Dienstag, 28 Juni 2016 14:08

Internationaler Tag gegen Tiertransporte

Internationaler Tag gegen Tiertransporte Foto: W. Reichenbächer

(LOZ). Unerreichbare Tränken, zu hohe Ladedichten, tierquälerische Fixierungsmethoden, Schläge und Tritte: Auf stunden-, oft sogar tagelangen Transporten müssen sogenannte Nutztiere noch immer grausame Umstände ertragen. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Tiertransporte am 1. Juli fordert die Tierschutzorganisation TASSO durchgreifende nationale und internationale Maßnahmen zum Schutz der Tiere beim Transport.

„Die unhaltbaren Zustände bei Schlachttiertransporten sind seit Jahrzehnten bekannt und trotzdem immer noch Realität“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Nach wie vor leiden Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Puten und Hühner besonders bei Langzeittransporten über tausende Kilometer unter unerträglicher Enge, Extremtemperaturen, Durst, Hunger, Erschöpfung, Verletzungen und schlimmsten Misshandlungen bei den Verladevorgängen.

„Früh von der Mutter getrennte Kälber können derzeit wie erwachsene Rinder 14 Stunden lang ohne Pause und Fütterung transportiert werden, und ein Schweinetransport ist sogar 24 Stunden ohne Pause möglich“, erläutert Mike Ruckelshaus. Auch der Allgemeinzustand zum Beispiel von Sauen, Milchkühen und Legehennen, die wegen Auszehrung und gesundheitlichen Problemen aus der Nutzung rausgenommen und geschlachtet werden sollen, erlaubt eigentlich keine längeren Transporte mehr.

Mehr als drei Millionen Schafe, Rinder und Schweine wurden allein 2014 von der EU in Drittländer verbracht. Deutschland exportierte um die 49.000 Rinder in 29 Drittländer, hauptsächlich in den Libanon, nach Russland, Marokko und in die Türkei.

Mitunter sitzen die Tiere auf ihren Transportern an Ländergrenzen tagelang unversorgt fest, und viele Überlebende dieser Höllenfahrten erwartet am Bestimmungsort noch die grausame Schlachtung bei vollem Bewusstsein.

Auch wenn im vergangenen Jahr der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass die Vorschriften der Tierschutztransportverordnung bei Tiertransporten mit Start in der EU auch in Drittländern einzuhalten sind, so ändert es nicht viel an den systembedingten Missständen.

Deutschland hat im Dezember 2014 zusammen mit Dänemark und den Niederlanden einen Antrag auf Änderung der europäischen Transportverordnung der Europäischen Kommission vorgelegt. Dieser sieht unter anderem eine Transportzeitbegrenzung für Schlachttiere innerhalb der EU auf maximal acht Stunden und Verbesserungen bezüglich des Raumbedarfes der Tiere sowie die Ausstattung von Geflügeltransportern mit mechanischen Belüftungssystemen vor.

„Jetzt müssen der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, aber auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich handeln“, so Mike Ruckelshaus. „Wir fordern zudem den zügigen Ersatz von Langstrecken-Tiertransporten durch Fleischtransporte sowie eine Begrenzung innerstaatlicher Schlachttiertransporte bis zum nächstgelegenen Schlachthof beziehungsweise auf maximal vier Stunden.“

Letzte Änderung am Dienstag, 28 Juni 2016 14:44
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