Schöne Beine bis zum Sommer

Dr. Christiane Gebhardt von der Klinik Fleetinsel Hamburg erklärt einer Patientin, wie Krampfadern entstehen. Dr. Christiane Gebhardt von der Klinik Fleetinsel Hamburg erklärt einer Patientin, wie Krampfadern entstehen. Foto: hfr

(LOZ). Der Sommer naht, die Temperaturen steigen. Röcke und Hosen werden kürzer - und herzeigbare Beine sind dann wieder gefragt. Doch häufig stören Besenreiser oder andere Krampfadern den Anblick. Höchste Zeit, die Beine in Sommerform zu bringen.

Noch bleibt genug Zeit: Offizieller Sommeranfang ist erst am 21. Juni. Tröstlich: Kaum ein Leiden ist so verbreitet wie Besenreiser und andere Krampfadern. Schätzungen zufolge hat sie jede zweite Frau und jeder dritte Mann in mehr oder weniger ausgeprägter Form, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt.

Besenreiser treten vor allem an Knöcheln, Knien und Oberschenkeln auf. Ihr Aussehen - kleine rote und blaue Äderchen - erinnert an kleine Reisigbesen, daher der Name. Besenreiser sind die kleinsten oberflächlichen Venenveränderungen, die es gibt. Der Durchmesser beträgt weniger als ein Millimeter.

Besenreiser sind eine leichte Form von Krampfadern

Was viele Menschen nicht wissen: Besenreiser sind eine leichte Form von Krampfadern. Dr. Christiane Gebhardt, Chefärztin der Abteilung Chirurgie und Gefäßchirurgie an der Klinik Fleetinsel in Hamburg: „Krampfadern können sehr unterschiedlich aussehen. Sie können dünn oder dick sein, sich schlängeln, sich krümmen oder knotig aussehen. Auch die Farbe variiert.“ Der Begriff „Krampfader“ hat übrigens nichts mit „Verkrampfen“ zu tun, sondern ist eine sprachliche Ableitung von „Krumm-Ader“.

Krampfadern sind erschlaffte und erweiterte Venen in den Beinen, in denen sich das Blut staut. Dr. Christiane Gebhardt: „Besenreiser entstehen häufig, wenn tiefer liegende Venenklappen in den Beinen undicht werden und das Blut nicht mehr wie gewohnt in Richtung Herz fließen kann. Es entsteht ein permanent erhöhter Druck in den feineren Äderchen. Diese verlieren nach und nach ihre ursprüngliche Elastizität. Die Venen weiten sich und werden als rot-bläuliche geschlängelte Gefäßstrukturen sichtbar.“

Hauptursache von Besenreisern und anderen Krampfadern ist eine meistens erblich bedingte Bindegewebsschwäche. Vor allem Bewegungsarmut, langes Stehen oder Sitzen sowie Übergewicht können die Entstehung der Besenreiser begünstigen. Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren führt ebenfalls oft zu Gefäßweitstellung und Gewebsauflockerung.

Besenreiser an sich sind meist nicht gefährlich und in der Regel eher ein kosmetisches Problem. Langfristig kann chronischer Venenstau jedoch schwerere Formen von Krampfadern herbeiführen. Daher sollte man Besenreiser von einem Gefäßspezialisten abklären lassen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung

Die Behandlungsmethode der Besenreiser und anderer Krampfadern hängt von der Ausprägung und der eventuellen zusätzlich vorhandenen Erkrankungen ab. Eine bewährte und effektive Methode zur Behandlung der Besenreiser ist die Verödung (Sklerosierung). Hierbei wird eine Flüssigkeit, bei größeren Venen auch als Schaumsklerosierung, mit einer dünnen Nadel direkt in die Besenreiser gespritzt. Die Substanz verursacht eine lokale Entzündungsreaktion in den kleinen Blutgefäßen, wodurch deren Wände verkleben, sie ist dann nicht mehr durchblutet und wird vom Körper abgebaut. Nach dem Eingriff tragen die Patienten kurze Zeit einen Kompressionsverband, um Blutergüssen und Thrombosen vorzubeugen.

Eine weitere Möglichkeit, Besenreiser zu entfernen, ist die Lasertherapie. Auch dabei werden die kleinen Äderchen verklebt, der Heilungsprozess dauert etwa drei Wochen. Gegebenenfalls wird der Arzt zusätzlich eine Kompressionstherapie empfehlen, zum Beispiel bei bekannter Venenschwäche.

