FDP: Bürokraten sind nicht die besseren Bauern

 

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Foto: W. Reichenbächer

 

Straßburg (LOZ). Zur Abstimmung des Europäischen Parlaments über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik heute in Straßburg sagte Britta Reimers, agrarpolitische Sprecherin der FDP im Europäischen Parlament:

"Die Agrarreform enttäuscht auf ganzer Linie. Während bei den Direktzahlungen das sogenannte "Greening" lediglich ein Bürokratiemonster erzeugt und dabei nichts anderes als einen Placebo Effekt für die Ökologie leisten wird, signalisiert der Beschluss zur Gemeinsamen Marktordnung die Abkehr von einer marktorientierten Landwirtschaft, mit der europäische Landwirte sehr gute Aussichten auf dem globalen Markt gehabt hätten.

Irritiert durch die Finanz- und Wirtschaftskrise greift man aus Angst vor der Zukunft in die Mottenkiste alter Agrarmaßnahmen und glaubt, dass man aus Brüssel mit planwirtschaftlichen Mitteln wie Interventionen und öffentlicher Lagerhaltung in der Lage wäre, bei Krisen den gesamten Weltmarkt beeinflussen zu können.

Wenn Landwirte zukünftig mehr Nahrungsmittel und Energie mit immer geringerem Einsatz von Ressourcen produzieren sollen, dann muss man ihnen auch die unternehmerische Freiheit geben, den Weg dafür selber zu finden, statt zu glauben, dass Brüsseler Bürokraten die besseren Bauern wären. Zudem darf man den Landwirten nicht aus Ängsten und übertriebenem Sicherheitsdenken den Zugang zu modernen Techniken und Innovationen verwehren, die der Schlüssel für die Lösung vieler Probleme sein können.

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU verkommt zunehmend zu einem Bauchladen nationaler politischer Eigeninteressen. In allen Beschlüssen dieser Reform stecken so viele Einzelwünsche der Mitgliedstaaten, dass man kaum noch von einer gemeinsamen Agrarpolitik sprechen kann. Das Hin- und Hertauschen von Mitteln der Direktzahlungen und Mitteln für die ländliche Entwicklung wird das bisher stabile System der 2-Säulen-Politik erschüttern.

Damit leistet die EU den Landwirten einen Bärendienst, was die Anerkennung ihrer Leistung für die Gesellschaft betrifft."

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 November 2013 18:41
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