Freitag, 29 Juli 2016 12:52

Auf den Wiesen und Weiden in Schleswig-Holstein wird Jakobs-Kreuzkraut zum zweiten Mal gemäht

Auf den Wiesen und Weiden in Schleswig-Holstein wird Jakobs-Kreuzkraut zum zweiten Mal gemäht Foto: W. Reichenbächer

(LOZ). Das gelb-blühende Jakobs-Kreuzkraut (JKK) breitet sich seit einigen Jahren massiv in Schleswig-Holstein aus. Dieser Entwicklung arbeitet die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit einer Bündelung aus verschiedenen Maßnahmen aktiv entgegen. In diesen Tagen drehen die Mäh-Maschinen zum zweiten Mal ihre Runden über die Wiesen und Weiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Während die erste, frühe Mahd (Imker-Variante) vor allem für die Imker im Land verhindern soll, dass die Honigbiene ihren Nektar am JKK sammelt und auf diese Weise die JKK-Giftstoffe, die sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), in den heimischen Sommerhonig gelangen, geht es bei der zweiten Mahd darum, die weitere Ausbreitung des JKK zu stoppen.

Die heimische Wildpflanze erreicht jetzt ihre Samenreife. Ähnlich wie beim Löwenzahn sät sich das Jakobs-Kreuzkraut selbständig aus, indem die Flugsamen an kleinen Schirmen bis zu einigen Dutzend Metern weit vom Wind verbreitet werden. Bevor die zahlreichen Samen sich aber auf diese Reise machen und die Nachbarschaft erobern, wird die Pflanze ein zweites Mal gemäht.

An insgesamt acht Standorten im Land werden die die Versuchsflächen aus dem Forschungsprojekt „Methoden der Zukunft“ bearbeitet, vielerorts werden überdies auch die Flächen mit JKK-Beständen rund herum gemäht. Konkret bedeutet das, dass es in Arpsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Berkenthin (Kreis Herzogtum Lauenburg), Dörpstedt (Kreis Schleswig-Flensburg), Kesdorf (Ostholstein), Neversdorf (Kreis Stormarn), Preetz (Kreis Plön); Schafhaus (Bad Segeberg) und Westerwohld (Kreis Dithmarschen) laut wird, da die Mäher dort ein zweites Mal ausrücken. In dem Forschungsprojekt „Methoden der Zukunft“ werden verschiedene mechanische Maßnahmen zur Eindämmung von Jakobs-Kreuzkraut erprobt, erforscht und weiter entwickelt.

Die zweite, die späte Mahd schwäche die heimische Wildpflanze am nachhaltigsten, vermutet Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: „Zum Zeitpunkt der späten Mahd, hat die Pflanze sich schon ordentlich verausgabt und stirbt im besten Fall ab“, sagt der Diplom-Chemiker und Umweltmanager. „Wenn wir für die Imker früh mähen, blüht die Pflanze im Spätsommer noch einmal und wir müssen ein zweites Mal aktiv werden, um die Aussamung zu verhindern. Dass ist ein erheblicher Arbeitsaufwand für die vielen Landwirte, die unsere Flächen pachten und ein erheblicher Eingriff in die blütenbunten Wiesen.“

Bei der Entscheidung für eine zweite Mahd werde ganz genau geprüft, ob die Gefahr einer Ausbreitung besteht. Die Flächen, die beispielsweise von Wald, Ackerland oder Knicks umgeben sind, müssen kein weiteres Mal bearbeitet werden. „Im Wald kann JKK nicht keimen, da es offene Bodenstellen und viel Licht braucht, Ackerland ist in Dauer-Bearbeitung, bietet also auch keinen Platz, um dort ansässig zu werden und Knicks fangen die Samen ab und hindern sie am Weiterfliegen“, erläutert Huckauf weiter. Auch sei es nicht immer nötig, die gesamte Fläche zu mähen, in den meisten Fällen reiche schon ein Randstreifen aus, da die JKK-Samen nur wenige Dutzend Meter weit fliegen.

Letzte Änderung am Freitag, 29 Juli 2016 14:35
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