Mundgeruch — Abturner Nr. 1

Tabuthema und ein großes soziales Problem

 

 

(ddp direct). Dass Mundgeruch die zwischenmenschlichen Beziehungen privat und beruflich massiv stört und nach wie vor als Tabuthema große soziale Probleme erzeugt, muss wohl nicht mehr dargestellt werden.
Dass 25% der Bevölkerung in Europa zumindest über einen längeren Zeitraum, wenn nicht sogar dauerhaft, Mundgeruch haben, lässt aber schon aufhorchen.

Dass Mundgeruch zu ca. 90% des Vorkommens im Mund- und Rachenraum entsteht, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Nach wie vor meinen auch noch viele Zahnärzte und Ärzte, Mundgeruch sei ein Problem aus dem Magen—so werden deshalb viele Magenspiegelungen völlig umsonst durchgeführt—nicht nur wegen der Kosten für die Krankenkassen, auch für die Betroffenen ist das sehr fragwürdig! Nur bei etwas mehr als 3% ist der Magen die Ursache für Mundgeruch!


Wie kommt es zum Mundgeruch im Mund- und Rachenraum?
Oft wird den Menschen mit Mundgeruch unterstellt, sie würden die orale Hygiene vernachlässigen. Zumeist geschieht das zu Unrecht! Selbst bei perfekter Zahn- und Mundhygiene entsteht das Problem. Woran liegt das?
Diese häufigste Ursache des Mundgeruchs (zu 90% entsteht der Mundgeruch dort) liegt an eine ganz menschlichen und notwendigen Körperfunktion: Wir essen und im Mund wird bereits durch sogenannte anaerobe Bakterien (das sind Bakterien, die sich da wohl fühlen, wo wenig Sauerstoff ist) eine Vorverdauung durchgeführt. Bei diesem Prozess werden sog. Sulfide freigesetzt, die (wie wir z.B. von Knoblauch und Zwiebel kennen—auch das sind Sulfidgerüche) riechen, was dann als Mundgeruch (Halitosis/ Halitose) bezeichnet wird. Diese Bakterien sind also notwendig um die Verdauung vorzubereiten. Da sie sich dort wohl fühlen, wo wenig Sauerstoff ist, halten sie sich gerne z.B. in den Zungenpapillen (das sind die Rillen in der Zunge), im Rachen oder im Verbindungsgang von Nase und Rachen auf. Auch das Gefühl des trockenen Mundes ist oft das Zeichen für Sauerstoffarmut im Mund- und Rachenraum.
In diesem sauerstoffarmen Milieu vermehren sich diese Bakterien innerhalb von Stunden sehr stark und produzieren somit mehr riechende Sulfide.
Warum diese Sulfide beim einen mehr und beim anderen weniger zu riechen sind ist ein Phänomen, das noch nicht geklärt werden konnte.

Wie kann man selbst Mundgeruch wahrnehmen?
Unser Geruchssinn ist so gesteuert, dass wir unsere eigenen Körpergerüche nicht riechen. Sonst würden wir wahrscheinlich nichts anderes mehr riechen. Das beste Beispiel dafür ist z.B. Parfüm—wenn wir das einige Zeit an uns auftragen, riechen wir es plötzlich gar nicht mehr selbst. Nur die anderen nehmen es noch wahr. So ist es auch mit dem Mundgeruch. Wir selbst riechen ihn nicht. Da hilft es auch nicht, wenn wir in die Hand hauchen und versuchen daran zu riechen.
Das sicherste ist, dass ein vertrauter Mitmensch am Atem riecht und ehrliche Auskunft gibt. Häufig ist aber so ein Mensch nicht da, wenn wir gerade unsicher sind, oder er traut es sich uns nicht zu sagen, dass wir aus dem Mund riechen in der Angst, uns zu verletzen.
Einige Zahnärzte haben einen sogenannten Halimeter. Mit diesem kann man diese Sulfide messen und hat damit eine sehr sichere Methode der Messung. Dieses Gerät ist aber sehr teuer (ca. 3.500 Euro) und groß und damit für uns Normalbürger nicht alltagstauglich. Die Firma Tanita (bekannt durch deren Präzisions-Personenwaagen) hat nun ein sehr handliches, feuerzeuggroßes Gerät entwickelt, das das Vorhandensein von Sulfiden misst und damit recht verlässlich Auskunft zur Situation des Atems gibt. Das Gerät wird unter Tanita-Fresh-Kiss z.B. auch in Apotheken für knapp 50 Euro angeboten und ist damit nicht nur klein sondern auch erschwinglich.
Als „Schnelltest“ kann man auch den Handrücken ablecken, ca. 30 Sekunden warten und dann am Handrücken riechen oder man reibt mit einem sauberen Tuch über die Zunge und riecht daran.

