Montag, 14 Mai 2012 11:33

Die Stadtbahn zwischen Geesthacht und Bergedorf – realisierbare Vision oder nur eine undurchführbare Illusion?

Gemeinsamer Antrag von Bündnis90/Die Grünen und der CDU auf der Ratsversammlung

Gerhard Bolte

Gerhard Bolte (Die Grünen) plädiert für die Stadtbahn. Foto: T. Bartel

Geesthacht (tba). Die Idee, eine Schienenanbindung für den Personenverkehr zwischen Geesthacht und Bergedorf und somit zu Hamburg zu konzipieren ist nicht ganz neu. Bereits im Jahr 1998 hatte der damalige Geesthachter Bürgermeister Peter Walter die Möglichkeit eines Personen-Schienenverkehrs nach Hamburg prüfen lassen, und die Gremien kamen zum damaligen Zeitpunkt zu einem negativen Resultat: Nicht machbar!

Nun ein neuer Vorstoß des Bündnis90/Die Grünen (wir berichteten), der nun in einem gemeinsamen Antrag an die Ratsversammlung mit der CDU-Fraktion auf der letzten Sitzung eingebracht wurde.

Der Antrag lautete wie folgt:

„Die Ratsversammlung möge beschließen: Die Ratsversammlung der Stadt Geesthacht fordert auf/bittet die zuständigen Gremien sich dafür einzusetzen alle Möglichkeiten einer Personenbeförderung auf der Schiene zwischen Geesthacht und Bergedorf erneut zu untersuchen. Dabei sind insbesondere die Möglichkeiten der Einführung einer Stadtbahn zu prüfen.“

„Es kann nicht angehen, dass Geesthacht als größte Stadt im Kreis keine Bahnanbindung nach Hamburg hat“, sagte Gerhard Boll (Grüne), „die derzeitige Busverbindung ist wenig attraktiv und die Bürger fahren sowieso lieber Bahn als Bus. Desweiteren würde der Pendlerverkehr und damit die Verkerssituation auf der Straße entlastet.“

Karsten Steffen (CDU) konnte dieser Argumentation folgen, machte jedoch Einschränkungen: „Die Bahnverbindung nach Hamburg ist eine wünschenswerte Vision, aber wann sie kommt kann derzeit keiner sagen. Derzeit haben wir keine finanziellen Mittel dafür und möchten mit unserem Antrag lediglich ein Prüfverfahren in Gang setzen.“

Ali Demirhan (Grüne) sieht zwar die finanzielle Problematik, aber „Aufgabe der Ratsversammlung ist es jetzt die Stimme zu erheben und die Bahnanbindung zu fordern, egal ob sie dann in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren kommt.“

Rüdiger Tonn (FDP) lehnte den Antrag ab. „Durch Lückenbebauung sind ganze Stadtteile verändert worden und neue Straßen dazu gekommen. Somit ist die alte Trasse nicht mehr nutzbar“, so seine Argumentation, „wir würden sonst quasi durch das Wohnzimmer einzelner Bürger fahren.“ Im Übrigen sieht er in der Einführung einer Stadtbahn keine Entlastung des Durchgangsverkehrs.

Auch Bürgermeister Dr. Volker Manow stand nicht hinter dem Antrag. „Ein Mobilitätsplan für Hamburg und das Umland liegt mehr oder weniger vor“, so seine Erklärung, „aber es steht nicht drin, wer das alles bezahlen soll und Hamburg wird uns bestimmt nichts schenken.“

Zum Schluss gab es eine klare Mehrheit für den Antrag. Mit 16 zu neun Ja-Stimmen sowie 3 Enthaltungen wurde der Antrag von Bündnis90/Die Grünen und der CDU angenommen, einen Prüfungsauftrag an die zuständigen Gremien zu stellen.

Letzte Änderung am Dienstag, 22 Mai 2012 12:11
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