Aktiv und bewusst leben

4. April 2012: "Tag der älteren Generation"

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Wer im Alter ungewollte Rundungen vermeiden will, sollte sich gesund ernähren und viel Obst und Gemüse essen. Foto: djd/cefamagar/Radius Images


(dtd). Auf der ganzen Welt wächst die Altersgruppe 60plus aufgrund des demographischen Wandels kontinuierlich an. Während die Geburtenrate niedrig bleibt, steigt die durchschnittliche Lebenserwartung bei deutschen Männern bis 2050 auf etwas 83,5 Jahre und bei Frauen auf etwa 88,0 Jahre. Die Altersverteilung in der Gesellschaft wird sich dadurch drastisch verschieben. So werden in Deutschland 2050 fast doppelt so viele über 65-jährige Menschen leben wie unter 20-jährige. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat beispielsweise die Europäische Kommission 2012 zum "Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen" erklärt.

Ziel ist es, für die Herausforderungen und Chancen einer langlebigen Gesellschaft zu sensibilisieren und die Vielfalt der Möglichkeiten zur Bewältigung des Alterns in seinen vielen Dimensionen aufzuzeigen. Am 4. April 2012 wird zudem der "Tag der älteren Generation" als internationaler Aktionstag begangen, er soll Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen. Motto: Je früher und je energischer die Herausforderungen des Wandels angegangen werden, desto erfolgreicher kann man damit umgehen. Am Ende des Prozesses kann die ganze Gesellschaft durch ein Mehr an Aktivität, Gesundheit und Sicherheit profitieren.
Ein Patentrezept dafür, wie sich die zweite Lebenshälfte mit möglichst viel Freude genießen lässt, gibt es allerdings nicht. Denn es sind eine Reihe höchst unterschiedlicher Faktoren, die das Wohlgefühl beeinflussen können und zudem sind diese bei jedem Einzelnen unterschiedlich gewichtet. Dennoch lässt sich feststellen, dass es bestimmte Eckpunkte wie Gesundheit, Ernährung, aktives Leben oder geistige Fitness gibt, die mit einiger Sicherheit zu mehr Lebensfreude im Alter beitragen können. Speziell zum Thema "Wohnen im Alter" gibt es von der Stiftung Warentest beispielsweise den informativen Ratgeber "Leben und Wohnen im Alter". Die zweite, komplett überarbeitete Auflage ist im August 2011 erschienen (ISBN: 978-3-86851-036-2, 19,90 Euro, Bestellmöglichkeit: www.test.de). Das Buch bietet alle Entscheidungshilfen, um die eigene Wohnsituation den Bedürfnissen des höheren Alters optimal anzupassen. Der Ratgeber entstand mit Unterstützung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.

Gesund bleiben
Auf Veränderungen frühzeitig reagieren

Mit zunehmendem Alter schwindet die Muskelmasse, die Hormonproduktion lässt nach und der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Die aufgenommenen Kalorien aus der Nahrung werden langsamer verbrannt - der Überschuss wandert in die Fettdepots. Bereits ab Anfang 40 beginnt dieser langsame Umstellungsprozess. Wer rechtzeitig reagiert, die Waage im Auge behält und seine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten umstellt, dem bleiben die Extrapfunde erspart. Statt Weißmehl sollten Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und wertvolle Pflanzenöle auf dem Speiseplan stehen. Vor allem Eiweiß ist wichtig, denn es bewahrt vor einem weiteren Muskelabbau und kann nach Ansicht von Ernährungsexperten zu einer Gewichtsabnahme beitragen. Hierbei sollte man zu mageren Fleischsorten wie Pute oder Hähnchen greifen oder mageren Quark, Joghurt und Käse verzehren. Reich an biologisch hochwertigem Eiweiß sind beispielsweise auch Vitaldiäten aus der Apotheke, mit der einzelne oder mehrere Mahlzeiten am Tag ersetzt werden können. Mehr Informationen dazu gibt es beispielsweise unter www.cefamagar.de.

Auch in hohem Alter kann mit gezieltem Training die Muskulatur aufgebaut, die Körperwahrnehmung geschult und der Gleichgewichtssinn verbessert werden. Doch leider sind viele Sportarten für Senioren eher ungeeignet. Leicht durchführbar und effektiv ist etwa ein spezielles, seitenalternierendes Vibrationstraining (Informationen gibt es beispielsweise unter www.galileo-training.com). Dr. med. Silke von der Heide, Physiotherapeutin und Ärztin aus Bovenden: "Die Reflexe bei einem solchen Training liegen im Bereich des Rückenmarks und geschehen unbewusst. Man muss nicht darüber nachdenken, was geschieht. Dieser Aspekt verschafft insbesondere Menschen, die ihre Muskeln nicht mehr gut willentlich steuern können, eine Aktivierungsmöglichkeit." Ein solches kompaktes Gerät simuliert den natürlichen Bewegungsablauf des Menschen beim Gehen und lässt sich platzsparend im eigenen Zuhause unterbringen. Das Training ist besonders schonend für das Herz-Kreislauf-System und wirkt durchblutungsfördernd und stoffwechselanregend.

