Donnerstag, 27 Februar 2014 07:47

Geesthacht ist wichtigster Wirtschaftsstandort des Kreises

Wirtschaftsförderungsgesellschaft legt Jahresbericht vor

 

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WFL-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Schlie (li.) und WFL-Geschäftsführer Werner Hesse stellten heute ihre Jahresbilanz der Presse vor. Foto: Anders

 

Herzogtum Lauenburg (aa). Durchweg positiv wird bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg (WFL) die konjunkturelle Entwicklung der letzten Jahre aber auch für die Zukunft gesehen. WFL-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Schlie und WFL-Geschäftsführer Werner Hesse stellten im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Jahresbilanz 2013 vor.

„Deutschland bleibt das Zugpferd des Euro-Rahmens“, erklärte Klaus Schlie und skizzierte den Wachstumsverlauf der gesamtdeutschen Wirtschaft nach den Krisenjahren 2008/2009. „Die Wirtschaft dürfte“, so Schlie, „in diesem Jahr deutlich stärker zulegen als in 2013, die Bundesbank sagt für 2014 ein Wachstum von 1,7 Prozent voraus.“ Werner Hesse ergänzt: „Als WFL sind wir abhängig davon, was sich gesamtwirtschaftlich entwickelt.“

„Ungeachtet dessen ist festzuhalten, dass die 1989 gegründete Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die Arbeitsplätze und Steueraufkommen für die Region schaffen und sichern soll, von Beginn an 731 Unternehmen bei einer Investition im Kreis Herzogtum Lauenburg begleiten konnte. Diese Unternehmen haben bis heute 665 Millionen Euro investitiert und damit 10.580 neue Arbeitsplätze zugesagt. Das ist sicherlich ein überzeugendes Gesamtergebnis seit Existenz der Gesellschaft“, resümmiert Schlie weiter. Laut Hesse konnte das Herzogtum im Jahr 2012 im landesweiten Vergleich sogar den stärksten Beschäftigungszuwachs vorweisen.

„Auch 2013 wurde ein gutes Ergebnis erzielt. Mit neun neuen Unternehmen, vierzehn Betriebserweiterungen und 22 erfolgreichen Existenzgründungen wurden Voraussetzungen für 292 neu zugesagte Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Schlie. Dahinter steckt, dass Unternehmen subventionierte Grundstücke im Herzogtum erhalten und sich im Gegenzug vertraglich auf zehn Jahre verpflichten, eine zuvor festgelegte Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen. „Damit einher gehen 49,7 Millionen Euro Investitionsvolumen, das an den Standorten investiert wurde. Dies ist ebenfalls ein Beitrag zur Stabilisierung des regionalen Baugewerbes“, führte Schlie seine Ausführungen fort. Dazu ergänzte Hesse: „Geesthacht bleibt für uns aufgrund der Nähe zu Hamburg der wichtigste Industrie- und Gewerbestandort des Kreises.“

Standortinitiative nachhaltig erfolgreich

„Die Ergebnisse sind nicht zuletzt auch auf die Umsetzung der Standortinitiative in den letzten Jahren zurückzuführen“, zeigte sich Schlie vom Erfolg der in 2013 ausgelaufenen Initiative überzeugt. Die Kampagne beinhaltete unter anderem Elemente wie Riesenwerbebanner für die Ansiedelung von Unternehmen im Herzogtum, die zum Beispiel im Hamburger Hauptbahnhof platziert waren. Schlie: „Die Plakate sind inzwischen zum Markenzeichen geworden. Das prägt sich den Menschen ein. Das Herzogtum Lauenburg ist durch die Kampagne nachhaltig als Wirtschaftsstandort wahrgenommen wurden.“ Auch in den Zahlen sei im Kampagnenzeitraum zwischen 2008 und 2013 eine Aufwärtsbewegung wahrnehmbar. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Kampagne über einen gewissen Zeitraum laufen muss, um überhaupt Wirkung zu zeigen“, so Schlie. Zwar habe man auch Glück gehabt, dass der konjunkturelle Aufschwung einsetzte, aber genau deswegen, wäre es auch der richtige Zeitpunkt für eine solche Initiative gewesen.

Hightech für den Südkreis

Gerade am Standort Geesthacht sieht die WFL auch weiterhin die Chance, Hightechunternehmen anzusiedeln. Hesse: „Das Geesthachter Innovations- und Technologiezentrum (GITZ) auf dem Campus des Helmholtz-Zentrums, das von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft initiiert wurde und als größter Gesellschafter strategisch geführt wird, steigt nach einer Presseschlagzeile gemessen an den vermietbaren Flächen bundesweit in die erste Liga auf.“ Mit dem vierten Bauabschnitt für 5,7 Millionen Euro würden weitere 4.500 Quadratmeter im April fertiggestellt und von einem Unternehmen bezogen. Das GITZ verfügt dann über eine Gesamtfläche von 10.400 Quadratmetern. Durch verstärkten Einsatz im Bereich Technologie und Innovation soll nach Willen der WFL auch die regionale Wirtschaftsstruktur nachhaltig gestärkt werden. Dazu sei es erforderlich, eine stärkere Einbindung der regionalen Unternehmen auf diesem Gebiet zu erreichen.

Große Beteiligung beim Zukunftsforum Wirtschaft

„Mit großem Erfolg“, so Werner Hesse, sei im vergangenen Jahr zusammen mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg und der Industrie und Handelskammer Lübeck das Zukunftsforum Wirtschaft durchgeführt worden. Er sprach von einem Start eines positiven Prozesses, um die Wettbewerbsfähigkeit ansässiger Unternehmen zu verbessern, Existenzgründungen und Ansiedelungen sowie Technologie und Innovation insbesondere im Mittelstand zu fördern, den Tourismus weiter zu profilieren, das Standortimage zu stärken und die Kreisentwicklung zu forcieren. In den jeweiligen Arbeitsgruppen seien bereits konkrete Projekte realisiert worden. „Ziel war es, hier im Kreis ein Bewusstsein zu schaffen, dass wir eine Wirtschaftsregion sind. Wir sind daher erfreut, dass sich aus dem Forum heraus ein Initiativkreis mit Unternehmern aus der Region gebildet hat“, stellte Schlie fest. Hesse: „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich die Unternehmer selbst so mit einbringen. Klasse, dass alle so mitgezogen haben.“

Wachwechsel bei der WFL

„Herr Hesse hat nach jahrzehntelanger Tätigkeit als Geschäftsführer der WFL dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er an den Ruhestand denkt. Mit Bedauern aber mit Verständnis haben wir das zu Kenntnis genommen“, kündigte Klaus Schlie das Ausscheiden von Werner Hesse an, der die WFL von Beginn an mit aufgebaut hat. Das Jahr 2014 wolle man nutzen, einen Nachfolger zu finden und aufzubauen. Die Stelle sei bereits ausgeschrieben. Hesse selbst werde nicht von heute auf morgen gehen, sondern wirke an einem fließenden Übergang mit. Daher gäbe es auch noch kein festes Datum, wann der heute 63jährige seinen letzten Arbeitstag als WFL-Geschäftsführer habe.

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