Mehr Norddeutsche suchen Rat beim Giftinformationszentrum

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Mehr Norddeutsche suchen Rat beim Giftinformationszentrum Foto: hfr

Über 200 Anfragen mehr aus Schleswig-Holstein in 2014

 

(LOZ). Immer mehr Menschen suchen Rat bei den Experten des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord). Insgesamt gab es 2014 über 37.600 Anfragen bei der zentralen Beratungsstelle für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Krankenkasse IKK classic analysierte den jüngst erschienen Jahresbericht der Beratungsstelle mit Sitz in Göttingen und warf einen Blick auf die Schleswig-Holsteiner Zahlen.

Demnach kamen von dort im letzten Jahr 4.405 Anfragen zu möglichen Vergiftungen, 236 mehr als im Jahr 2013. Über die Hälfte dieser Anfragen betrafen Kinder bis 14 Jahren. Ihretwegen fragten besorgte Schleswig-Holsteiner in 2.254 Verdachtsfällen beim GIZ-Nord nach. Kinder bis zu vier Jahren sind offensichtlich besonders gefährdet: allein 1.938 Verdachtsfällen betrafen Kindern in dem Alter. Bei 662 Anfragen ging es dabei um mögliche Vergiftungen durch chemische Produkte, in erster Linie Reinigungsmittel (345 Anfragen). 427 Anfragen betrafen Arzneimittel. In 332 Fällen waren Pflanzen die Verursacher einer möglichen Vergiftung. Das größte Risiko sich zu vergiften besteht in Privathaushalten. In insgesamt 88,7 Prozent aller schleswig-holsteinischen Fälle wurden diese als Vergiftungsort angegeben.

„Die Ergebnisse des GIZ-Nord zeigen, wie wichtig es ist, dass Familien mit kleinen Kindern ihr Zuhause so giftsicher wie möglich machen“, sagt Peter Rupprecht von der IKK classic. „Dazu gehört, dass alle Produkte, die für Kinder gefährlich sein können, auf ihre Notwendigkeit abgeklopft werden und nur die, die regelmäßig benutzt werden, in der Wohnung verbleiben.“ Er rät, dass Haushaltsreiniger, die nur selten gebraucht werden, wie beispielsweise Abfluss- und Backofenreiniger oder Entkalker, besser im verschlossenen Kellerraum gelagert werden. Die restlichen Haushaltsreiniger sollten in einem für Kinder nicht erreichbaren Schrank verstaut werden. Niemals sollte man Reinigungsmittel in leere Getränkeflaschen umfüllen. „Die Verwechslungsgefahr ist zu groß und selbst schon Erwachsenen zum Verhängnis geworden“, warnt Rupprecht. Werden Putzmittel verwendet, sollten sie sich immer im Blickfeld von Erwachsenen befinden und sofort nach Verwendung wieder verschlossen werden. Die IKK classic rät außerdem zu Putzkörben, in denen Reiniger und Putzutensilien während der Verwendung ihren Platz haben. Kommt es zu einer unerwarteten Unterbrechung des Hausputzes, lässt sich die potenzielle Gefahrenquelle für Kinder mit einem Griff beseitigen.

Auf der Suche nach möglichen Giften im Haushalt ist auch ein kritischer Blick in den Badezimmerschrank obligatorisch, denn auch Nagellackentferner, Haarfärbemittel, Rasierwasser und Kontaktlinsenpflegemittel können für Kinder gefährliche Inhaltsstoffe enthalten. Medikamente gehören in eine verschlossene Hausapotheke. Wichtige Informationen und Tipps zur Vermeidung von Vergiftungen und sonstigen Unfällen bietet die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ im Internet unter www.kindersicherheit.de.

Trotz aller Vorsicht, kann es passieren, dass Kinder mit giftigen Substanzen in Kontakt kommen. Dann ist schnelles Handeln wichtig. Eltern sollten sich auf diese Situation vorbereiten und wissen, was zu tun ist. Das Bundesamt für Risikobewertung hat eine umfangreiche Verbraucherinformation herausgegeben, die von der Website www.bfr.de heruntergeladen werden kann und die ersten Schritte nach einem Vergiftungsverdacht erläutert. Die Autoren gehen dabei auf unterschiedliche Substanzen ein.

Das Giftinformationszentrum-Nord ist rund um die Uhr unter Telefon 0551 / 19 240 erreichbar.

Letzte Änderung am Donnerstag, 27 August 2015 17:49
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