Den Alltag erleichtern
Barrierefreie Lösungen in allen Wohnbereichen

Die deutsche Bevölkerung altert: Im Jahr 2019 werden nach einer Prognose des Statistischen Bundesamts rund 30 Prozent der Bundesbürger über 60 Jahre alt sein, bis 2041 wird die "Generation 60 plus" schon einen Anteil von 41 Prozent ausmachen. Damit ist auch ein wachsender Bedarf an barrierefreiem, altersgerechtem Wohnraum absehbar. Doch bei Renovierungen und Modernisierungen spielt dieses Thema bisher nur eine nachgeordnete Rolle, wie eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. Auf einer Liste von 13 Argumenten, die für eine Renovierung sprechen, lag die Barrierefreiheit auf dem letzten Platz, weit abgeschlagen beispielsweise hinter der "Verschönerung" auf Platz eins und "Wohnqualität/Komfort" auf Platz zwei der Nennungen.

Ein Grund für das mangelnde Interesse könnte darin liegen, dass die Verbraucher "Barrierefreiheit" häufig mit wenig attraktiven Einrichtungsoptionen verbinden. Dabei bieten die Hersteller längst barrierefreie Lösungen für alle Bereiche des Wohnens an. Diese Maßnahmen können bereits in jungen Jahren mehr Komfort ins Haus bringen und dabei zudem eine hohe Gestaltungsfreiheit bieten. Typisches Beispiel sind Rollladen- und Sonnenschutzsysteme. Vielfach werden sie noch über Riemen oder Kurbeln bedient. Dabei ist das Öffnen und Schließen tatsächlich mühsam und im fortgeschrittenen Alter oft kaum mehr zu bewältigen. Moderne Antriebssysteme nehmen den Hausbewohnern diese lästigen kleinen Alltagshürden einfach ab. Sie lassen sich heute über praktische Fernbedienungen regeln. Per Knopfdruck auf Hand- oder Wandsender öffnen und schließen sich Rollläden, Sonnenschutz und andere Haustechniksysteme völlig mühelos. Noch komfortabler ist die Steuerung per Zeitschaltuhr und Sensorik. Je nach Sonnenintensität und Tageszeit öffnen und schließen sich die Behänge ganz von selbst. Informationen zu Antrieben und Systemen gibt es beispielsweise unter www.somfy.de im Internet.

Dass automatisch gesteuerte Rollladen- und Sonnenschutzsysteme beim seniorengerechten Wohnen eine wichtige Rolle spielen, hat auch der Gesetzgeber erkannt und ihre Förderungen in ein Programm der KfW aufgenommen. Im Rahmen des KfW-Programms 155 "Altersgerecht Umbauen" gibt es auch für den Einbau von Antrieben und Steuerungen den staatlichen Förderkredit mit günstigen Zinsen von derzeit unter zwei Prozent. Den Kredit können übrigens nicht nur Ältere, sondern Menschen jeden Alters in Anspruch nehmen. Unter www.kfw.de gibt es Informationen zum Förderprogramm.
Mit fortschreitenden Lebensjahren fallen auch andere alltägliche Dinge immer schwerer. Steile Treppenhäuser beispielsweise werden zu gefährlichen Hindernissen - eine unbedachte Bewegung, schon stolpert man und zieht sich womöglich schwerwiegende Verletzungen zu. Auch nachträglich und in älteren Gebäuden lässt sich vieles noch verändern und einer eingeschränkten Beweglichkeit anpassen. "Entscheidend ist es, Schwellen, Hindernisse und Stolperfallen zu entschärfen oder wenn möglich ganz zu beseitigen", sagt Christian Lucaci, Technischer Leiter von Hawle Treppenlifte. Das fängt bei ausreichend breiten Zimmertüren an und hört mit einer ebenerdigen, einfach betretbaren Dusche längst nicht auf. "Gerade in Altbauten begegnen wir oft engen und sehr steilen Treppenhäusern, teils mit Steigungen von bis zu 75 Grad. Dies stellt für Ältere ein hohes Risiko und eine latente Unfallgefahr dar", sagt Lucaci. Mit überschaubarem Aufwand lässt sich dieses Unfallrisiko beseitigen, indem man sich für den nachträglichen Einbau eines Treppenlifts entscheidet. Der Lift wird dabei jeweils für das eigene Haus maßgeschneidert, ganz gleich, ob die Treppe gerade oder geschwungen verläuft. Somit ist es möglich, die verschiedensten Treppenradien und Steigungen problemlos zu meistern. "Das Treppenhaus sollte möglichst eine Mindestbreite von 80 Zentimetern aufweisen, aber auch für engere Verhältnisse lassen sich Lösungen finden", so Christian Lucaci. Wegklappbare Sitze zum Beispiel sparen wertvollen Raum im Treppenhaus ein, wenn der Lift einmal nicht benötigt wird. Wichtig ist daher ein Planungstermin vor Ort, bei dem der Fachmann Maß nimmt und die jeweils passende Lösung vorschlagen kann.

