Dienstag, 03 Dezember 2013 15:41

Geesthacht ehrt Mitarbeiterin der Postbank für Zivilcourage

„Enkeltrick“ verhindert und so 50.000 Euro gesichert

 

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Rita Hochberg bekam heute den Preis für Zivilcourage in Geesthacht von Polizeichef Thomas Specht und Bürgermeister Dr. Volker Manow überreicht. Foto: W. Reichenbächer

 

Geesthacht (wre). Seit vielen Jahren wird immer wieder auf den sogenannten „Enkeltrick“ hingewiesen. Ein Anruf bei älteren Personen dient dazu, Geld für einen nahen „Angehörigen“ zu bekommen. Immer wieder führt dieser Trick zum Erfolg, die Betroffenen werden oft um mehrere tausend Euro betrogen. Rita Hochberg hat als Angestellte der Postbank so einen F all erkannt, und die Polizei informiert. Ein Täter konnte so festgenommen werden.

“Es ist lange her, dass wir jemanden für Zivilcourage ehren konnten“, sagt Bürgermeister Dr. Volker Manow. „Leider gibt es heute so einen Einsatz nicht mehr häufig“, ergänzt Manow.
Am 25. September dieses Jahres bekam eine 85-jährige Geesthachterin einen Anruf. Sie wurde in ein Gespräch verwickelt, wo ihr Informationen entlockt wurden. Dann sagte man ihr, dass ihr Ziehsohn dringend Geld benötigt. „Die alte Dame kam an den Schalter, und wollte 50.000 Euro vom Sparbuch abheben“, erklärt Rita Hochberg. „Ich frage dann schon einmal nach, wofür so viel Geld benötigt wird“. Da gar nicht so viel Geld bei der Postbank bereitliegt, wurde die Geschädigte auf Freitag vertröstet. „Ich habe dann immer wieder über das Gespräch nachgedacht, und auch mit den Kollegen darüber gesprochen“, erzählt Hochberg. Schließlich informierte sie dann die Polizei. „Wir haben dann mit der Dame gesprochen, und auch einige Maßnahmen eingeleitet, um die Täter zu fassen“, sagt Geesthachts Polizeichef Thomas Specht. Dazu gehörte auch festzustellen, von wo aus der Anruf kam. „Wir haben dann mit der älteren Dame abgesprochen, wie die Geldübergabe stattfinden soll“, erläutert Specht. Alles lief normal ab, die Geschädigte ging zur Post, zeigte ihr Sparbuch vor, und bekam einen Umschlag überreicht. „Da war aber kein Geld drin“, sagt Hochberg. Die Übergabe fand dann vor der Postfiliale statt, wo auch der Täter festgenommen werden konnte.

„Das ist aber leider auch nur der Bote“, sagt Specht, und erklärt, dass meist vom Ausland aus operiert wird. „Die Hintermänner sind schwer zu fassen“, ergänzt der Dienststellenleiter. Viele dieser Anrufe würden von Polen aus gestartet, aber auch aus anderen Ländern wird dieser Trick immer wieder versucht. „Das ist ein sehr ausgeklügeltes System“, sagt Specht, „und man versucht immer Mitleid zu erregen“.

„Später kam die Dame zu mir, und hat sich noch einmal mit einem Blumenstrauß bedankt“, erzählt Hochberg. Immerhin konnten so 50.000 Euro gesichert werden. „Leider wurde von der Dame schon im Vorwege etwas gezahlt, das Geld ist leider weg“, ergänzt Specht.

Neben einer Urkunde bekam Rita Hochberg einen Einkaufsgutschein über 50 Euro, und einen Blumenstrauß von Bürgermeister Manow überreicht. „Wir können stolz darauf sein, dass es noch Menschen gibt, die sich für andere einsetzen“, sagte Manow bei der Überreichung der Urkunde.

Letzte Änderung am Dienstag, 10 Dezember 2013 16:45

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