Gut verwurzelt

Bäume - das Wichtigste ist unsichtbar

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 Vor einer Pflanzung sollten die Bodenverhältnisse geprüft und gegebenenfalls verbessert werden, um Wuchsbeeinträchtigungen zu vermeiden. Foto: PdM

 

Wer an einen Baum denkt, sieht vor seinem geistigen Auge mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst einen kräftigen Stamm und eine üppige grüne Baumkrone. Das Wurzelwerk, das für den festen Stand und die Nährstoffversorgung eines Gehölzes entscheidend ist, wird sich kaum jemand vorstellen, denn es befindet sich im Erdboden und ist im Normalfall nicht sichtbar. Wenn im Herbst und im Frühling wurzelnackte Bäume gepflanzt werden oder auch, wenn oberflächennahe Wurzeln nicht mehr ganz mit Erde bedeckt sind, bekommt man einen Eindruck davon, was im Untergrund verborgen ist. Das Wurzelwerk eines Baumes kann von der Größe dem Ausmaß der Krone entsprechen und deshalb einen beachtlichen Umfang erreichen. Das ist auch notwendig, denn es ist wichtig für die Standfestigkeit, zum Beispiel wenn Herbststürme toben und der Baum durch die enorme Kraft des Windes großen Belastungen ausgesetzt ist.

Städte sind Extremstandorte

Die Länge der Wurzeln variiert unter anderem, weil nicht jeder Standort den Pflanzen eine optimale Wurzelentwicklung ermöglicht. Im Siedlungsbereich ist der Wurzelraum oft durch unterkellerte Gebäude oder andere Bauwerke begrenzt. Auch die wärmeren Temperaturen, die in der Stadt um einige Grad höher sein können als im Umland, machen den Bäumen zu schaffen, weil sie den Wasserverbrauch erhöhen. Städte sind deshalb für Bäume Extremstandorte und mancher Baum, der aus trockeneren und wärmeren Regionen der Welt kommt, ist an diese Verhältnisse besser angepasst als heimische Baumarten.

Unterschiedliche Wurzelsysteme

Bei den Bäumen wird je nach Wurzelsystem in Tiefwurzler, Flachwurzler und sogenannte Herzwurzler unterschieden. Die Bodenart, auf der eine Pflanze zuhause ist, hat einen großen Einfluss auf die Art des Wurzelwerkes. Eine Kiefer, die auf nährstoffarmem und trockenem Sandboden wächst, bildet lange Pfahlwurzeln, um in der Tiefe an Wasser zu gelangen. Auch Eiben und Wacholder gehören zu den Tiefwurzlern. Andere Bäume, die wie Birken und Erlen auf gut mit Wasser versorgten Böden wachsen, brauchen keine derart langen Wurzeln. Für sie reicht ein oberflächennahes, flaches Wurzelsystem. Herzwurzler wie Buchen und Buchsbäume nehmen eine mittlere Position zwischen den Flach- und Tiefwurzlern ein. Sie haben keine langen Pfahlwurzeln, aber ihre Wurzeln verlaufen auch nicht nur oberflächennah. So entsteht ein Wurzelsystem, das eine mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Herzform hat, wenn man es in der Mitte durchschneiden würde. Ein verdichteter Boden, ein sehr hoher Grundwasserspiegel oder Staunässe beeinflussen das Wachstum negativ. Vor einer Pflanzung sollten deshalb die Bodenverhältnisse geprüft und gegebenenfalls verbessert werden, um Wuchsbeeinträchtigungen zu vermeiden. Die Auswahl der Gehölze, die standortgerecht sind, ist eine weitere Voraussetzung für gutes Anwachsen.

Aufgaben der Wurzeln

Die Wurzeln dienen nicht allein der Standfestigkeit, sondern vor allem der Ernährung: Über die Feinwurzeln nimmt der Baum das lebensnotwendige Wasser und Nährstoffe auf. Wenn ein Baum neu gepflanzt wird, hat er nur ein begrenztes Wurzelwerk. Durch das Ausgraben gingen viele Wurzeln verloren und der Baum braucht nun besondere Unterstützung. Er muss oft und intensiv mit Wasser versorgt werden und je nach Größe ist auch ein Pfahl notwendig, um die Standfestigkeit des frisch gepflanzten Baumes in der Anwachsphase zu gewährleisten. Der Pfahl wird schon während des Pflanzens auf der vorherrschenden Windseite in den Boden geschlagen. Würde man ihn erst nach dem Pflanzen in den Boden rammen, könnten unnötig Wurzeln verletzt werden. Der Baum sollte so befestigt werden, dass er in seiner weiteren Entwicklung nicht beeinträchtigt wird.

Gute Anzucht für einen guten Start

Ein gutes und dichtes Wurzelwerk zeichnet sich durch viele Feinwurzeln aus. Dies wird durch häufiges Umpflanzen, das sogenannte „Verschulen", in der Baumschule erreicht. Ein solches Wurzelwerk stellt für den Baum einen Entwicklungsvorteil dar, denn er hat mehr Wurzeln als ein selten oder gar nicht verschulter Baum und wächst deshalb leichter und schneller an. Ein gutes, durch regelmäßiges Umpflanzen entstandenes Wurzelsystem ist darum ein wichtiges Qualitätskriterium. In den Katalogen des Fachhandels ist aus dem Grund oft auch angegeben, wie oft ein Gehölz einer bestimmten Altersgruppe umgepflanzt wurde. Bäume, die nicht mehrfach verpflanzt wurden, mögen beim Kauf billig sein, doch sie können im Endeffekt teuer werden. Darum lohnt es sich, von Anfang an auf Qualität zu setzen und Gehölze im Facheinzelhandel zu kaufen, wo bei der Pflanzenauswahl auch eine gute fachliche Beratung „mitgeliefert" wird.

Quelle: PdM

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 Januar 2013 14:41
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