Mittwoch, 26 Oktober 2016 14:22

G-Breaker und Willkommenskultur aus Berkenthin für Deutschen Bürgerpreises Schleswig-Holstein nominiert

G-Breaker und Willkommenskultur aus Berkenthin für Deutschen Bürgerpreises Schleswig-Holstein nominiert Foto: W. Reichenbächer

Wer wird die Verleihung am 2. November als Preisträger verlassen?

 

(LOZ). Zum dreizehnten Mal haben der Sozialausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages und die schleswig-holsteinischen Sparkassen in diesem Jahr den Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein ausgeschrieben. Unter dem Motto ,,Deutschland 2016 ­ Integration gemeinsam leben." richtete sich der Wettbewerb an engagierte Einzelpersonen und Projekte, die sich ehrenamtlich für die Integration von Menschen aus anderen Ländern einsetzen und ihnen Türen für ein integriertes Leben vor Ort öffnen.

Die Schirmherren des Bürgerpreises für Schleswig-Holstein sind Landtagspräsident Klaus Schlie und der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Reinhard Boll. Der Wettbewerb wird von NDR 1 Welle Nord und dem Schleswig-Holstein Magazin des NDR Fernsehens als langjähriger Medienpartner begleitet. Insgesamt werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 32.500 Euro vergeben, die von den schleswig-holsteinischen Sparkassen gestiftet werden. Unter anderem erhalten alle nominierten Projekte Filmportraits über ihr Engagement, die auf der Verleihung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Für den begehrten Ehrenamtspreis bewarben sich insgesamt 64 Einzelpersonen und Projekte aus Schleswig-Holstein oder wurden vorgeschlagen. Aus den von einer Fachjury nominierten neun Personen/Projekten wählte die Vergabejury unter Leitung des Sozialausschussvorsitzenden, Peter Eichstädt, die Preisträger in den Kategorien ,U 21` und ,Alltagshelden` aus. Wer die Preise erhält, wird im Rahmen der rund zweistündigen Preisverleihung bekannt gegeben. Moderiert wird die Veranstaltung von Marie-Luise Bram vom NDR.

Die Jury nominierte folgende Projekte/Personen:

Kategorie ,,U 21"

Mitmach-Circus im DRK Containerdorf Lübeck

Die Kinder und Jugendlichen (9-20 Jahre) des Mitmach-Circus-Carivari (Förderverein Circus-Charivari) besuchen seit September 2015 einmal in der Woche mit einer Circus-Pädagogin für 1,5 Stunden das DRK Containerdorf und üben mit den Flüchtlingskindern dort Zirkusaktivitäten (Jonglage, Einrad fahren ...). Begonnen hat das Engagement mit einem Workshop-Wochenende im Frühjahr 2015, bei dem die Kinder vom Circus Patenschaften für 40 Flüchtlingskinder übernommen haben - der Workshop wurde mit einer Circus-Gala abgeschlossen.

Interkulturelles Zeltlager Neukirchen

Seit 2008 bietet der Kreisjugendring Schleswig-Flensburg in den Frühjahrsferien das interkulturelle Zeltlager in Neukirchen an, das überwiegend von ehrenamtlichen jugendlichen Betreuern organisiert und betreut wird. Ca. 60 Kinder nehmen teil. Die Teilnehmer und Betreuer sind mit und ohne Migrationshintergrund. Die ehrenamtlichen Betreuer organisieren zudem ein bunt gestaltetes Programm.

Kategorie ,,Alltagshelden"

G-Breaker aus Lauenburg

Die G-Breaker sind eine Tanzgruppe (Breakdance, Hip Hop, etc.), die 2007 von den Brüdern Velit Kilic und Ömer Kilic (beide haben selbst einen Fluchthintergrund) gegründet wurde. In der Gruppe tanzen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen (vor allem auch Flüchtlingen und Migranten) eine Freizeitbeschäftigung zu geben und durch das gemeinsame Tanzen Integration und kulturellen Austausch zu ermöglichen. Die Gruppe probt regelmäßig und hat zahlreiche Auftritte. Außerdem bieten die G-Breaker Workshops in Schulen und für Flüchtlinge an. So wurde zum Beispiel ein Übungsworkshop mit 15 jugendlichen Flüchtlingen aus Lauenburg angeboten und mit einem gemeinsamen Auftritt abgeschlossen.

,,die Mitte" Nortorf

Der ursprüngliche Kern des Projekts war ein interkultureller Garten als täglicher Treffpunkt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Mittlerweile ist ,,die Mitte" Nortorf zu einem Begegnungszentrum geworden. Montag bis Samstag wird ein abwechslungsreiches Mitmach-Programm für alle Besucher geboten (Kaffee/Teetrinken, gemeinsam singen, Sprache lernen, Gesellschaftsspiele, Nähen, Kochen, gemeinsame Fahrradtouren, Sommerfest). Die Aktionen werden von Ehrenamtlichen organisiert und geleitet.

