Depressionen behandeln

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Mit neuer Energie voran: Vor allem älteren Depressionspatienten helfen Therapien mit biografischen Elementen. Foto: Schön Klinik/akz-o


(akz-o). Im Alter das Leben noch einmal richtig genießen – für viele ist das die Idealvorstellung. Klar ist: Etwa im Alter von 60 Jahren beginnt für die meisten Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Die eigene Berentung oder die des Partners rückt näher, Verpflichtungen nehmen ab und vielleicht kommen sogar Enkelkinder ins Haus. Doch nicht für jeden ist die Lebensphase zwischen 60 und 80 Jahren leicht zu bewältigen. Denn die Veränderungen können gravierend sein: Alltagsstruktur und eheliche Balance ändern sich, soziale Kontakte sind mitunter schwer zu halten, finanzielle sowie körperliche Einschränkungen sind möglich. Nicht zuletzt kommen vermutlich Todesfälle im engeren Umkreis hinzu.

„Eine solche Lebensphase kann psychisch sehr belastend sein und ernsthafte Folgen haben. Erkrankungen wie Depressionen sollte man jedoch auf keinen Fall hinnehmen, denn sie sind in jedem Alter gut behandelbar“, betont Univ.-Doz. Dr. Gernot Langs, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt. Psychotherapeutische Maßnahmen, eventuell unterstützt durch eine medikamentöse Therapie, haben sich bei Depressionen als besonders wirkungsvoll erwiesen. Michael Krüger, Funktionspsychologe und Psychologischer Psychotherapeut, erklärt: „Gerade bei älteren Menschen empfehlen sich psychotherapeutische Konzepte, die biografische Elemente einbinden. In Fachkreisen sprechen wir von Reminiszenz-Therapie.“
Auch Krüger arbeitet in der Schön Klinik Bad Bramstedt, die zu den größten psychosomatischen Kompetenzzentren Deutschlands zählt. 2011 hat das Fachkrankenhaus nahe Hamburg rund 1.500 Depressionspatienten behandelt, gut acht Prozent von ihnen waren älter als 60 Jahre. „Für diese Patientengruppe bieten wir jetzt ein eigenes Therapiekonzept an“, so Krüger. „Wir helfen unseren Patienten dabei, die eigene Lebenslinie mit verändertem Blickwinkel wahrzunehmen und das große Potenzial zu nutzen, das in der persönlichen Lebenserfahrung liegt.“ In psychotherapeutischen Gruppensitzungen mit ähnlich Betroffenen lernen die Patienten, die Probleme und Belastungen des Lebensalltags zu bewältigen. Weitere Behandlungselemente wie Einzeltherapie, sport- und bewegungstherapeutische Maßnahmen, Entspannungstechniken oder kreatives Arbeiten in der Kunst- und Ergotherapie ergänzen das mehrwöchige stationäre Konzept. Ziele der Behandlung sind eine Verbesserung der Symptome und eine Steigerung der Lebensqualität.

Letzte Änderung am Samstag, 12 Januar 2013 12:56
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