Roma-Integration: Bildung ist der Ausweg aus der Armutsfalle

(LOZ). Roma-Kinder müssen an Schulen besser integriert werden, damit Bildung für sie der Schlüssel zum Wandel wird. Vor dem morgen (Freitag) beginnenden Roma-Gipfel der EU betonte Bildungskommissarin Androulla Vassiliou, dass der Ausweg aus Armut und Ausgrenzung für Millionen Roma nur über eine gute Ausbildung führt. Die Kommission will künftig stärker gegen Absonderung und Diskriminierung von Roma-Kindern an Schulen vorgehen. In Ländern wie Ungarn, der Slowakischen Republik, Rumänien, Bulgarien und der Tschechischen Republik brechen 90 Prozent der Roma-Kinder die Schule frühzeitig ab, in einigen EU-Ländern werden viele Roma-Schüler in getrennten Klassen unterrichtet.

Roma sind die größte Minderheit in Europa: zehn bis zwölf Millionen Menschen. Rund drei Millionen Roma-Kinder besuchen Schulen in den EU-Ländern. Seit 2011 unterstützen Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Programms für Lebenslanges Lernen die Bildungsintegration der Roma europaweit. Zusätzlich wurden über ROMED, einem gemeinsamen Programm von Kommission und Europarat, 1300 Mediatoren ausgebildet, die Roma-Familien bestärken sollen, den Schulbesuch ihrer Kinder bis zum Ende ihrer Ausbildung zu unterstützen.

Lokale, nationale und europäische Politiker sowie Staats- und Regierungschefs werden mit Vertretern der Zivilgesellschaft morgen (Freitag)  in Brüssel zum ersten EU-Roma-Gipfel seit dem Start des EU-Programms zur Integration der Roma 2011 zusammenkommen. Sie prüfen, inwiefern die nationalen Roma-Strategien, die jährlich von den Mitgliedstaaten vorgelegt werden, umgesetzt wurden und ob sie zur Verbesserung der Lebensqualität von Roma-Gemeinschaften vor Ort beitragen.  Zu den Rednern gehören der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso, der rumänische Präsident Traian Băsescu, die stellvertretende Ministerpräsidentin Bulgariens Zinaida Zlatanova sowie Minister und Staatssekretäre aus neun weiteren Mitgliedstaaten der EU. Regierungsunabhängige Redner sind George Soros, Vorsitzender der Open Society Foundation und Zoni Weisz, Überlebender des Roma-Holocaust.

 

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