Masernimpfung: Unwissenheit auf dem Vormarsch - das kann bedenklich werden

Erwachsene unterschätzen das Risiko

 

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Eine hohe Ansteckungsgefahr besteht in großen Menschenansammlungen, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Großveranstaltungen. Foto: djd/GlaxoSmithKline

 

(djd/pt). Der Großteil der bundesdeutschen Bevölkerung denkt, Masern seien eine harmlose Kinderkrankheit - und liegt damit falsch. Auch von der aktuellen Masern-Mumps-Röteln-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, wissen nur wenige. Tatsächlich ist die Ansteckungsgefahr aufgrund bestehender Impflücken für Erwachsene besonders hoch. Trotzdem ist die Impfbereitschaft in dieser Risikogruppe eher niedrig. Übertragen werden die hoch ansteckenden Viren durch Tröpfcheninfektion.


Immer öfter erwischt es junge Erwachsene
Immer häufiger trifft die Masernerkrankung neben Kindern auch Erwachsene. Inzwischen ist fast jeder fünfte Erkrankte über 20 Jahre alt. "Seit 2006 verzeichnet das Robert Koch-Institut wieder eine Zunahme der Masernfälle speziell bei Erwachsenen, die zwischen 1970 und 1990 geboren sind", berichtet Impfspezialist Dr. Albrecht von Schrader-Beielstein, Facharzt für Allgemein- und Tropenmedizin und Arzt für Naturheilverfahren. Seiner Meinung nach liege es daran, "dass sich die Impfung nach 1970 nur langsam durchgesetzt hat und anfangs nur eine Impfung verabreicht wurde". Dabei sei die zweite Impfdosis "im Fall der Masern keine Auffrischungsimpfung, sondern ein Muss - falls die erste Impfdosis keine ausreichende Immunantwort provoziert hat".

Masern-Mumps-Röteln-Impfung: drei auf einen Streich
Masern sind nicht harmlos: 20 Prozent der Patienten, die von Mitte 2011 bis Mitte 2012 europaweit daran erkrankten, mussten wegen Komplikationen stationär behandelt werden (European Centre for Disease Prevention and Control 2012). Masernviren können Mittelohr, Lunge oder auch Gehirn befallen und eventuell zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen.

Geimpft werden sollte bevorzugt mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln. Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Impfung bis zum 18. Lebensjahr sowie für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, bei denen der Impfstatus unklar ist beziehungsweise die bisher nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpft wurden.

Die Tücke mit der Lücke
Bereits für das Jahr 2010 hatte die WHO das Ziel ausgegeben, die Masern weltweit zu eliminieren. Diese Terminvorgabe erwies sich als unhaltbar. Auch die aktuelle Frist bis 2015 wird voraussichtlich erfolglos verstreichen. Europaweit ist stattdessen eine Zunahme der Masernfälle zu verzeichnen: Seit 2008 hat sich die Zahl gemeldeter Fälle vervierfacht. Grund für entsprechende Epidemien in Deutschland sind bestehende Impflücken. 95 Prozent der Bevölkerung müssten Immunität aufweisen, damit die Viren nicht zirkulieren können.

Letzte Änderung am Montag, 07 Oktober 2013 13:38
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