Ungewöhnlich viele Infektionen mit dem Norovirus

Ungewöhnlich viele Infektionen mit dem Norovirus Foto: W. Reichenbächer

Gewissenhafte Handhygiene schützt vor Ansteckung

 

(LOZ). Bundesweit wurden im November mit mehr als 14.500 Fällen ungewöhnlich viele Infektionen mit dem Norovirus gezählt. Das veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) in ihrem aktuellen Epidemiologischen Bulletin. Es sind fast doppelt so viele wie im Durchschnitt der vorherigen fünf Jahre. Auch in Schleswig-Holstein ist die Infektionsrate nach oben geschnellt.

Die IKK classic hat sich die Zahlen für das nördlichste Bundesland angesehen. Demnach wurde im November dieses Jahres (KW 44 – KW 47) bei 370 Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern eine Infektion mit dem hochansteckenden Magen-Darm-Erreger festgestellt. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren es nur 143 Infektionen. Im Herzogtum Lauenburg wurden diesjährigen November 30 Infektionen gemeldet, acht Infektionen mehr im Vergleich zum Vorjahr (22 Meldungen). „Der Grund für die vermehrten Ansteckungen mit dem Norovirus ist nicht eindeutig geklärt“, sagt Peter Rupprecht von der IKK classic. „Das RKI hält aber als Ursache das Auftreten eines neuen Untertyps des Virus für möglich.“

Noroviren zählen in der Bundesrepublik zu den häufigsten Erregern von Magen-Darm-Infekten. Das Virus wird direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt durch Kontakt mit Gegenständen, die von Erkrankten berührt wurden, übertragen. Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Stunden. Eine Norovirus-Infektion verläuft meist schnell und heftig und verursacht starkes Erbrechen und Durchfall. Diese akuten Symptome halten in der Regel ein bis drei Tage an. Medikamente oder eine Impfung gegen das Virus gibt es nicht. Auch wenn der Betroffene sich wieder fit fühlt, dauert es bis zu zwei Wochen, bis der Virus und damit die Ansteckungsgefahr verschwunden ist.

Da der Körper durch die Brechdurchfälle viel Flüssigkeit verliert, sollten erwachsene Betroffene ohne Vorerkrankungen reichlich trinken, am besten verdünnte Säfte, Kräutertee oder Brühe. Kinder, Schwangere, ältere Menschen und chronisch Kranke reagieren häufig besonders empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust. Bei ihnen ist es wichtig, dass der Krankheitsverlauf ärztlich kontrolliert wird.

Die IKK classic weist darauf hin, dass der wirksamste Schutz vor Ansteckung häufiges und sorgfältiges Händewaschen ist. Außerdem sollte man im Moment auf den Handschlag oder das Küsschen zur Begrüßung verzichten. Ist ein Erkrankter in der Familie, sollte er unbedingt eigene Seife und Handtücher verwenden und nach der Benutzung Toilette, Waschbecken und Türklinken mit desinfizierenden Einwegtüchern reinigen. Wenn es möglich ist, sollte er eine separate Toilette nutzen. Viren an der Kleidung und Wäschestücken werden durch einen Waschgang mit einem Vollwaschmittel bei 60° C abgetötet.

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