Direkt nach der Blütezeit: Lavendel zurückschneiden

 

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Für einen kompakten, formschönen Wuchs sollte Lavendel ein- bis zweimal im Jahr fachgerecht zurückgeschnitten werden. Foto: GPP/Downderry

 

(GPP). Noch blüht er in vielen Gärten und verbreitet dort seinen lieblichen Duft: der echte Lavendel. Längst sind es nicht mehr nur die klassisch violetten Farbtöne, die die deutschen Lavendelliebhaber begeistern. Dank der englischen Gärtnerei Downderry reicht das Farbspektrum heute von Weiß bis Rosa, von Himmelblau über Dunkelblau bis Lila. Die meisten Lavendelsorten sind mehrjährig, so dass man lange Freude an den duftenden Pflanzen hat. Für einen kompakten, formschönen Wuchs sollten sie allerdings ein- bis zweimal im Jahr fachgerecht zurückgeschnitten werden. Wichtig ist hier vor allem der richtige Zeitpunkt - aber auch das Alter und der Zustand der Pflanzen spielen eine Rolle.

Lavendel gehört zu den Halbsträuchern, weshalb er von Natur aus verholzt - d.h., die Pflanzen bilden mit der Zeit dickere Stämme, die weder Blätter noch Triebe tragen. Lavendelkenner sprechen auch von Verkahlung. Lässt man die Pflanzen über Jahre ungekürzt wachsen, legen sie sich aufgrund ihres Gewichts auf die Seite und verlieren so viel von ihrer Schönheit. Durch regelmäßigen Rückschnitt bildet der Lavendel neue Triebe am Fuße der Pflanze und verholzt deutlich langsamer. Zudem verzweigt er wesentlich besser und wächst dichter.

Der ideale Zeitpunkt für das Zurückschneiden ist der Spätsommer, dann wenn die Blütezeit des Lavendel zu Ende geht. Unmittelbar nach dem Verblühen beginnt normalerweise die Samenbildung. Durch den rechtzeitigen Schnitt wird bewirkt, dass die Pflanze ihre Kraft nicht in die Samen lenkt sondern zu einer zweiten Blüte motiviert wird. Der Rückschnitt darf auf keinen Fall erst im Herbst erfolgen, weil die neuen Triebe ansonsten nicht rechtzeitig winterfest werden und später zu erfrieren drohen. Nur in wärmeren Regionen können auch noch im Herbst ein Korrekturschnitt vorgenommen werden. Im Zweifelsfall sollte man damit aber lieber bis zum Frühling warten. Auch wer dann seinen Lavendel stutzt, sollte sicher sein, dass anschließend kein Frost mehr droht. Optimal ist die Zeit noch vor dem ersten Austrieb.

Beim Rückschnitt darf man durchaus großzügig sein: Normalerweise kann Lavendel um ein Drittel bis zur Hälfte gekürzt werden. Je nach Verholzungsgrad und Alter der Pflanze sowie Sorte sogar um bis zu zwei Drittel. Grundsätzlich gilt: Junge Pflanzen können stärker gestutzt werden als alte. Besitzt der Lavendel schon längere holzige Zweige, ist eine zurückhaltende Vorgehensweise zu empfehlen. Dabei ist immer darauf zu achten, wo sich junge Triebe bilden, denn diese dürfen nicht entfernt werden. Der Schnittpunkt sollte „im Grünen" liegen. Setzt man die Schere zu tief im alten Holz an, besteht die Gefahr, dass die Pflanzen nicht mehr neu austreiben. Bei einem fachgerechten Schnitt sieht der Lavendel zumeist schon nach etwa einem Monat wieder aus wie neu. Und im kommenden Sommer zieren dann abermals unzählige Blütenähren den duftenden Halbstrauch.

Tipp: Duftsäckchen

Bevor der Lavendel im Sommer geschnitten wird, können natürlich auch dessen Blüten geerntet werden, um diese zu trocknen und beispielsweise zu Duftsäckchen zu verarbeiten. Am längsten hält sich der Duft, wenn man die Blütenähren kurz vor der vollen Blüte erntet - also solange noch ein paar der Blüten geschlossen sind. Dann schneidet man die Stiele etwa zehn Zentimeter unterhalb der Blüten ab. Lavendelduft beruhigt und hilft im Bett beim Einschlafen und im Kleiderschrank hält er die Motten fern.

Letzte Änderung am Donnerstag, 18 Juli 2013 13:03
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