund um die Kirche. Er putzt, er fegt, er saugt. Er bringt sich mit Herz und Seele ein. Wenn jemand das Ansgarkreuz verdient hat, dann er“. Die Worte der Pastorin sind mit tiefstem Respekt für den Ansgarkreuz-Preisträger gefüllt: „Helmuth Schlingemann ist ein Katholik im besten Sinne. Er ist ein Christ durch und durch, Menschlickeit hat bei ihm oberste Priorität. Ohne seine Freundlichkeit und Heiterkeit wären wir als Kirchengemeinde nicht so weit gekommen, wie wir es heute sind. Er liebt die Menschen und die Kirche – egal welcher Konfession.“

Helmuth Schlingemann, der der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara Geesthacht angehört, findet es völlig normal, sich für eine evangelische Kirchengemeinde stark zu machen. „Gut, vor 50 oder 100 Jahren wäre dies noch undenkbar gewesen. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heute ist es möglich, moderne Ökumene ganz praktisch zu leben“. Der Vater von zwei Söhnen und Großvater zweier Enkelkinder wurde in Westfalen geboren, zog mit seiner Familie im Alter von nur vier Wochen nach Detmold und wuchs dort als Katholik in der „Hochburg der Lutheraner“ auf. „Ich war von Beginn an der einzige Katholik in der Schule und somit schon ganz früh in der Diaspora“, witzelt Schlingemann. „Der Trennungstrich zwischen katholisch und evangelisch muss im Alltag gar nicht mehr sein. Im Gegenteil. Das Erzbistum Hamburg arbeitet eng mit evangelischen Kirchengemeinden zusammen. Darüber freue ich mich“. Der Preisträger geht sonntags mit seiner Frau auch in die Gottesdienste in St. Nikolai Hohenhorn und die Heilig-Kreuz-Kirche in Börnsen, da es einfach praktisch sei: „Die Kirche ist einfach näher und ich treffe viele Leute, mit denen schnell etwas Wichtiges abgesprochen werden kann.“

Der Preisträger arbeitete viele lange Jahre für den berühmten Hamburger Architekten Cäsar Pinnau, der das pompöse Haus des Milliardärs Onassis (auf der griechischen Insel Skorpios) entwarf oder auch den Olympic Tower in New York an der Fifth Avenue. Nach der Zeit bei Pinnau zog Helmuth Schlingeman nach Bergedorf, später nach Börnsen.

Letzte Änderung am Montag, 25 November 2013 15:07
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