Freitag, 22 November 2013 17:06

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“

Aktion in der Fußgängerzone am 25. November in der Zeit von 10 bis 12 Uhr

 

pix gewalt gegen frauen Gabriele Remscheid pixelio de

Foto (nachgestellte Szene): Gabriele Remscheid  / pixelio.de

 

Geesthacht (LOZ). Am 25. November 1960 wurden die drei Schwestern Mirabel vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter wegen ihres Widerstandes gegen die brutale Trujillo-Diktatur ermordet. Ihr Todestag soll mit der Erinnerung an ihren Mut und ihre Unbeugsamkeit weltweit Frauen helfen, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Der 25. November wurde zum Internationalen Gedenktag für jede Form von Gewalt gegen Frauen.

Seit zehn Jahren veranstalten der Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks und die hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten Schleswig-Holstein in der Woche rund um den 25. November. die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Der Aktionszeitraum für alle Veranstaltungen.in in diesem Jahr ist der 25. bis 29. November.

In Geesthacht wird am 25. November in der Zeit von 10.00 – 12.00 Uhrein Infostand vor der Filiale der Bäckerei Eggers in der Fußgängerzone aufgebaut, Hilfsangebote dargestellt und Brötchentüte verteilt.

Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks Maren Andresen: „Wenn sich möglichst viele Menschen mit dem Thema beschäftigen und einen wachsamen Blick auf ihr Umfeld haben, muss es möglich sein, Gewalttaten zu verhindern. Durch die unsere Aktion in den Verkaufsstellen des Bäckerhandwerks wollen wir den Betroffenen Mut machen, Hilfe aufzusuchen.” Die Gleichstellungministerin Kristin Alheit ist Schirmfrau und eröffnet die landesweite Aktionswoche in Itzehoe.

Im Jahr 2012 gab es in Schleswig-Holstein 2.563 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen 434 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. 1.107 Frauen flohen mit ihren 1.085 Kindern in ein Frauenhaus. Darüber hinaus kontaktierten 11.300 Frauen die vom Land geförderten 23 Frauenberatungsstellen, weil ein Großteil von ihnen Hilfe aufgrund häuslicher und sexualisierter Gewalt benötigten.

Die drei teilnehmenden Geesthachter Bäckereien Dittmer, Eggers und Sievert verkaufen in dieser Woche ihre Waren ebenfalls in dieser Aktionstüte, auf der sich auf der Vorderseite deutlich lesbar die Nummer des bundesweiten Frauen-Hilfetelefons und weitere wichtige Hilfsangebote zu finden sind.

Im Verlauf ihres Lebens ist etwa jede vierte Frau einmal im Leben von häuslicher Gewalt betroffen. Viele Betroffene wissen sich in ihrer akuten Not kaum zu helfen. Ein erster Schritt zur Hilfe kann die Notrufnummer des Frauen-Hilfetelefon 08000 116 016 sein, die rund um die Uhr erreichbar ist.

Die Partner dieser gemeinsamen, landesweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt an Frauen, der Landesinnungsverband des Bäckerhandwerkes, die Gleichstellungsbeauftragten, die lokalen Bündnisse Gewalt gegen Frauen und die Mitarbeiterinnen des Kooperations- und Interventionskonzept (KIK-Netzwerk) und in Geesthacht auch der Frauenbeirat der Stadt Geesthacht begleiten die Aktion, bei der landesweit rund 400.000 Brötchen verteilt werden.

Ziel dieser Aktion ist ein unverbindliches Hilfsangebot aufzuzeigen und auf das Thema aufmerksam zu machen: Schaut hin! Gewalt betrifft uns alle, denn: Wegsehen und Schweigen heißt den Täter zu schützen.

Am 28. November findet jetzt zum zweiten Mal ein von Frauenberatungsstelle, Polizei und der Gleichstellungsbeauftragten gestalteter Aktionstag im Regionalbildungszentrum am Dialogweg statt. Unterrichtseinheiten zum Thema „Wie entsteht häusliche Gewalt?“ und der Handlungsrahmen der Polizei und deren Hilfsmöglichkeit gestalten diesen Schultag der Schülerinnen und Schüler, unterstützt durch Beratungsstellen wie pro familia, KIBIS und der Alkohol- und Drogenberatungsstelle. Für diesen Tag spenden die Bäckereien Dittmer und Sievert die Brötchen.

Häusliche Gewalt ist ein weltweites gesellschaftliches Problem, das verstärkt in unser aller Augenmerk rücken muss. Unterstützend wird auf dem Rathausvorplatz wird vom 25. bis 29. November die Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ wehen.

Letzte Änderung am Freitag, 29 November 2013 16:38

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