Freitag, 16 August 2013 13:13

Umfassende Sanierung der St. Johanniskirche Sterley

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hfr St Johannis kw 33-13

Die eingerüstete St. Johannis-Kirche in Sterley. Die Mauerwerksarbeiten sind abgeschlossen, das Dach wird derzeit noch eingedeckt. Foto: hfr/Steffi Niemann

 

Sterley (LOZ). Als vor sechs Jahren der Putz von der Decke in St. Johannis zu böckeln drohte, veranlasste die Kirchengemeinde Sterley eine Bestandsaufnahme über den baulichen Zustand des evangelischen Gotteshauses. Das Ergebnis war alarmierend: „Es wurden so viele Mängel gefunden, dass wir die Sanierung der Kirche in drei Abschnitte aufteilen mussten. Anders geht es finanziell nicht“, erläutert Pastor Lutz Thiele bei der Baubegehung mit der Hamburger Architektin Christine Johannsen, Pressevertretern und Förderern der Sanierung.

Als erster Bauabschnitt wurde die Außensanierung – Mauerwerk und Dach – in Angriff genommen. Die Arbeiten begannen bereits im Mai, jetzt kann Johannsen bereits Ergebnisse vorweisen: „Die Maurerarbeiten sind beendet, auch die Zimmererarbeiten sind fast fertig“, so die Architektin. Bis zum Herbst würden die Arbeiten abgeschlossen sein. „Die Südseite des Kirchendaches wird komplett neu eingedeckt, bei der Nordseite können wir einen Großteil der alten Ziegel verwenden, die einen guten Zustand aufweisen“. Die Kosten des ersten Bauabschnittes belaufen sich auf circa 210.000 Euro, die von der Kirchengemeinde Sterley, dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, dem Landeskirchenamt, der Kreissparkassenstiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Marlis-Kressner-Stiftung, der Agenes-Gräfe-Stiftung und der Stiftung KiBa aufgebracht werden. „Die Sanierungskosten sind eine Menge Geld für unsere kleine Gemeinde. Ich bedanke mich bei allen für die tolle Unterstützung“, so Pastor Thiele bei der Baubegehung.

 

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Jürgen Krezfeldt und Ralf Kaufmann (vorne) von der Bauhütte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg sind derzeit mit Fugenausbesserungen beschäftigt. Foto: hfr/Steffi Niemann

 

Die bisherigen Arbeiten an dem einschiffigen und gewölbten frühgotischen Feldsteinbau umfassten die Reinigung der Fassaden, Austausch der schadhaften Ziegel, neue Verfugung der Pfeiler und des Feldsteinmauerwerkes. Im Traufbereich des Dachstuhls wurden fehlende Windrispen und Dachlatten ersetzt sowie Streben und Riegel instandgesetzt. Der komplette Dachstuhl wurde im Bestand saniert, die alte Dämmung ist ersatzlos entfernt worden. Die historischen Schwellen, Stichbalken, Sparrenfüße, Strebenfüße und Balkenköpfe der Deckenbalken – teils aus dem Mittelalter – wurden repariert, am Schiff- und Chordach mussten die Hauptgebinde gesichert und verstärkt werden. Das Dach wird nun ausgehöht und mit einer Hohlpfanne aus Ton in naturrot gemäß Bestand wieder in Mörtel eingedeckt. Das komplette Dach von Kirchenschiff und Chor erhält eine Blitzschutzanlage.

Wann der zweite Bauabschnitt, die Innenrenovierung der Kirche, beginnen kann, ist derzeit noch offen. „Wir rechnen damit, in zwei bis drei Jahren genug Geld für die Innensanierung gesammelt zu haben“, informiert Lutz Thiele. Auch über einen Austausch oder Modernisierung der Heizungsanlage wird nachgedacht. „Wir müssen überlegen, was das Beste für die Gemeinde ist und wie wir die Kosten stemmen können“, so Thiele abschließend.

Baugeschichte St. Johannis:

Bei dem frühgotischen Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert wurde zunächst eingezogene Kastenchor erbaut – mit jederseits einem Fensterpaar. Die schrägen Stützpfeiler sind nachträglich angefügt, der Fachwerkgiebel ist ebenfalls nicht bauzeitlich. Das langgestreckte dreijochige Schiff hat gekuppelte backsteingeleibte Spitzbogenfenster sowie eine vermauerte Dreifenstergruppe in der Westwand mit einem blendgezierten Backsteingiebel darüber. An der Westwand befindet sich ein vierkantiger, das Schiff nur wenig überragender Holzturm des späten 17. Jahrhunderts mit Satteldach.

Verschiedene mittelalterliche Ausmalungen sind in einem guten Zustand erhalten. Eine frühgotische dekorative Gewölbebemalung im Chor, dazu eine Quaderbemalung auf den Gewölbegliedern im Schiff, eine gotische Maria an der Chorostwand im Chorgewölbe, gotisches Rankwerk am Chorbogen und an den Bögen im Schiff, im Schiff mit figürlicher Malerei, Darstellung der Königin, Propheten und Maria. Zur Ausstattung gehört eine Gutsloge aus der Mitte des 17. Jahrhundert, emporenartig

hochsitzend, die untere Wandzone mit gedrehten Halbsäulen und gerahmten Feldern, die obere mit Holzgitterfenstern und Gebälk. Eine Treppe führt im Bogen auf die Loge.

Letzte Änderung am Sonntag, 25 August 2013 18:38
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