Weder allein noch im Heim
Senioren-WGs werden immer beliebter

Auch bei den Wohnformen für Senioren ist ein deutlicher Wandel spürbar. Zum einen geht der Trend eindeutig vom Land in die Stadt. Viele ältere Menschen ziehen dorthin, wo es Versorgungsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheker und öffentliche Verkehrsmittel gibt. Außerdem wird aber auch eine Wohnform, die bislang vor allem bei Studenten bekannt ist, bei Senioren immer beliebter: die gute alte WG. Wer im Alter nicht allein oder im Heim leben will, für den ist dies das optimale Konzept. Allerdings wünschen sich die WG-Senioren mehr Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten als junge Leute. Entsprechend großzügig sollten die Räumlichkeiten bemessen sein. Die Menschen, die in einer Senioren-WG leben, sollten in ihren Interessen, Ansichten und Gewohnheiten nicht allzu unterschiedlich sein. "Falls das Gefüge insgesamt aber harmoniert, ist eine WG das beste Mittel gegen die Einsamkeit im Alter", betont Heike Bohnes, unabhängige Sachverständige für Pflege aus Aachen.
Verdrängt werden dürfe allerdings nicht das Risiko, dass der eine oder andere Mitbewohner irgendwann pflegebedürftig werde. Deshalb sollte man rechtzeitig klären, in welchem Umfang sich die Mitbewohner im Pflegefall gegenseitig unterstützen wollen. "Aber auch die Hilfe und Betreuung von außen lässt sich oftmals in einer solchen WG leichter organisieren, als wenn der Pflegebedürftige allein lebt", sagt Heike Bohnes. Die Pflegeexpertin weist darauf hin, dass sich eine WG die Kosten für einen Pflegedienst auch teilen könne, der dann bei Bedarf ins Haus käme.
Die Kosten für eine qualitativ hochwertige Pflege können im Regelfall allerdings nicht allein aus den Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung gedeckt werden. Doch für den Ernstfall lässt sich vorsorgen: "Bei einer Pflegetagegeldversicherung bekommt der Versicherte im Pflegefall einen bestimmten Betrag im Monat zur Verfügung gestellt, mit dem er die Versorgung nach Belieben sicherstellen kann - ganz unabhängig von der konkreten Wohnsituation", rät Dieter Sprott, Experte für Pflegezusatztarife bei den Ergo Direkt Versicherungen. "Und je jünger und je gesünder man beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ist, desto niedriger sind die Beiträge."

Unfallgefahr
Mit dem Alter steigt das Risiko

Wenn Hören, Sehen und die Koordinationsfähigkeit bei Senioren nachlassen, dann steigt das Unfallrisiko. Besonders Stürze mit Knochenbrüchen, aber auch Unfälle im Verkehr - und sei es als Radfahrer oder Fußgänger - sind gefürchtet. Allein 2010 sind 40.502 Personen ab einem Alter von 65 Jahren im Straßenverkehr verunglückt. Das waren zwar 9,3 Prozent weniger als 2009 - aber immer noch eine erschreckend hohe Zahl.

Es ist wichtig, rechtzeitig dafür zu sorgen, dass bei einem Unfall eine maßgeschneiderte Versicherung die Folgen wenigstens finanziell ausgleicht. Sie sollte nach einem Unglück etwa die erhöhten laufenden Kosten für eine Haushaltshilfe, aber auch Ratenkredite und Beiträge für Sparpläne decken. Wichtig kann auch ein Krankenhaustagegeld sein, das es zum Beispiel dem Partner oder der Partnerin ermöglicht, die regelmäßigen Besuche im Krankenhaus zu finanzieren.

"Geschieht ein schwerer Unfall, dann braucht man eine Unfallversicherung, die so angelegt ist, dass mit einer Einmalzahlung beispielsweise der barrierefreie Umbau der Wohnung finanziert werden kann", sagt Horst Fritz von der Nürnberger Versicherungsgruppe. Sie sollte außerdem mit einer Unfall-Rente so kombiniert werden können, dass für die langfristige Sicherung des Lebensstandards ebenfalls gesorgt ist.

Ein wichtiger Bestandteil einer solchen Unfallversicherung sind auch die sogenannten Assistance-Leistungen. Sie können gerade für Alleinstehende, aber auch für Paare eine große Hilfe sein. Bietet der Versicherer diesen Service, dann genügt meist ein Anruf, und umfassende Hilfeleistungen werden sowohl finanziert als auch organisiert.

Letzte Änderung am Dienstag, 03 April 2012 09:47
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