Folgen des Rauchens erkennen

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Foto: Nycomed/akz-o


(akz-o). Jahrelanger Tabakkonsum führt bei etwa 5,4 Millionen Menschen zu schwerwiegenden Erkrankungen, so die Bilanz der Weltgesundheitsorganisation WHO. Insbesondere die – als Raucherhusten abgetane – Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist auf dem Vormarsch: In Deutschland gibt es bereits sechs Millionen Betroffene. Eine erschreckende Zahl, die zum endgültigen Rauchstopp motivieren sollte. Daher setzt der Weltnichtrauchertag am 31. Mai auch wieder auf gesundheitliche Aufklärung.


Was ist COPD?
COPD ist eine chronische und voranschreitende Entzündung der Bronchien. „20 bis 25 Prozent der Raucher bekommen COPD“, sagt Dr. Hesse, Lungenfacharzt bei Augsburg. Jahrelanger Tabakkonsum gilt als Hauptursache der einengenden Atemwegserkrankung. Mit der Zeit gelangt immer weniger Luft in die Lunge. Diese Verschlechterung wird durch Krankheitsschübe (sogenannte Exazerbationen) deutlich. Hierbei erleidet der Patient akute Atemnot, hustet stärker als gewöhnlich und wirft mehr Schleim aus. Häufig werden diese Symptome als Erkältung abgetan und nicht als ernsthaftes Signal erkannt.


Die verkannte Gefahr
Die ersten Anzeichen der COPD sind gut einzuordnen, wenn man sie kennt. „Ein deutliches Signal ist vermehrter Husten, der von starkem Auswurf begleitet wird. Als Folge dessen tritt auch Luftnot auf“, erklärt Dr. Hesse. Betroffene verkennen die Symptome, gehen von einem leichten Raucherhusten aus und suchen zu spät den Arzt auf. So war es auch bei Helma Mattern. Die 68-Jährige leidet seit 2005 an COPD. Bei ihr fing alles mit einer einfachen Bronchitis an, die unterschätzt und chronisch wurde. Erst vier Jahre später erkannte die Augsburgerin den Ernst der Lage. „Ich habe noch bis 2009 geraucht und erst aufgehört, als ich schon zusätzlichen Sauerstoff gebraucht habe“, berichtet sie. Nach mehreren Exazerbationen ist sie rund um die Uhr auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen. Doch so weit muss es nicht kommen. Es ist wichtig, die ersten Anzeichen richtig zu deuten, damit direkt zu Beginn der COPD das Voranschreiten durch eine entzündungshemmende Medikation verlangsamt werden kann. Betroffene müssen darüber hinaus lernen, mit COPD zu leben. „Die Lunge benötigt, besonders am Vormittag, sehr viel Zeit, um die Arbeit einigermaßen übernehmen zu können. Alleine Aufstehen oder Anziehen sind da nicht möglich“, erklärt Frau Mattern. Vor allem das wohl Natürlichste der Welt – das Atmen – müssen COPD-Erkrankte wieder neu lernen. Helma Mattern schwört auf das tägliche Trainieren ihrer Lunge durch Atem-übungen, obwohl es schwerfällt aktiv zu bleiben. „Man muss auch mit jemandem sprechen können, das Vertrauen zum Lungenfacharzt ist sehr wichtig. Aber es gibt auch Selbsthilfegruppen oder Initiativen, die einem mit Ratschlägen zur Seite stehen“, weiß Helma Mattern.
Die Initiative Mein Leben mit COPD bietet umfangreiche Informationen und Service für Betroffene und deren Angehörige: www.mein-leben-mit-copd.de und Tel. 0800-295 66 66 (kostenlose Hotline).

Letzte Änderung am Samstag, 12 Mai 2012 10:12
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