Überdurchschnittlich viele Menschen mit Hepatitis C-Infektion im Herzogtum Lauenburg

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Überdurchschnittlich viele Menschen mit Hepatitis C-Infektion im Herzogtum Lauenburg Foto: W. Reichenbächer

Herzogtum Lauenburg (LOZ). Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde bis Mitte Juli 2015 bei neun Menschen eine Neuinfektion mit dem Hepatitis C-Virus festgestellt. Im gesamten Jahr 2014 wurden 19 Infektionen gemeldet.

Im vergangenen Jahr lag der Landkreis Herzogtum Lauenburg mit 10,05 gemeldeten Hepatitis C-Infektionen pro 100.000 Einwohner deutlich über dem landesweiten Schnitt von 7,0. Der Bundesdurchschnitt im Jahr 2014 betrug 7,2. Die meisten Fälle in Schleswig-Holstein wurden im Stadtkreis Neumünster festgestellt (33,74 Fälle pro 100.000 Einwohner). Das berichtet die Krankenkasse IKK classic nach Auswertung aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts.

„Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis C-Virus, kurz HCV, ausgelöst wird und unbehandelt zu schwerwiegenden Leberschäden führen kann“, erläutert Peter Rupprecht von der IKK classic. „Gefährlich ist, dass sich bei den meisten Infizierten lange Zeit keine Symptome zeigen oder erste Anzeichen wie Fieber und Kraftlosigkeit falsch gedeutet werden. Oftmals wird die Erkrankung erst durch Zufall diagnostiziert, etwa bei der Blutspende.“ Bei etwa einem Fünftel der Betroffenen heilt die Hepatitis C ohne bleibende Schäden von selbst aus. In der Mehrheit nehmen die Infektionen aber einen chronischen Verlauf. Spätfolgen können eine Leberzirrhose und sogar ein Leberzellkarzinom sein. „Rechtzeitig erkannt, ist die Hepatitis C-Infektion heute gut behandelbar“, beruhigt der Pressereferent der IKK classic.

Gute Hygiene ist die beste Vorsorge

Übertragen wird das HCV durch Blut. Bereits kleine Blutspuren können zur Ansteckung führen. „Typische Übertragungswege sind der gemeinsame Gebrauch von Kanülen und Spritzen bei Drogenabhängigen oder mangelhafte Hygiene in Piercings- und Tattoostudios“, sagt Rupprecht. „Auch bestimmte Sexpraktiken, die zu blutenden Verletzungen führen können, bergen das Risiko einer Ansteckung. HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben, sind dabei besonders gefährdet.“

Eine Schutzimpfung gibt es nicht und selbst eine ausgeheilte Infektion mit HCV sorgt nicht für zukünftige Immunität. Die IKK classic empfiehlt deshalb, besonders auf Hygiene und Vorsorgemaßnahmen zu achten: Personen, die mit Hepatitis C infiziert sind, sollten Gebrauchsgegenstände, die mit Blut in Berührung kommen können, nicht gemeinsam mit anderen Menschen benutzen. Das können beispielsweise Zahnbürsten oder Rasierer sein.

„Befürchtet man, sich mit dem HCV infiziert zu haben oder ist einfach unsicher, weil aus welchen Gründen auch immer in einer risikobehafteten Situation Präventivmaßnahmen vernachlässigt wurden, sollte man das mit einem Arzt besprechen“, rät Peter Rupprecht. „Das aus Scham oder wegen Schuldgefühlen nicht zu tun, ist gefährlich und absolut unnötig. Ärzte urteilen nicht über ihre Patienten, sondern sie tun ihr Möglichstes, um eine eindeutige Diagnose zu stellen und, wenn es nötig ist, eine effektive Therapie einzuleiten.“

Letzte Änderung am Dienstag, 11 August 2015 18:16
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