Was kann man gegen Mundgeruch tun?
Es werden mittlerweile viele Lösungsmöglichkeiten des Problems Mundgeruch angeboten, die auch wirksam sind. Letztendlich muss der Kunde entscheiden, was er machen möchte—hier sollen die wichtigsten Möglichkeiten als Entscheidungsgrundlage kurz dargestellt werden:
1. Überdecken des Mundgeruchs mit Pfefferminze, Menthol, starken Kräutergerüchen, etc..
Dies wird am häufigsten mit Kaugummis, Bonbons, starken Mundwässern und Zahnpasten gemacht. Es hilft allerdings meist nur für ein paar Minuten. Es ist auch darauf zu achten, dass in den Mundspülungen kein Alkohol und in den Zahnpasten keine Schäumer sind—diese trocknen den Mund- und Rachenraum aus, was die Bakterien lieben!
2. Natürlich ist eine gute Mundhygiene wichtig! Nicht nur die Zunge reini-
gen, die Zähne putzen und Mundspülen—auch der regelmäßige Gang zum Zahnarzt ist wichtig! Gerade auch z.B. Zahnfleischbluten muss behandelt werden, da Blut eine ideale Grundlage für die anaeroben Bakterien ist, sich zu vermehren. Meistens reicht das allerdings nicht aus.
3. Viele Produkte am Markt töten die Bakterien ab—also eine Art anti-
biotische Wirkung. Dies wird zum Teil nicht offen dargelegt. Zu erkennen ist diese Art der Wirkung daran, dass nach einer bestimmten Zeit (meistens ein paar Wochen) eine Anwendungspause eingelegt werden muss oder das Produkt „kurmäßig“ ein paar Wochen angewendet werden soll. Das Abtöten ist sicher wirksam, weil die Bakterien nicht mehr da sind. Die Probleme sind:
  Die Bakterien können dann die Vorverdauung nicht mehr durchführen
  Es werden nicht nur die anaeroben Bakterien abgetötet—auch die übrige Mundflora kann beeinflusst werden
  Nach der Behandlungspause sind die Bakterien wieder da (der Körper braucht sie ja) und dann geht das Abtöten wieder von vorne los
4. Eine intelligente, schonende und einfache Lösung des Problems
Mundgeruch hat der Zahnarzt Dr. Katz vor 22 Jahren entwickelt und unter dem Namen Therabreath auf den amerikanischen Markt gebracht. In Europa sind diese Produkte unter dem Namen Tetrobreath auch in den Apotheken erhältlich.
Dr. Katz, der auch maßgeblich an der Erkenntnis beteiligt war, dass der Mundgeruch zu über 90% im Mund- und Rachenraum entsteht, geht von der Tatsache aus, dass die Bakterien Sauerstoff nicht mögen. Er entwickelte zunächst eine Pumpe, mit dem sich der Kunde Sauerstoff in den Mund- und Rachenraum blies—eine nicht alltagstaugliche, aber sehr wirksame Methode. Dann kam er auf die Idee, Sauerstoff in ein Zahngel und eine Mundspülung zu integrieren. Er entwickelte dazu die patentierte und sehr geheim gehaltene (man kann die Art der Geheimhaltung mit der Formel für Coca Cola vergleichen) Sauerstoff-Formulierung OXYD-8.
OXYD-8 ist fest in der Mundspülung und im Gel gebunden und wird beim Zähneputzen und Mundspülen/ Gurgeln überall im Mund- und Rachenraum freigesetzt. Das hat 2 Wirkungen:
  Bringt man Sauerstoff und Sulfid in Verbindung, entsteht Sulfat—Sulfat ist geruchlos
  Die Bakterien fühlen sich in dem sauerstoffreicheren Milieu nicht so wohl, vermehren sich nicht mehr so stark und produzieren damit weniger Sulfid.
Eventuell vorhandene Zungenbeläge müssen vor dem Zähneputzen vorsichtig entfernt werden. Da die Bakterien sich gerne in den Zungenpapillen aufhalten, würden die Beläge wie ein Deckel wirken und das OXYD-8 (der hoch dosierte Sauerstoff) könnte nicht an die Bakterien ran.
Somit ist das eine Art der Mundgeruchs-Behandlung, die im täglichen Ablauf eingebunden ist.

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Februar 2014 11:11
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