Energieeffizienz in Hallen: IHK informiert über Sanierung

Energieeffizienz in Hallen: IHK informiert über Sanierung Foto: W. Reichenbächer

(LOZ). In Deutschland gibt es mehr als 420.000 Fabrikhallen, Werkstätten, Lagerhallen oder Turnhallen. Vor allem ältere Gebäude haben Schwachstellen, die zum Energieverlust und damit zur Umweltbelastung und hohen Kosten beitragen. Die Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach e.V. (figawa) schätzt das Energie-Einsparpotenzial bei Hallengebäuden auf mehr als 20 Prozent. „Diese Bauten haben wir bisher zu sehr vernachlässigt, das Augenmerk beim Thema Energie lag bisher eher bei den Wohnbauten“, sagte figawa-Experte Klaus Dödtmann in der Informationsveranstaltung „Energieeffizienz in Hallengebäuden“ der IHK zu Lübeck vor rund 50 Teilnehmern in der IHK-Geschäftsstelle Ahrensburg.

Als sanierungsbedürftig stufte der Experte rund 260.000 Hallenbauten ein. Allein die Sanierung von einem Prozent der Gebäude würde eine Energie-Einsparung von rund zwölf Milliarden Kilowattstunden oder 2,8 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid ermöglichen. In seine Ausführungen bezog er ausdrücklich großflächige Super- und Fachmärkte sowie Autohäuser ein. Auch in diesen gebe es ein großes Potenzial zum Sparen.

Schwachstellen der großen Bauten seien vor allem die Tore, Undichtigkeiten oder Schäden an der Fassade, ergänzte Konrad Weber, Geschäftsführer von Weber EnergieConsult in Köln, der gemeinsam mit der figawa den „Leitfaden zur Planung neuer und Sanierung bestehender Hallengebäude nach Energieeinsparverordnung 2014 und Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz 2011“ verfasst hat. „Ein Kennzeichen der Hallen ist ihre geringe Wärmespeicherkapazität“, so Weber. Messungen hätten ergeben, dass beim Öffnen der Tore im Winter der Boden zügig abkühle, vor allem beim Fehlen von Zwischenwänden. Daher würden die Hallen zusammengerechnet 15 Prozent der Heizenergie in Deutschland verbrauchen.

Mit der Informationsveranstaltung will die IHK zu Lübeck Unternehmen über die Möglichkeiten zur Sanierung und die erforderlichen Fördermittel informieren. „Leider planen viele Betriebe in diesem Bereich nicht über einen Zeitraum von zehn Jahren, sondern kurzfristiger. Daher fällt die Sanierung von Hallen häufig hinten runter“, sagte Kathrin Ostertag, Leiterin des IHK-Geschäftsbereiches Innovation und Umwelt. Der Leitfaden der figawa enthalte wichtige Hinweise für Neubauten. Für die energetische Sanierung von Hallen gebe es zwar kein Patentrezept. „Aber die Informationen im Leitfaden können dabei punktuell unterstützen, etwa bei der Auswahl des richtigen Heizungssystems“, so Ostertag, die auf das positive Beispiel einer Hallensanierung bei der Paul Kempowski GmbH & Co. KG in Lübeck verwies. „Es lohnt sich.“

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