TSV Glinde ­ Integration durch Sport

Der TSV-Glinde nimmt seit 10 Jahren am Bundesprogramm ,,Integration durch Sport" des Innenministeriums teil und hat das Thema ,,Integration" durchgängig durch alle Sparten des Vereins fest verankert (z.B. Ferienfreizeiten zur Integration, Schwimmkurse für Frauen mit Migrationshintergrund, Schwimmkurse für Kinder mit Handicap, Gerätefitness für Frauen mit Migrationshintergrund, Fahrrad fahren für Frauen mit Migrationshintergrund, Fußballangebot für Flüchtlinge, Schwimmen lernen für Kinder aus DaZ-Klassen, Fußball für Flüchtlinge). Im Vorstand des TSV wurde zur Koordination all dieser Projekte eine Integrationsbeauftragte bestimmt.

Runder Tisch für Willkommenskultur in und um Berkenthin

Der Runde Tisch ist eine Projektgruppe aus ca. 50 Ehrenamtlichen, die von drei Hauptverantwortlichen koordiniert wird. In dem Projekt wird direkte Hilfestellung geleistet durch ein Patenschaftsprogramm. Die Ehrenamtlichen fungieren als Paten für Flüchtlinge/Migranten in Berkenthin und unterstützten sie von Ankunft an (Begleitung zu Behördengängen, Ärzten, Sprachkursen, etc. Sprachhilfe, Vermittlung Spenden, ...). Zudem organisieren die Ehrenamtlichen diverse Plattformen zum Kennenlernen für die Flüchtlinge, aber auch die Einheimischen: wöchentlich stattfindendes Sprach-Café (mit Kinderbetreuung), Fahrradwerkstatt, Kleiderkammer, ,,Berkenthin isst international". Das Projekt ermöglicht die ehrenamtliche Hilfe durch strukturierte Rahmenbedingungen (Anleitungen für die Paten, Versorgung der Ehrenamtlichen mit Infos). So soll ein möglichst weiter Helferkreis motiviert werden.

Refugees Welcome Flensburg e.V.

,,Refugees Welcome Flensburg" ist eine Vernetzungsplattform, die gegründet wurde, um die vielen ankommenden Flüchtlinge in Flensburg am Bahnhof in Empfang zu nehmen (Essensausgabe, Kleiderausgabe, Sprachhilfe, ...). und ggf. auf der Weiterreise zu unterstützen. Von September 2015 bis Januar 2016 waren die Ehrenamtlichen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche im Einsatz. Seit Januar 2016 sind die Ehrenamtlichen 7 Tage die Woche von 10-20 Uhr im Bahnhof engagiert. Ursprünglich wurden vor allem die Transitflüchtlinge unterstützt, das Angebot wurde erweitert, als die Flüchtlingszahlen neu ankommender Flüchtlinge gesunken sind. Seitdem werden vor allem auch minderjährige Flüchtlinge unterstützt und begleitet (Ausflüge in den Zoo, Besuch Sportveranstaltungen,...). In Planung ist zudem ein Patenschaftsprojekt in Kooperation mit der Flüchtlingshilfe Flensburg. Das Angebot soll in Zukunft auch aufs Flensburger Umland ausgeweitet werden.

kulturgrenzenlos e.V., Kiel

,,kulturgrenzenlos" ist ein Tandemprojekt zwischen Flüchtlingen und Studierenden in Kiel. Flüchtlinge bekommen einen Tandem-Partner zugewiesen und gestalten gemeinsam ihre Freizeit. Die Tandems erhalten einen Pass, mit dem sie Vergünstigungen in Kieler Freizeiteinrichtungen erhalten. Es wurden bereits 277 Tandems vermittelt. Interessierte können auf der Homepage einen Steckbrief ausfüllen und werden dann einem Tandem-Partner zugeteilt. Das erste Treffen findet im Rahmen einer Sprechstunde statt, die der Verein einmal wöchentlich anbietet. Alle zwei Wochen finden abwechslungsreiche Treffen und Ausflüge für alle Tandempaare statt (z.B. Ausflüge an den Strand, Grillen im Park, ...). Neben dem Kernprojekt haben sich weitere Teilprojekte entwickelt, so wie z.B. ein monatlich stattfindendes Frauentreffen, Sportgruppen und ein interkulturelles Wohnprojekt (3 Flüchtlinge, 3 Kieler). Das Tandemprojekt wird von 12 Ehrenamtlichen koordiniert. Das Team betreut die Tandems, organisiert die Vermittlung, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und plant die Treffen und Ausflüge.

Faiza Tahir ­ Gründerin der Initiative ,,Kiel hilft Flüchtlingen"

Faiza Tahir, die vor einigen Jahren selbst nach Deutschland geflüchtet ist, hat 2015 die Bürgerinitiative ,,Kiel hilft Flüchtlingen" ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine unabhängige Initiative, die aus einer facebook-Gruppe heraus gegründet wurde und zu einem umfangreichen Projekt aufgebaut wurde. Kern ist der Aufbau und der Betrieb einer Spendenannahmestelle, in der alle Sach- und Kleidungsspenden angenommen, sortiert und verteilt werden. Außerdem bieten die Ehrenamtlichen umfangreiche Hilfestellungen für Flüchtlinge in Kiel (Vermittlung von Praktikumsplätzen, Hilfe bei der Wohnungssuche Sprachhilfe, ...) und sind in diversen Flüchtlingsunterkünften aktiv. Über 1.000 Ehrenamtliche engagieren sich in dem Projekt. Frau Tahir ist Gründerin der Initiative und arbeitet bis heute aktiv mit.

Letzte Änderung am Mittwoch, 26 Oktober 2016 14:32
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