Andreas Breitner für schnelleren Zugang von Asylbewerbern auf Arbeitsmarkt

20 Jahre Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster

pix asylantrag Gerd Altmann pixelio de

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

 

Kiel/Neumünster (LOZ). Innenminister Andreas Breitner hat sich für einen schnelleren Zugang von Asylbewerbern auf den Arbeitsmarkt ausgesprochen. „Sobald die Flüchtlinge auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt sind, sollten sie die Möglichkeit haben, sich um eine reguläre Arbeit zu bemühen“, sagte Breitner am Montag (15. April) während einer Veranstaltung aus Anlass des zwanzigjährigen Bestehens des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten in Neumünster. Asylbewerber mit eigenem Erwerbseinkommen entlasteten die Sozialkassen der Kommunen. Sie nähmen auch Einheimischen keinen Arbeitsplatz weg, da die Arbeitsvermittlung freie Stellen weiterhin zunächst deutschen Staatsbürgern anbieten müsse. „Das Thema eignet sich daher nicht für billige ausländerfeindliche Ressentiments“, sagte Breitner.

Das Asylverfahrensgesetz des Bundes verbietet Schutzsuchenden im ersten Jahr ihres Aufenthalts in Deutschland die Aufnahme einer Arbeit. Nach einem jüngsten Beschluss der EU-Regierungen soll diese Wartezeit künftig grundsätzlich auf neun Monate verkürzt werden. Nach Ansicht von Breitner wäre es sogar unproblematisch, wenn die Wartezeit bereits nach dem Auszug eines Ausländers aus der Aufnahmeeinrichtung endete. Asylbewerber sind verpflichtet, nach ihrer Einreise nach Deutschland bis zu drei Monaten in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen. Diese Frist dient dazu, dass die Behörden unter Mitarbeit der schutzsuchenden Menschen das Asylverfahren zügig und sachgerecht bearbeiten können. Beispielsweise finden in dieser Zeit sämtliche Anhörungen der Betroffenen zu ihrem Schutzersuchen statt.

Breitner sprach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesamts für Ausländerangelegenheiten seinen Dank und seine Anerkennung für 20 Jahre engagierte Arbeit für eine humane Behandlung von Migranten aus. „Die Beschäftigten des Landesamtes haben bereits eine Willkommenskultur für Migranten aus allen Erdteilen gelebt, als dieser Begriff noch weit davon entfernt war, zum Grundsatzprogramm moderner Ausländerpolitik zu gehören“, sagte der Minister. Hilfsbereitschaft, Umsichtigkeit, Einfühlsamkeit und Humanität prägten das Klima im Landesamt für Ausländerangelegenheiten. „Die Frauen, Männer und Kinder, die in Neumünster ankommen, sind keine Verwaltungsvorgänge, sondern Menschen, denen wir so individuell wie möglich zu helfen versuchen“, sagte Breitner.

Wesentliche Aufgabe der 30 Beschäftigten des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten ist die Aufnahme von Asylsuchenden, deren Unterbringung, Versorgung und asylrechtliche Betreuung in der Erstaufnahmeeinrichtung Neumünster. In dieser Landesunterkunft, die für eine Belegung von rund 400 Personen ausgelegt ist, waren im vergangenen Jahr durchschnittlich täglich 369 Plätze belegt. Nach durchschnittlich 49 Tagen Aufenthalt werden die Asylsuchenden nach einer bestimmten Quote überwiegend in die Kreise und kreisfreien Städte weiterverteilt.

Eine wichtige Aufgabe des Landesamtes ist die Aufenthaltsbeendigung ausreisepflichtiger Ausländer in eigener Zuständigkeit und in Amtshilfe für die Kreise. Meist müssen die Mitarbeiter des Landesamts vor einer Ausreise für diese Menschen vorher Passersatzpapiere beschaffen. Insgesamt hat das Landesamt in 2012 die Ausreise von 348 Personen organisiert. Die meisten Ausländer, die in ihre Heimatländer fuhren, reisten freiwillig aus.

Letzte Änderung am Montag, 22 April 2013 12:29
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.