Fracking: EU-Kommission empfiehlt Mindeststandards bei Förderung von Schiefergas

 

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Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

 

(LOZ). Die Europäische Kommission pocht auf einen angemessenen Umwelt- und Gesundheitsschutz bei dem Einsatz der Fracking-Technologie. Sie hat heute eine entsprechende Empfehlung an die EU-Staaten erlassen, die Fracking zur Förderung von Schiefergas anwenden wollen. Die Kommission empfiehlt unter anderem, Umweltauswirkungen und –risiken bei Fracking-Projekten sorgfältig zu prüfen, die Qualität von Gewässern, Luft und Boden laufend zu kontrollieren und die Öffentlichkeit umfassend zu informieren.

Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte hierzu: "Schiefergas weckt in einigen Teilen Europas zwar Hoffnungen, bei der Öffentlichkeit aber auch Befürchtungen. Die Kommission reagiert auf Handlungsaufforderungen, indem sie Mindestgrundsätze vorgibt, die die Mitgliedstaaten befolgen sollen, um Umwelt- und gesundheitliche Bedenken auszuräumen und Betreibern und Investoren die Vorhersehbarkeit zu gewährleisten, die sie benötigen."

Schiefergas ist in Gestein eingeschlossen, das aufgebrochen ("frakturiert") werden muss, damit das Gas austreten kann. In der EU gibt es bisher nur begrenzte Erfahrungen mit groß angelegtem, intensiv betriebenem Hochvolumen-Hydrofracking, bei dem große Mengen Wasser, Sand und Chemikalien in ein Bohrloch eingepresst werden, um Risse im Gestein zu erzeugen und die Erdgasförderung zu erleichtern. In Europa sind Fracking-Erfahrungen bisher auf Niedrigvolumen-Frakturierungen in einigen konventionellen und dichten Gasspeichern und hauptsächlich in vertikalen Bohrlöchern begrenzt, die nur einen kleinen Teil der bisherigen Öl- und Gasbohrungen der EU ausmachen. Angesichts der nordamerikanischen Erfahrungen mit großflächigem Hochvolumen-Hydrofracking testen Bohranlagenbetreiber diese Praxis nun auch vermehrt in der EU.

Die EU-Mitgliedstaaten sind angehalten, die Kommissionsempfehlungen innerhalb von sechs Monaten anzuwenden und der Kommission ab Dezember 2014 jährlich über Fracking-Vorhaben zu berichten. Die Europäische Kommission wird die Anwendung der Empfehlung anhand eines öffentlich zugänglichen Fortschrittsanzeigers überwachen und die Lage in den verschiedenen Mitgliedstaaten vergleichen. Sie wird die Wirksamkeit dieses Ansatzes in 18 Monaten überprüfen.

Letzte Änderung am Mittwoch, 22 Januar 2014 18:08
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