Wohnen unter einem Dach

In WGs gelten besondere Regeln für das Mietrecht

djd Interessenverband Mieterschutz e V thx kw 7-13

Gemeinsam günstiger Wohnen: WGs sind gerade für Studenten eine gute Lösung. Aber auch bei anderen Altersgrupppen werden sie immer beliebter. Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V./thx


(djd/pt). Knapper Wohnraum, hohe Mieten - in Groß- und Universitätsstädten ist eine eigene Wohnung oft schwer finanzierbar. Gerade Studenten, aber auch Azubis, Singles oder Senioren tun sich dann oft in Wohngemeinschaften zusammen. Das reduziert die Kosten und manchmal auch die Einsamkeit. Allerdings birgt das Wohnen in einer WG rechtliche Fallstricke, die man vorher kennen und durch genaue Absprachen und Verträge möglichst umgehen sollte.


Meist hängt alles am Hauptmieter
Grundsätzlich gibt es drei Varianten, die Mietverhältnisse in einer WG zu regeln. Bei der häufigsten Form ist nur ein Bewohner der Hauptmieter, der dann Zimmer an seine WG-Partner untervermietet. "Dafür braucht er allerdings die Zustimmung des Vermieters, die am besten auch im Mietvertrag festgehalten werden sollte", erklärt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. Der Vorteil ist, dass ein Wechsel in diesem Fall von einzelnen Bewohnern problemlos möglich ist. Will jedoch der Hauptmieter ausziehen, kann es schwierig werden, weil dann alle WG-Partner ebenfalls gekündigt werden können. Am besten vereinbart man vorab mit dem Vermieter, dass in diesem Fall einer der Untermieter den Vertrag übernehmen darf. Für den Hauptmieter besteht vor allem das Risiko, dass er im Zweifel alleine für die Miete haftet. Er sollte deshalb mit allen Untermietern schriftliche Verträge abschließen, mehr dazu auch unter www.ivmieterschutz.de im Internet.

Auch gemeinsam mieten ist möglich
Bei der zweiten Variante sind sämtliche Mitbewohner Mietvertragspartei. Das sorgt für mehr Gleichberechtigung, hat aber auch den Nachteil, dass nur alle gemeinsam kündigen können. "Will einer vorzeitig ausziehen, wird eine Änderung oder ein Neuabschluss des Mietvertrags nötig", so Jürgens. "Am besten vereinbart man die Möglichkeit eines Wechsels deshalb schon bei Vertragsabschluss."

Als dritte, recht selten genutzte Variante ist es möglich, dass der Vermieter mit jedem Mitglied einen einzelnen Mietvertrag für einen Raum und die gemeinschaftliche Nutzung von Küche und Co. abschließt. Dann hat aber nur er Einfluss auf die Zusammensetzung der WG.

Wohnen gegen Hilfe
Eine recht neue Wohnform, von der Jung und Alt profitieren, ist das Wohnen gegen Hilfe. Studenten, aber auch Auszubildende oder Geringverdiener bekommen ein Zimmer bei Senioren oder anderen Alleinstehenden, die überschüssigen Platz haben. Sie zahlen nur wenig oder keine Miete, müssen dafür aber eine bestimmte Zeit im Monat (Faustregel: Eine Stunde pro Quadratmeter Wohnraum) in Haus oder Garten helfen. Informationen dazu gibt es bei vielen Studentenwerken oder Gemeinden, Tipps zur rechtlichen Ausgestaltung kann auch der Interessenverband Mieterschutz geben.

Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Februar 2013 13:52
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