Abschwung im Euroraum dämpft schleswig-holsteinische Konjunktur

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Foto: Daniel Gast / pixelio.de


(LOZ). Die Konjunktur in Schleswig-Holstein hat sich im 3. Quartal 2012 insgesamt robust entwickelt. Allerdings konnte sie sich den Rezessionstendenzen der Eurozone nicht entziehen. In den vergangenen drei Monaten hat sich der Konjunkturklimaindex im Vergleich zum 2. Quartal des Jahres von 110,4 auf 104,0 Punkte verschlechtert.

Auch der entsprechende Vorjahreswert von 118,1 wurde klar unterschritten. 32,2 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 53,5 Prozent als befriedigend und 14,3 Prozent als schlecht (Vorquartal: 34,7 Prozent; 51,3 Prozent; 14,0 Prozent). Damit überwiegen die positiven Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage die negativen nach wie vor deutlich. Dies ergab die von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführte repräsentative Konjunkturumfrage bei rund 2.000 Unternehmen. Dazu erklärte Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein: "Auch unsere Wirtschaft ist gegen den starken Abschwung in vielen Partnerländern nicht immun. Angesichts dieser schwierigen Bedingungen ist die aktuelle Geschäftslage erstaunlich positiv."

Bedingt durch die schwächeren Auftragseingänge hat sich die Stimmung der Industrie deutlich abgekühlt. Die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung und das Exportgeschäft sind aber im Vergleich zum Vorquartal stabil. Die Bauwirtschaft konnte sich angesichts einer guten Auftragslage sogar konjunkturell verbessern. Während der Großhandel von einer überwiegend befriedigenden Geschäftslage berichtet, hat sich die Geschäftslage im Einzelhandel eingetrübt. In der Verkehrswirtschaft schlägt die nachlassende Industriekonjunktur unmittelbar negativ auf die Stimmung durch. Als Konjunkturstütze erweisen sich dagegen wieder die Dienstleistungsunternehmen, deren Klimaindikator weiter auf 128,5 Punkte gestiegen ist.

Angesichts des Konjunkturabschwungs im Euroraum und auf anderen wichtigen Exportmärkten sowie weiterhin ungelöster Aufgaben in den Problemstaaten der Eurozone bei der Bewältigung der Eurokrise haben sich die Zukunftseinschätzungen der Unternehmen weiter eingetrübt. 18,7 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 54,3 Prozent eine gleichbleibende und 27,0 Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal: 22,3 Prozent; 56,2 Prozent; 21,5 Prozent). Dazu IHK-Präsident Leicht: "Es ist allerdings nicht die Eurokrise allein, die die Betriebe relativ skeptisch in die Zukunft blicken lässt. Auch steigende Energie- und Rohstoffpreise, eine sich abschwächende Inlandsnachfrage und der drohende Fachkräftemangel werden als ernste Risikofaktoren für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gesehen."

Die Planungen der Unternehmen lassen in den kommenden Monaten daher ein Auslaufen des Beschäftigungsaufbaus erwarten. Nur in der Dienstleistungswirtschaft sind deutliche Personalverstärkungen geplant. Die Investitionsneigung der Unternehmen bleibt im positiven Bereich.

Letzte Änderung am Samstag, 13 Oktober 2012 15:37
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