Lebensqualität mit Demenz?

Der Ratgeber von Birgit Frohn und Swen Staack hilft dabei, die Krankheit zu akzeptieren, ohne zu resignieren

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Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

 

(NL/7911480356). Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, wird durch Experten widerlegt: Menschen mit Demenz sind häufig viel sensibler in ihren Wahrnehmungen und besitzen somit auch eine erhöhte Fähigkeit zur Freude (ebenso wie zum Leid). Untersuchungen zur Lebensqualität der Betroffenen haben sogar ergeben, dass sie manchmal zufriedener sind als Gesunde – sofern sie dem jeweiligen Stand ihrer Erkrankung entsprechend versorgt und betreut werden. Das Buch „Demenz – Leben mit dem Vergessen“ zeigt, wie dies erreicht werden kann.


Sicher und geborgen
Mit dem Schicksal Demenz gilt es sich abzufinden, allerdings keineswegs zu resignieren. Wer betroffen ist, kann noch eine Menge zur positiven Gestaltung seines weiteren Lebens beitragen und den Verlauf seiner Krankheit günstig beeinflussen. Umso mehr, je früher die Demenz festgestellt wurde. Dieser ungewohnten Perspektive auf das oft nur als Schreckensszenario gezeichnete Bild vom geistigen Verfall widmet sich der gemeinsam von der Wissenschaftsjournalistin Birgit Frohn und dem Sozialpädagogen Swen Staack, Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft und Träger des Bundesverdienstkreuzes, verfasste Ratgeber. Neben fundierten Informationen zu den verschiedenen Formen und Krankheitsbildern der Demenz, medizinischen Diagnose- und Therapieinstrumenten erfahren die Leser, wie das Wohnumfeld gemäß den Anforderungen der Erkrankung umgestaltet werden sollte und welche technischen Hilfen dabei zur Verfügung stehen. Weiterhin kann nachgelesen werden, welche sinnvollen Beschäftigungen auch bei Demenz weiterhin viel Spaß machen. Und natürlich geht es auch darum, welche Leistungen der Pflegeversicherung den Betroffenen und ihren Angehörigen zustehen und wie diese konkret in Anspruch genommen werden können. Auch rechtliche Angelegenheiten sowie die Auswahl der passenden stationären Pflegeeinrichtung werden im Buch behandelt.

Als Pflegender muss auch an sich selbst denken
Ein weiterer bedeutender Schwerpunkt des Ratgebers ist der Blick auf die Angehörigen und ihre Betreuung des Erkrankten. Denn wer sich selbst angesichts des schweren Schicksals des geliebten Familienmitglieds vergisst, kann auch nicht mehr zum Wohle des Patienten handeln. Oder wie es die Autoren ausdrücken: „Man kann sich nur gut um andere kümmern, wenn man sich auch gut um sich selbst kümmert.“ Diese speziellen Belastungen, denen pflegende Angehörige ausgesetzt sind, wirken sich auf allen Ebenen aus – gesundheitlich und emotional wie auch auf das soziale und berufliche Leben der Pflegenden. Nicht zu vergessen ist das Familienleben. Denn Demenz ist eine Familienkrankheit, die alle betrifft, schon allein deshalb, weil die Familien der größte Pflegedienst sind.

Entlastung durch neue Gesetze
Pflege und Betreuung eines Kranken, nicht nur eines Menschen mit Demenz, bringen hohe Belastungen mit sich – meist in beträchtlichem Ausmaß auch im finanziellen Bereich. Die Pflegeversicherung sichert gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit ab und kann nach dem Pflegeversicherungsgesetz finanzielle Unterstützung leisten, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Mit Beginn des Jahres 2013 treten einige Neuerungen im Pflegeversicherungsgesetz in Kraft. Diese sind ihrerseits gesetzlich im Pflegeneuausrichtungsgesetz verankert. Die Gesetzgeber haben hier weitere Dinge festgelegt, um Menschen mit Demenz das Leben zu erleichtern – auch und vor allem in finanzieller Hinsicht. Das Buch informiert u. a. darüber, was sich ändert und worauf Betroffene und ihre Angehörigen ab dem 1. Januar 2013 Anspruch haben.

BUCHTIPP:
Birgit Frohn und Swen Staack: Demenz – Leben mit dem Vergessen. Diagnose, Betreuung, Pflege – Ein Ratgeber für Angehörige und Betroffene. Mankau Verlag, 1. Auflage November 2012, Klappenbroschur, 2-farbig, 238 Seiten ISBN 978-3-86374-059-7, 14,95 € (D) / 15,40 € (A)

Letzte Änderung am Freitag, 25 Januar 2013 13:42
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