Donnerstag, 10 November 2016 17:37

Hitzler Werft restauriert Polizeidampfbarkasse Otto Lauffer

Hitzler Werft restauriert Polizeidampfbarkasse Otto Lauffer Foto Andreas Westphalen

Guter Start der Restaurierung auf Hitzler Werft in Lauenburg

 

Lauenburg (LOZ). Genau vor einem Jahr wurden die Vereinsmitglieder vom Museumshafen Oevelgönne mit der Zusage beglückt, dass die seit Jahren in Wartestellung befindliche Restaurierung ihrer denkmalgeschützten Dampfbarkasse Otto Lauffer, mit insgesamt 890.000 Euro von Bund und Land, finanziert werden kann. Es sollte sich um die erste Zuwendung öffentlicher Mittel dieser Größenordnung in der 40 jährigen Vereinsgeschichte handeln. Anerkennung, Herausforderung und Verantwortung - alles zugleich.

Im Verein begannen umgehend die Vorbereitungen und nach einer rund sechsmonatigen Planungsphase, in der u.a. ein genaues Leistungsverzeichnis mit über 200 Einzelpositionen ehrenamtlich erarbeitet wurde, begann die Sanierungsmaßnahme Otto Lauffer formal am 15. August mit dem Zuwendungsbescheid durch die Kulturbehörde Hamburg. Zum Projektleiter bestellte der Museumshafen Oevelgönne den freien Sachverständigen für Traditionsschiffe, Dipl.-Ing. Andreas Westphalen aus Hamburg, der für den Verein bereits 2010 den Einbau eines neuen Dampfkessels in den Schleppdampfer Claus D. leitete.

Im Folgenden wurden die Hauptgewerke vergeben und der Transport des Rumpfes und der Einzelteile vom Werftgelände Blohm + Voss, wo der Museumshafen das Projekt über fünf Jahre kostenfrei lagern durfte, zur Hitzler Werft in Lauenburg organisiert. Am 1. September verließ die Otto Lauffer im Schlepp - aber auf eigenem Kiel über die Elbe - vorläufig die Hansestadt in Richtung der Schifferstadt Lauenburg. Dort ist schon seit 1885 die Hitzler Schiffswerft ansässig, mit ausgewiesener Erfahrung beim Bau von Binnenschiffen und der Restaurierung von historischen Dampf- und Motorschiffen.

Nachdem die Baustelle in der Schiffbauhalle eingerichtet wurde, begannen unverzüglich die Schiffbauarbeiten. Parallel wurde das Massivholz für die Wallschiene beschafft, so dass ein traditioneller Bootsbaubetrieb die Vor- und Anpassarbeiten der Wallschiene ausführen konnten. Beim Maschinenbau wurde die Dampfmaschine vermessen und mit der Demontage zwecks Schadensbegutachtung begonnen. Parallel wurden die Wellen- und Ruderanlage inspiziert. Von einer Tischlerei wurden die Holzaufbauten demontiert und begutachtet und der Bau eines neuen Dampfkessels nach Originalvorbild beauftragt. Letztlich wurden diverse Einzelkomponenten spezifiziert und zum Teil bestellt bzw. beschafft. Der Museumshafen freut sich weiterhin sehr über eine aktive Unterstützung des Projektes in Form von Sachleistungen und Sachspenden und natürlich auch zusätzliches Geld, um das Schiff auch so schön herzurichten, wie wir uns das alle wünschen.

Die Barkasse Otto Lauffer
ist nach dem Verlust zahlreicher Dampfschiffe heute ein seltenes Beispiel für den Dampfschiffbau der 1920er-Jahre und ist als Dampfbarkasse bundesweit einzigartig. Gebaut wurde das Schiff 1928 im Auftrag der Finanzdeputation in Hamburg bei der Hamburger Werft H.C. Stülcken & Sohn als Hafenpolizei VI. In genau 40 Einsatzjahren als Polizeibarkasse wurde sie zu einem wichtigen Zeugnis des Hamburger Hafenbetriebs von den 1920er bis 1960er Jahren. Nach der Ausmusterung wurde sie dem Museum für Hamburgische Geschichte übergeben. Bei der Inbetriebnahme als Museumsschiff erhielt sie zu Ehren des ersten Direktors des Museums den Namen Otto Lauffer. Nach einer ersten aufwändigen Restaurierung Anfang der 1980er Jahre und vielen Jahren Fahrbetrieb als damals bestrestauriertes Dampfschiff Deutschlands, erlosch 2003 die Betriebserlaubnis des Dampfkessels. Zwei Jahre später übereignete das Museum, das nicht mehr fahrbereite Schiff dem Museumshafen Oevelgönne, der mit der Komplettsanierung begann und das Schiff 2010 in die Denkmalliste der Stadt Hamburg aufnehmen ließ.

Die Restaurierung der Dampfbarkasse Otto Lauffer wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Freie und Hansestadt Hamburg.

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 November 2016 17:48

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