Dienstag, 07 August 2012 13:33

Die Invasion ausländischer, teilweise gefährlicher Pflanzen soll bekämpft werden

Die Beschäftigungsförderungsgesellschaft (BFG) ist im Einsatz bei der Bekämpfung von invasiven und fremdländischen Pflanzenarten sowie dem Jakobskreuzkraut

Herkulesstaude Dieter Schütz pixelio.de

Der Kaukasische Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude) ist für den Menschen gesundheitsgefährdend. Foto Dieter Schütz / pixelio.de

 

Geesthacht (LOZ/tba). Invasive Pflanzenarten haben etwas gemeinsam, sie stammen aus anderen, meist fernen Ländern und gelten als neue Pflanzen (pflanzliche Neubürger) oder „Neophyten“ und wurden häufig als Attraktion über Ziergärten in die freie Landschaft verschleppt. Hierzulande fehlen natürliche Gegenspieler, Fressfeinde und Krankheiten, so dass Neophyten auf Grund ihrer erfolgreichen Vermehrungs- und Verbreitungsstrategien die heimischen Arten verdrängen. So werden sie für den Rückgang heimischer Pflanzen- und Tierarten verantwortlich gemacht.

Im Sinne der Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) werden die invasiven Neophyten von den Mitarbeitern der „BFG“ an den unterschiedlichsten Stellen der freien Natur in Geesthacht bekämpft. Die Beschäftigungsförderungsgesellschaft erfüllt auf diese Weise eine sehr wichtige Aufgabe für den Erhalt der heimischen Arten. Die „BFG“ handelt dabei in enger Abstimmung mit dem Fachdienst Umwelt der Stadt Geesthacht und wird seit 1989 vom Arbeitsamt bzw. vom JobCenter Herzogtum Lauenburg kofinanziert.

In den letzten Jahren widmet sich die „BFG“ auch der Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes (JKK). Im Gegensatz zu den Neophyten ist das gelb blühende Kraut eine alte heimische Pflanze und kein Neophyt und ist schon immer vereinzelt aufgetreten. Die Ausbreitung der Pflanze hat in den letzen Jahren (ab ca. 1990) stark zugenommen. Diese Pflanze kommt häufig auf Extensivierungsflächen, Stilllegungsflächen und Pferdeweiden, Wegränder und Böschungen vor. Die Pflanze kann von Laien mit dem ebenfalls gelb blühenden Johanniskraut oder dem Rainfarn verwechselt werden.

Die Bekämpfung dieser heimischen Pflanze auf den Geesthachter Naturschutzflächen durch die „BFG“ ist für die Stadt Geesthacht ein besonderes Anliegen, denn das massive Vorkommen des JKK erschwert die Unterhaltung und Pflege von Naturwiesen und Grünlandflächen, weil diese Pflanze insbesondere für Pferde und Rinder bei der Verfütterung des Mähgutes als Heu gefährlich ist. Es gibt ausreichende Nachweise dafür, dass das Gift der Pflanze je nach Konzentration und Dauer der Verfütterung auf die Weidetiere tödlich wir­ken kann. Eine indirekte Toxinaufnahme durch die menschliche Nahrungsmittelkette wurde bereits diskutiert und teilweise auch schon nachgewiesen.

Die „BFG“ entfernt Einzelbestände dieser Pflanzen mit der Hand, und geschlossene größere Bestände werden möglichst vor der Versamung gemäht, die Pflanzenteile aufgenommen und anschließend als Haus- oder Restmüll entsorgt, um eine Verbreitung der Samen über Komposte zu vermeiden. Die Beschäftigungsförderungsgesellschaft ermöglicht mit dieser Arbeit eine naturnahe Bewirtschaftung Geesthachter Naturschutzflächen. Eine komplette Ausrottung der Pflanze ist aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung jedoch nicht gewünscht.

Eine genaue Auflistung der Einsatzgebiete der „BFG“ und die Vorkommen der invasiven Arten wird demnächst auf der Internetseite der Stadt Geesthacht zu sehen sein.

Letzte Änderung am Freitag, 17 August 2012 13:39

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