Schwarmstrom aus dem Keller

 

Energiewende: Umweltschützer fordern Einsatz von Mini-Blockheizkraftwerken

Die Energieversorgung der Zukunft: Langfristig soll ein Schwarm von 100.000 "ZuhauseKraftwerken" bundesweit vernetzt und intelligent gesteuert werden. Foto: djd/LichtBlick AG

 

(djd/pt). Bei der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende geht es vor allem um die Frage, wie sich der Atomstrom künftig ersetzen lässt. Einen wichtigen Beitrag können die Bundesbürger selbst leisten: indem sie sich ein Minikraftwerk in den Keller stellen, das zusammen mit vielen Tausend anderen Anlagen ein virtuelles, umweltfreundliches Großkraftwerk bildet. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert von der Bundesregierung, dass sie die Markteinführung solcher kleiner, gasbetriebener Blockheizkraftwerke stärker fördern solle.


Das Kraftwerk für den Keller
Nach Ansicht von DUH-Geschäftsführer Rainer Baake können viele kleine Anlagen einen wesentlichen und schnellen Beitrag zur Flexibilisierung des Kraftwerksparks leisten: "Die Anlagen können ohne langwierige Genehmigungsverfahren in jeden Keller eines Mehrfamilien- oder Bürohauses eingebaut werden." Die Idee virtueller Kraftwerke hat beispielsweise der Hamburger Ökostrom-Anbieter LichtBlick unter dem Namen "Schwarmstrom" bekannt gemacht. Mehr als 400 Anlagen sind bereits am Netz.

Herzstück des Minikraftwerks ist ein mit Erdgas betriebener, vom VW-Konzern entwickelter Zweilitermotor. "Den erzeugten Strom speisen wir in das öffentliche Netz ein, die Wärme wird gespeichert und bleibt für Heizung und Warmwasser bei unseren Kunden", erläutert Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender von LichtBlick, das Prinzip. Gesteuert werden die sogenannten "ZuhauseKraftwerke" per Mobilfunk aus der Firmenzentrale in Hamburg. Sie werden vor allem dann eingeschaltet, wenn aufgrund von Flaute und Bewölkung nicht genug Wind- und Sonnenstrom verfügbar sind.

100.000 Anlagen als Ziel
In Zukunft sollen 100.000 Minikraftwerke bundesweit vernetzt und intelligent gesteuert werden. Die Bereitstellung ist ab 5.000 Euro möglich. Der Energieversorger mietet den Heizungsraum, betreibt die Anlage, übernimmt den Gaseinkauf und alle Serviceleistungen. Der Kunde zahlt neben einer Grundgebühr nur die verbrauchte Wärme. Im Gegenzug bekommt er einen Bonus für den erzeugten Strom und eine Kellermiete. Unter www.lichtblick.de gibt es mehr Informationen.

Die wichtigsten Voraussetzungen

Für die Installation eines "ZuhauseKraftwerks" sollten folgende Bedingungen erfüllt sein:

- Der Verbrauch muss mindestens 45.000 Kilowattstunden Gas oder 5.000 Liter Öl im Jahr betragen. Das entspricht dem Wärmebedarf von sehr großen Einfamilien- oder Zwei- und Mehrfamilienhäusern.
- Das Gebäude muss über einen Gasanschluss verfügen, oder man muss einen Anschluss installieren lassen.
- Das Gebäude hat eine mindestens neun Quadratmeter große Aufstellfläche für das "ZuhauseKraftwerk". Eine Aufteilung auf mehrere Räume ist möglich.

Unter www.lichtblick.de gibt es mehr Informationen.

Letzte Änderung am Freitag, 09 März 2012 11:08
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