Wenn die Schilddrüse Probleme macht: Diese Therapien helfen

 

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Foto: shutterstock/Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel/akz-o

 

(akz-o). Sie ist klein und unscheinbar. Aber wenn sie nicht funktioniert, regiert in uns das Chaos! Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfs und produziert Hormone, die Einfluss auf sämtliche Stoffwechselvorgänge des Körpers haben.
„Die häufigste Erkrankung ist eine leichte Vergrößerung der Schilddrüse, auch Struma oder im Volksmund Kropf genannt“, erklärt Prof. Dr. med. Rudolf Hesterberg, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel (www.rkh-kassel.de). „Ursache ist in den meisten Fällen Jodmangel. Die Schilddrüse versucht, diesen Mangel auszugleichen, indem sie zusätzliches Gewebe bildet.“

Beschwerden sind vielfältig
Symptome für eine Überfunktion der Schilddrüse sind Nervosität, Konzentrationsschwäche, Herzrasen, Schlafstörungen, starkes Schwitzen oder Gewichtsverlust.
Ausgelöst wird eine Überfunktion meist durch sogenannte heiße Knoten. Bestimmte Bezirke des Schilddrüsengewebes entgleisen und produzieren unkontrolliert Hormone. In einigen Fällen gibt das ganze Organ übermäßig viele Hormone ab. Diese Erkrankung nennt man Morbus Basedow, eine eher seltene Autoimmunerkrankung.
Zu einer Unterfunktion hingegen kommt es, wenn die Drüse zu wenig Hormone produziert. Spürbare Folgen können Kälteempfindlichkeit, Verstimmungen, niedriger Blutdruck, Herzbeschwerden und brüchige Fingernägel sein. 


Die richtige Behandlung
Patienten mit einer Unterfunktion erhalten Tabletten mit Schilddrüsenhormonen. Eine Überfunktion durch heiße Knoten kann mit radioaktivem Jod behandelt werden. „Bei dieser Therapie bekommen die Patienten ein Getränk oder eine Kapsel mit radioaktiv gemachtem Jod, das von den Gewebeteilen des Organs eingelagert wird, die die Überfunktion verursachen“, erklärt Prof. Hesterberg. Durch die Strahlen werden diese Bezirke ausgeschaltet. Der Rest des Körpers bleibt von der radioaktiven Strahlung verschont.
Eine Alternative, insbesondere bei großen Knoten, ist die Operation. „Ein neuartiges Verfahren, die Mikrowellenablation, könnte eine Alternative zu den etablierten Therapien sein“, weiß der Experte.
In örtlicher Betäubung wird eine Sonde durch die Haut geleitet. Sie dient dazu, die Mikrowellen direkt auf die Schilddrüsenknoten zu lenken. Die kranken Zellen werden durch die Wellen erhitzt und das behandelte Schilddrüsengewebe vom Körper abgebaut.
Bei Morbus Basedow werden Medikamente verabreicht, die die Schilddrüsenhormonproduktion blockieren. Kommt es nach einjähriger Therapie zu einem Rückfall, muss operiert werden. Weitere Gründe für eine Schilddrüsenoperation sind Druck auf die Luftröhre, Schluckbeschwerden oder der Verdacht auf eine bösartige Schilddrüsenerkrankung.

Letzte Änderung am Freitag, 19 Juli 2013 19:07
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