"Der Naturschutz macht Inventur"

Landesweite Biotopkartierung 2014 bis 2019 gestartet

Kiel (LOZ). Wie viele Hochmoore und wie viele Niedermoore haben wir noch in Schleswig-Holstein? Wie viele Quellen, wie viele Heiden oder Dünen? Und in welchem Zustand sind sie? All diese Daten sollen in einer landesweiten Kartierung der Biotope in Schleswig-Holstein erfasst werden. "Dieses Wissen ist wichtig, um auch längerfristig die richtigen Schwerpunkte im Naturschutz zu setzen", sagte Umweltminister Robert Habeck, der den Startschuss für die Kartierung in den nächsten sechs Jahren gab.

Die Datenerhebung ist zudem eine Verpflichtung aus der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Demnach müssen die Mitgliedstaaten der EU in regelmäßigen Abständen über die Umsetzung der Richtlinie sowie über Zustand und Situation der Lebensraumtypen berichten. Schleswig-Holstein hatte in den achtziger Jahren als eines der ersten Bundesländer eine landesweite Biotopkartierung durchführen lassen. Inzwischen aber sind die Daten veraltet.

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) in Flintbek, das als obere Naturschutzbehörde unter anderem für die flächendeckende Kartierung von naturnahen Biotopen zuständig ist, wird jetzt diese Grundlagenerhebung in den Jahren 2014 bis 2019 auf der Basis einer systematischen und vergleichenden Erfassung und Bewertung der Biotope und FFH-Lebensraumtypen in den 11 Landkreisen und 4 kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins federführend durchführen lassen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beauftragter Büros werden jeweils im Zeitraum April bis September im Gelände kartieren. Sie können sich als Beauftragte des LLUR ausweisen und dürfen auch Grundstücke betreten. In aller Regel können sie aber erst vor Ort entscheiden, ob sie auf eine Fläche müssen oder nicht. Wegen der möglicherweise sehr großen Zahl zu betretender Flächen ist es leider nicht möglich, die Eigentümerinnen und Eigentümer im Vorwege zu ermitteln und individuell zu informieren. "Für eine Unterstützung der Kartiererinnen und Kartierer bin ich sehr dankbar", sagte Minister Habeck.

Hintergrund
Als Biotope werden in der Biologie bestimmte, abgrenzbare Lebensräume in einem Ökosystem bezeichnet. Diese Lebensräume werden geprägt von den in ihr lebenden Organismen. So gibt es Wasserbiotope (z. B. Seen, Tümpel, Teiche, Fließgewässer), Waldbiotope (z. B. Auenwälder, Nadelwälder, Bruchwälder), Freilandbiotope (z. B. Wiesen), Feuchtbiotope (z. B. Moore, Sümpfe, Wattlandschaften) oder anderenorts auch Wüstenbiotope (z. B. Sandwüsten, Steinwüsten, Felswüsten usw.).

Letzte Änderung am Dienstag, 01 April 2014 12:41
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