Donnerstag, 04 August 2016 15:50

Unbesorgter Genuss des Sommerhonigs aus Schleswig-Holstein

Unbesorgter Genuss des Sommerhonigs aus Schleswig-Holstein Foto: W. Reichenbächer

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bietet Honiganalyse für Imker im Land an

 

(LOZ). Jedes Jahr im Sommer, wenn das Trachtloch nach der Rapsblüte nicht nur von der Lindenblüte, sondern auch vom gelbblühenden Jakobs-Kreuzkraut (JKK) abgelöst wird, vertiefen sich die Sorgenfalten auf der Stirn der Imker in Schleswig-Holstein. Sie fürchten um den sorgenfreien Genuss ihres schmackhaften Sommerhonigs, nachdem vor zwei Jahren erstmals vereinzelt erhöhte Werte der im JKK enthaltenen Giftstoffe, der sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloide (PAs), im Sommerhonig nachgewiesen worden sind.

Deshalb möchte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein den betroffenen Imkern auch in diesem Jahr wieder größtmögliche Unterstützung anbieten. Zum einen gab es auch 2016 wieder eine landesweite Mäh-Offensive vor der ersten JKK-Blüte. Diese soll verhindern, dass die Honigbiene aus Mangel an Alternativen Nektar und Pollen des Jakobs-Kreuzkrautes sammelt und auf diese Weise die JKK-Giftstoffe in den Honig gelangen. Zudem läuft seit dem vergangenen Jahr ein vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein finanziertes Forschungsprojekt, in dem die Stiftung Naturschutz mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e. V. zusammenarbeitet. In dem auf drei Jahre ausgerichteten Projekt „Blüten für Bienen“ wird ermittelt, ob der Sommerhonig PABelastungen aus dem Jakobs-Kreuzkraut enthält und welche Rolle hierbei das Schleuderdatum, das JKK-Vorkommen im Umfeld der Bienenstände und das Vorhandensein von Alternativtrachten spielen.

Aufgrund des bisher eher schlechten Sommers – viel zu kalt und viel zu nass – fällt die Sommerhonigernte in diesem Jahr für viele Imker sehr gering aus. „Einige Imker haben uns auch schon berichtet, dass sie gar keinen Sommerhonig vermarkten werden“, sagt Gernot von Hagen, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e. V. Aus diesem Grund sind 30 Plätze frei geworden im Projekt „Blüten für Bienen“, in dessen Rahmen die Kosten für die Honiguntersuchung (rund 118 € pro Analyse) übernommen werden. „Wir setzen in diesem Projekt auf die Hilfe und das Mitwirken der Imker und möchten auf Basis der Ergebnisse am Ende des Projektes einen Handlungsleitfaden erstellen, der den Imkern ein „Imkern trotz Jakobs-Kreuzkraut“ ermöglicht“, erklärt Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums bei der Stiftung. Man wolle damit einerseits den Imkern helfen, andererseits aber auch das Vertrauen der Verbraucher in den heimischen Sommerhonig stärken, ergänzt Huckauf. Die Ergebnisse des Projektes „Blüten für Bienen“ aus dem vergangenen Jahr haben immerhin gezeigt, so Huckauf weiter, dass in 174 von 194 Proben (90%) heimischer Sommerhonige der PA-Gehalt unter dem Durchschnitts-PA-Gehalt im Handelshonig (24 μg/kg) lag.

Imker können sich an Janna Ruge, JKK-Kompetenzzentrum, Telefon 0431 / 21 09 03 14 wenden.

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 August 2016 17:26
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.