Mit Häkelnadel-Technik werden größere Krampfadern entfernt

Größere Krampfadern, vor allem die deutlich sichtbaren und daher oft störenden Seitenast-Krampfadern an der Innenseite der Ober- und Unterschenkel, können mit der sogenannten Häkelnadel-Technik entfernt werden. „Ich mache dazu nur einen winzigen Schnitt an der Stelle, an der die Krampfader gezogen werden soll. Dann wird mit einer ganz feinen Nadel, die tatsächlich die Form einer Häkelnadel hat, die kranke Vene entfernt“, erläutert Dr. Christiane Gebhardt. Dass eine Vene fehlt, stört den Körper nicht: Wenn eine Vene zur Krampfader geworden ist, haben andere Adern die Funktion zuvor schon übernommen.

Vorbeugen ist möglich: Gesunde Ernährung und das Norm-Gewicht halten, Sport treiben und Beine bei längerem Sitzen hochlegen. Auf langen Autofahrten nach ärztlicher Rücksprache Kompressionsstrümpfe tragen 

10 Tipps für tolle Beine

Schon mit einfachen Tricks ist es möglich, den Beinen Gutes zu tun: 

1. Treiben Sie Sport. Das bringt die Beine in Form. Egal ob laufen, schwimmen oder Tischtennis – im Mittelpunkt steht, dass es Ihnen Spaß macht. Denn nur so werden Sie diesen Sport auch langfristig ausüben.  

2. Integrieren Sie Bewegung in den Alltag: Fahren Sie doch öfter mit dem Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß, anstatt immer sofort mit dem Auto loszudüsen. Benutzen Sie lieber die Treppe, als den Aufzug. 

3. Legen Sie Ihre Beine so oft es geht hoch. Das fördert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen. Als Faustregel gilt: Die Beine sollten 10 cm über dem Herzen gelagert werden.

4. Kreisen Sie beim langen Sitzen am Schreibtisch immer wieder mit den Füßen und wippen Sie auf und ab, am besten 10mal pro Stunde.

5. Stehen Sie im Büro öfter mal auf. Nutzen Sie jede Gelegenheit, zwischendurch ein wenig auf und ab zu gehen. Statt die Kollegin anzurufen, kann man das Anliegen auch persönlich vortragen.

6. Trinken Sie so viel wie möglich, am besten natürlich Wasser. So verhindern Sie, dass sich das Blut verdickt und die Arbeit für die Venen noch schwerer wird.

7. Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Essen Sie den Jahreszeiten entsprechend viel Obst und Gemüse.

8. Vermeiden Sie es, zu rauchen und trinken Sie Alkohol nur in Maßen - denn beides schädigt die Venen.

9. Tragen Sie bequeme Schuhe. Zu enge Schuhe können auf Dauer Venenleiden verursachen. Auch die Absatzhöhe kann sich negativ auf die Venenfunktion auswirken: Zu hohe Absätze behindern die Blutzirkulation in Fuß- und Beinmuskulatur.

10. Laufen Sie öfters mal barfuß, denn barfuß laufen trainiert die kleinen Muskeln in den Füßen. Genau diese unterstützen die Venen dabei, das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben zu transportieren.  

Übungen für schöne Beine

1. Ausfallschritte nach vorn

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße etwa hüftbreit auseinander. Die Hände in die Hüften gestützt. Gehen Sie nun mit dem linken Bein einen großen Ausfallschritt nach vorn, sodass das Knie des hinteren Beins fast den Boden berührt. Das hintere Bein sollte fast ausgestreckt sein. Der Oberkörper bleibt aufrecht, der Bauch angespannt. Anschließend bewegen Sie sich langsam zurück in die Ausgangsposition. Das Ganze 10 bis 15 Mal wiederholen. Dann die Seite wechseln.

2. In Bauchlage

Breiten Sie eine weiche Decke auf dem Boden aus. Legen Sie sich nun flach auf den Bauch, die Arme liegen am Körper und die Handflächen zeigen zum Boden. Heben Sie den Oberkörper und die Füße gleichzeitig um zirka 10 cm an und halten Sie die Spannung für ein paar Sekunden. Heben und senken Sie Oberkörper und Füße insgesamt 10 Mal. Nach einer kurzen Pause die gesamte Übung noch einmal wiederholen.

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