Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindernotfällen

Fotolia krankes kinf Joanna Zielinska - Fotolia.com

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(ddp direct). Privatdozent Dr. med. Michael Barker, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf gibt Tipps, wie sich Eltern bei Anzeichen eines Insektenstiches verhalten sollen, welche Situationen bei drohendem Sonnenstich besonders gefährlich sind, und wie man einem Hitzschlag bei Kindern vorbeugen kann.


Mücken, Wespen, Bienen – in der warmen Jahreszeit sind Insektenstiche besonders häufig. Die meisten davon verlaufen harmlos mit einer rasch vorübergehenden Schwellung, leichtem Juckreiz und Schmerz. Die Stichwunde sollte desinfiziert und gekühlt werden, evtl. kann eine juckreizstillende Substanz als Gel aufgetragen werden. „Bei einem Bienenstich bleibt anders als bei einem Wespenstich der Stachel in der Haut“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Barker. „Der Stachel sollte vorsichtig entfernt werden, ohne den anhängenden Giftsack zu berühren.“

Manche Kinder und Jugendliche entwickeln jedoch stärkere Reaktionen an der Einstichstelle mit ausgeprägter Schwellung und Rötung, welche Hinweis auf eine Infektion des Unterhautgewebes sein kann. In diesem Fall sollte rasch ein Arzt oder eine Kinder-Rettungsstelle aufgesucht werden. Neben Kühlen mit kalten Umschlägen ist eventuell eine Antibiotika-Behandlung erforderlich, insbesondere an kritischen Stellen wie Händen oder Gesicht. Wenn nach einem Insektenstich großflächige Hautrötungen, Nesselsucht, Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwindel, Blässe, Frösteln oder Hitzegefühl bzw. Atembeschwerden auftreten, spricht dies für eine Insektengift-Allergie. In diesem Fall sollte sofort der Rettungsdienst verständigt und eine weitere Versorgung und Allergie-Abklärung eingeleitet werden, da die akute Reaktion oder auch weitere Stiche gefährlich werden können.

Ebenso ist besondere Vorsicht bei Zeckenbissen geboten – die Tiere sollten möglichst rasch und fachkundig entfernt, die betroffene Stelle desinfiziert und nachbeobachtet werden. Bei einer Rötung ist der Kinderarzt aufzusuchen, um eine möglicherweise auftretende Borreliose, die von Zecken übertragen werden kann, rasch behandeln zu können.

Ein Sonnenstich wird durch direkte Sonneneinstrahlung verursacht. Es kommt zu einer Reizung der äußeren Gehirnhaut, die eine Schwellung und Drucksteigerung im Schädel verursachen kann. „Eltern sollten besonders bei Säuglingen darauf achten, dass diese vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Barker. „Vor allem lange Autofahrten, Schlafen in der Sonne oder das Spielen und Baden ohne Kopfbedeckung können für Kinder besonders gefährlich sein“, betont der Chefarzt. Übelkeit, Kopfschmerzen und kühle Haut am Körper sind erste Anzeichen für einen drohenden Sonnenstich. „Hier hilft eine rasche Kühlung mit kalten Umschlägen. Auch sollte das Kind sofort an einen kühlen, schattigen Platz gebracht werden. Sofern sich nicht innerhalb weniger Minuten der Zustand verbessert, sollte auch hier der Rettungsdienst gerufen werden“.

Vom Hitzschlag reden Mediziner dagegen, wenn die allgemeine Körpertemperatur durch äußere Einflüsse in bedrohlichem Maße steigt. Säuglinge und Kleinkinder sind hier besonders gefährdet, zum Beispiel wenn sie in der Sonne im Kinderwagen oder Auto schlafen oder zu warm angezogen sind. Bei hohen Außentemperaturen kann der Körper seine Wärmeregulation nicht mehr aufrecht erhalten und es kommt zum Hitzschlag mit Bewusstseinsstörung und schwitziger geröteter Haut. „Da der Hitzschlag auch Atemstörungen und Herz-Kreislauf-Versagen verursachen kann, ist sofort der Rettungsdienst zu informieren“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Barker.

Aus kinderärztlicher Sicht sollten Eltern im Sommer darauf achten, dass junge Kinder nicht unbeaufsichtigt und ohne Kopfbedeckung der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Darüber hinaus sollte auf ausreichenden Sonnenschutz und eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei Insektenstichen helfen in der Regel Desinfizieren und Kühlen, aber bei Zeichen einer stärkeren Reaktion ist kurzfristige medizinische Vorstellung wichtig. So kommen Sie und Ihr Kind gut und gesund durch die Sommerzeit.

Letzte Änderung am Dienstag, 26 Juni 2012 11:23
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