Freitag, 06 Dezember 2013 17:59

50 Jahre St. Petri Kirche – Pastorin Laudin bei der SPD zu Gast

 

hfr spd 50 jahre kirche kw 49-13

Foto: hfr

 

Geesthacht (LOZ). Zu ihrer vorweihnachtlichen Versammlung hatten hatte die SPD in diesem Jahr die Pastorin Antje Laudin von der Kirchengemeinde Geesthacht zu Gast. Es wurde ein kurzweiliger und interessanter Vortrag mit anschließender Diskussion bei Keksen, Häppchen, Glühwein und andern Getränken.
Pastorin Laudin schilderte die Anfänge der Kirchengemeinde St. Petri, die 2006 gemeinsam mit St. Salvatoris in der Kirchengemeinde Geesthacht aufgegangen ist. Immer weniger Kirchenmitglieder zwingen auch die Kirchen, immer mehr zu sparen, Gemeinden zusammenzulegen, Standorte aufzugeben.

Unterlegt mit einigen alten Fotos berichtete Antje Laudin wie die Kirche und Kirchengemeinde St. Petri vor 50 Jahren entstanden ist. In den 30er Jahren entstand in der Oberstadt von Geesthacht – damals noch zu Hamburg gehörend – der bevölkerungsreichste Stadtteil. Während des Krieges gehörte dazu auch das Zwangsarbeiterlager Spakenberg, nach dem Krieg Flüchtlingslager. 1949 hatte Geesthacht 20.300 Einwohner, 9.700 Einheimische und 10.600 Flüchtlinge in verschieden Flüchtlingslagern. Für diese Menschen mussten Unterkünfte gebaut werden, in der Oberstadt entstanden zahlreiche neue Siedlungen – im Krieg und danach. „Hilfe zur Selbsthilfe war das Gebot der Stunde. Am Haferberg entstand so die Siedlung „Glaube und Tat“. Wenige Fachleute und viele Angelernte bauten dort 36 Häuser in Eigenarbeit, zum Teil aus Gebäuderesten. Damit jeder richtig an jeden Haus anpackte, wurden die erbauten Häuser nach Fertigstellung verlost. In Deutschland herrschte Aufbruchsstimmung und Optimismus. Die Siedlung am Haferberg wurde mit ihrem Konzept Vorbild für viele andere Wohnsiedlungen in Deutschland.“

Für die Kirche war der Aufschwung in der Oberstadt Anlass, auch eine neue Kirche zu bauen. 1963 wurde St. Petri mit seinem weit sichtbaren Turm eingeweiht. Das Gemeindeleben im Gemeindehaus bestimmten damals wie heute viele Chöre, Kinder- und Jugendarbeit mit Konfirmandenunterricht, Disco und Freizeitfahrten, aber auch die Gemeindeschwestern mit ihren vielfältigen sozialen Aufgaben und die regelmäßigen Gottesdienste. Heute haben sich die kirchlichen Aktivitäten verändert – die Kirchen sind meist nur noch zu Feiertagen wie Weihnachten, bei Taufen oder Konfirmationen gut gefüllt. Erwartet werden auch von der Kirche „Events“, zum Beispiel Konzerte zu besonderen Anlässen, Gottesdienste mit Motto oder „Feiern“ wie die Nacht der Kirchen oder das Sommerfest.

Geblieben sind die karitativen Aufgaben und die Integrationsleistung Leistung der Kirche vor Ort – so waren in der St. Petri-Gemeinde viele Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion heimisch und wurden beim Einleben in die unterstützt und aufgenommen.

Am Ende der Diskussion zeigten sich Gemeinsamkeiten zwischen Kirchengemeinde und SPD – beide Institutionen besehen schon lange, haben aber aktuell schwierige Zeiten und müssen sich neu positionieren, ohne die alten Werte aus dem Auge zu verlieren.

Letzte Änderung am Freitag, 13 Dezember 2013 20:12

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