Großer Wunsch nach Normalität

Experten fordern: Ziele von ADHS-Betroffenen stärker berücksichtigen

djd Isgro Gesundheitskommunikation thx kw 17-12

In der Schule bleiben ADHS-Kinder oft hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Foto: djd/Isgro-Gesundheitskommunikation/thx


(djd/pt). Mit einer individuellen, aus verschiedenen Bausteinen bestehenden Therapie kann die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erfolgreich behandelt werden. Sowohl Medikamente als auch die Verhaltenstherapie haben sich als wirksam erwiesen. Hinweise auf eine Wirksamkeit gibt es zudem für Elterntrainings, kognitives Training und Neurofeedback. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist es, wirksame Maßnahmen individuell zu kombinieren. Dabei sollten immer auch die persönlichen Ziele der Betroffenen berücksichtigt werden. Hier sehen Experten in Deutschland noch Verbesserungsbedarf.


Individuelle Behandlung ist wichtig
ADHS beeinträchtigt die Betroffenen in Schule, Ausbildung und Beruf sowie in ihren sozialen Beziehungen. In der Schule bleiben sie oft hinter ihren Möglichkeiten zurück. Im Berufsleben und in der Partnerschaft scheitern sie häufiger. "Die Betroffenen wollen von Verhaltensweisen befreit werden, die sie zu Außenseitern machen. Ohne eine individuelle Behandlung ist dieses Ziel kaum zu erreichen", sagt Professor Dr. Dr. Martin Holtmann von der LWL-Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Hamm.

Ziele der Betroffenen einbeziehen
In einer aktuellen Stellungnahme weist auch der wissenschaftliche Beirat der Informationskampagne "ADHS und Zukunftsträume" auf die Bedeutung von individuellen Zielen bei der Behandlung von ADHS hin. Nach einer gesicherten Diagnose können Arzt und Patient gemeinsam Behandlungsziele festlegen. Personen aus dem direkten Umfeld wie Eltern, Geschwister und Partner sollten ebenfalls ihre Ziele benennen, um die Lebensqualität aller Beteiligten zu verbessern. Mit Blick auf immer wieder geäußerte Vorbehalte betont Holtmann: "Die Behandlung der ADHS zielt nicht darauf ab, die Individualität, das Temperament oder den Charakter der Betroffenen zu verändern. Ziel ist es, die Betroffenen dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten und Begabungen so zu nutzen, wie sie es sich wünschen."

ADHS und Zukunftsträume
Die Informationskampagne "ADHS und Zukunftsträume" unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin a. D. Renate Schmidt schafft Aufmerksamkeit für die Situation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS und weist auf Verbesserungsbedarf in Diagnostik und Therapie hin. "ADHS und Zukunftsträume" wurde initiiert von der Shire Deutschland GmbH in Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfeverband ADHS Deutschland, der AG ADHS der Kinder- und Jugendärzte und dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. Unter www.adhs-zukunftstraeume.de gibt es weitere Informationen.

Letzte Änderung am Montag, 30 April 2012 10:03
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