Fokusthema Vitamine & Mikronährstoffe: Große Wirkungen bei geringer Dosis

 

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Foto: Jonathan Keller/  pixelio.de

 

„Deutschland ist kein Vitaminmangelland“ - so reagierte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) vor ein paar Jahren auf mehrfache Meldungen, die in den Medien veröffentlicht wurden, und denen zufolge nahezu alle Deutschen unter einer Vitaminmangelversorgung litten.

Kein Grund zur Besorgnis – denn durch die abwechslungsreiche Ernährung mit nährstoffreichen Gemüse- und Obstsorten, Milch- und Getreideprodukte sowie Seefisch und fettarmem Fleisch wird bei gesunden Personen in Deutschland selten ein Vitaminmangel beobachtet. Im Normalfall sind also zusätzliche Präparate zur Mineralstoffversorgung nicht notwendig.

Dennoch besitzen Vitamine und andere Mikronährstoffe in der Vorbeugung und Therapie ernährungsassoziierter Erkrankungen ein beachtliches Potential. Ihr bedarfsgerechter Einsatz kann die Lebensqualität verbessern und die medikamentöse Therapie von Patienten optimieren. Auch die jährlich steigenden Kosten für Medikamente und Therapien können durch gezielte Mikronährstoff-Therapien verringert werden. Zu den Mikronährstoffen (auch Vitalstoffe genannt) gehören neben Vitaminen auch die Mineralstoffe, Spurenelemente und die sekundären Pflanzenstoffe.

Eine zu geringe Mikronährstoff-Zufuhr kann zu ausgeprägten Störungen des Stoffwechsels führen, da kaum ein physiologischer Prozess im Körper ohne die Beteiligung eines dieser Biokatalysatoren abläuft.

Was sind Vitamine genau?

Vitamine sind lebensnotwendige Verbindungen, die vom Körper nicht oder nur unzureichend selbst gebildet werden. Sie dienen weder als Energielieferanten noch als Baumaterial für Gewebe – ihre Hauptaufgabe besteht in der Steuerung von Stoffwechselprozessen, im Zellaufbau und in der Stärkung des Immunsystems.

Bestimmte Vitamine, wie zum Beispiel Tocopherol, Ascorbinsäure oder BetaCarotin, schützen die Zellen außerdem vor der Schädigung durch freie Radikale, welche maßgeblich an der Entwicklung von Krebs, Herzkrankhei-ten und Diabetes beteiligt sind.

Mikronährstoffmangel: Nicht zu unterschätzen

Die meisten Mikronährstoffmängel sind nicht durch spezifische Mangel-symptome zu erkennen und werden daher viel zu selten diagostiziert. Sie zeichnen sich eher durch unspezifische Befindlichkeitsstörungen aus, wie z.B. Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität oder eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Zu den potenziellen Risikogruppen mit erhöhtem Mikronährstoffbedarf gehören:

• Kinder und Jugendliche
• Menschen mit einseitigen Ernährungsgewohnheiten oder hohem Genussmittelkonsum (Nikotin, Alkohol)
• Personen, die unter Stress leiden
• Schwangere und Stillende
• alte Menschen
• Patienten mit Magen-Darm-Störungen
• Menschen, die regelmäßig Medikamente zu sich nehmen

Derzeit im Fokus: Vitamin D, das Sonnenhormon

In den 20er Jahren wurde entdeckt, dass das „Sonnenvitamin“ D gegen Rachitis wirkt und eine positive Auswirkung auf den Calcium- und Knochenstoffwechsel hat.

Der Begriff „Vitamine“ kommt übrigens aus dem Lateinischen vita = Leben und Amine = stickstoffhaltige Verbindungen – wobei man heute weiß, dass nicht jedes Vitamin Stickstoff enthält.

Neueste Studien zeigen jedoch, dass Vitamin D – das inzwischen eher zu den Hormonen eingeordnet wird – darüber hinaus einen großen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, das endokrine System, das Immunsystem sowie auf die Zelldifferenzierung und das Zellwachstum hat.

Vitamin D, das so genannte Sonnenvitamin, wird durch Sonnenlicht in der Haut gebildet. Nördlich des 42. Breitengrades steht die Sonne in den Wintermonaten nicht hoch genug, um unsere Haut mit den notwendigen UV-B-Strahlen zu versorgen. Bei einem UV-Index unter 3 ist ebenfalls keine Vitamin-D-Synthese über die Haut möglich (Tägliche Abfragemöglichkeit unter uv-index.de). Daher haben so viele Menschen einen Vitamin-D-Mangel - weltweit über eine Milliarde. Viele Wohlstandskrankheiten entfalten sich auf dem Boden des Vitamin-D-Mangels, wie zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder sogar Krebs.

Inzwischen wird vor allem Schwangeren und anderen „Risikogruppen“ wie z.B. Krebspatienten empfohlen, ihren Vitamin-D-Spiegel checken zu lassen um diesen gegebenenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln auf ein gesundes Niveau zu heben.

Mikronährstoffe in der Onkologie - Hilfe für Krebspatieten?

Obwohl Bedenken von onkologischer Seite bestehen, dass Nahrungsergänzungsmittel die Effektivität der Chemo- oder Strahlentherapie beeinträchtigen könnten, geben aktuelle Studien zunehmend Hinweise darauf, dass die medikationsorientierte Supplementierung von Antioxidantien und anderen Mikronährstoffen wie Selen, L-Carnitin und Vitamin D das Ansprechen auf die antineoplastischen Verfahren (CT, RT) durch eine bessere Compliance, eine verringerte Rate an Nebenwirkungen und somit auch an Therapieabbrüchen steigert, sondern auch die Lebensqualität und die Prognose der onkologischen Patienten verbessern kann.

(Aus dem Abstract zum Artikel Komplementärer Einsatz von Antioxidantien und Mikro-nährstoffen in der Onkologie. Update 2013. Von Uwe Gröber et al. in der Zeitschrift Onkologie 2013 · 19:136–143. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013.)

Jod – Achtung: Neue Erkenntnisse zur Unterversorgung

Das Spurenelement Jod dient dem Aufbau der Schilddrüsenhormone und ist am Zellwachstum sowie am Energie- und Wärmehaushalt beteiligt. Bei Jodmangel verlangsamt sich der Stoffwechsel, was Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Appetitmangel mit sich bringen kann.

In Deutschland hat sich die Jodversorgung seit den 90er Jahren verbessert, weltweit sind jedoch bis heute noch immer knapp zwei Milliarden Menschen von Jodmangel betroffen.

Im aktuellen zwölften Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) deuten neueste Studien jedoch darauf hin, dass sich der Jodstatus in Deutschland allmählich wieder verschlechtert: Die Jodversorgung von Kindern sei hier nicht zufriedenstellend, mehr als die Hälfte der Sechs- bis Zwölfjährigen erreiche nicht die empfohlene Jodzufuhr.

Deshalb empfiehlt die DGE, auch bei Kindern ein- bis zwei Mal pro Woche Seefisch auf den Mittagstisch zu bringen und ansonsten bei der Zubereitung von Speisen immer Jodsalz zu verwenden.

Quelle: medicalpress.de

Letzte Änderung am Samstag, 13 Juli 2013 16:42
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