Erste Smartphone-App informiert über Prostatakarzinom

Erste Smartphone-App informiert über Prostatakarzinom Screenshot: W. Reichenbächer

iBrachy Therapie-Ampel ermittelt auf Grundlage persönlicher Diagnosewerte, ob Brachytherapie für Patienten infrage kommt

 

Berlin (LOZ). Mit rund 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist das Prostatakarzinom in Deutschland nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die gute Nachricht: Prostatakrebs verläuft weit weniger aggressiv als andere verbreitete Krebsarten wie Lungen- und Darmkrebs und ist deshalb gerade im Frühstadium sehr gut und vor allem schonend therapierbar.

Der gemeinnützige Verein iBrachy e.V. zur Förderung der Brachytherapie bei Prostatakarzinom-Erkrankungen mit Sitz in Berlin hat jetzt eine medizinische Smartphone-App für die Betriebssysteme iOS und Android vorgestellt, die Patienten, Angehörige und allgemein Interessierte über das Prostatakarzinom und die vier unterschiedlichen Behandlungsmethoden informiert, die bei einer Diagnose im frühen Stadium grundsätzlich infrage kommen.

Diese iBrachy Therapie-Ampel wurde vor dem Hintergrund entwickelt, dass ein großer Tumor-chirurgischer Eingriff mit der totalen Entfernung der Prostata nicht immer erforderlich ist. Durch die richtige Wahl der Therapieform können die Impotenz- und Inkontinenz-Risiken für eine große Zahl von Männern deutlich gesenkt werden. Zum Beispiel mit der „Brachytherapie“, bei der wenige Millimeter große Strahler, sogenannte Seeds, direkt in die Prostata eingebracht werden. Durch die direkte Bestrahlung der Prostata können die umliegenden Organe maximal geschont und dadurch die Nebenwirkungen reduziert werden. Die Behandlung dauert maximal 90 Minuten und ist – im Vergleich zur Prostata-Entfernung – grundsätzlich auch ambulant möglich.

Die iBrachy Therapie-Ampel, die auch als Web-App verfügbar ist und zum Beispiel von interessierten Ärzten und Selbsthilfegruppen auf ihren eigenen Webseiten eingebunden werden kann, ermittelt auf Grundlage persönlicher Diagnosewerte, ob die Brachytherapie als schonende Prostatakrebs-Behandlung für den Patienten infrage kommt. Nach Eingabe von PSA-Wert, Klinischem Tumor-Stadion gemäß UICC-Klassifikation, Prostatagröße, Gesamtzahl der entnommenen und der positiven Biopsie-Proben sowie dem Gleason-Score zeigt die Applikation das vorläufige Ergebnis mit den Ampelfarben an: Grün – möglich, Gelb – optional möglich, Rot – nicht möglich. Für den Fall, dass dem betroffenen Patienten die erforderlichen Werte zur Eingabe in die iBrachy Therapie-Ampel nicht vorliegen, kann er sie optional über die App bei seinem behandelnden Arzt per Post oder Telefax anfordern.

Selbstverständlich kann und darf die iBrachy Therapie-Ampel nur eine erste Orientierung geben. Deshalb wird in den Nutzungsbedingungen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nicht verwendet werden dürfen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen, sondern dass sie stattdessen in jedem Fall einen auf Prostata-Erkrankungen spezialisierten Urologen vorzulegen sind, der die individuelle richtige Therapie mit dem Patienten besprechen wird.

Die iBrachy Thearpie-Ampel wurde mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten abgestimmt und hält alle gesetzlichen Datenschutzvorschriften ein. So werden keine unverschlüsselten personenbezogenen medizinische Daten versendet, auch das Empfehlungsresultat wird nur auf der Smartphone- bzw. Browseroberfläche angezeigt, aber nicht auf dem Server gespeichert.

Inhalte und Umsetzung der iBrachy Therapie-Ampel wurden für iBrachy e.V. von Prostatakrebs-Spezialisten entwickelt, der Algorithmus zur Therapie-Empfehlung folgt den Kriterien der „Leitlinie Prostatakarzinom“ des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ).

iBrachy e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Brachytherapie und insbesondere einen erhöhten Qualitätsstandard gemeinnützig zu fördern und national und international bekannter zu machen. Dabei stellt der Verein den männlichen Patienten mit Prostatakarzinom in den Mittelpunkt, dem die besten Vorsorge- und Früherkennungsmethoden, Diagnosen, Therapieformen und Nachsorgen zugutekommen sollen.

Die Smartphone-App ist kostenlos unter dem Suchbegriff „iBrachy“ im Play Store von Google (Android) und im App Store von Apple (iOS) erhältlich. Die Web-Applikation ist zu finden auf der Webseite von iBrachy e.V.

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